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Samstag, 12. Dezember 2015

DER PLANET SATURN LÄSST SCHÖN GRÜSSEN (The Incredible Melting Man 1977 William Sachs)


Astronauten auf einer Saturn-Mission geraten in einen Sonnensturm. Als Nebeneffekt fängt eines der Crew-Mitglieder auf der Erde angekommen an zu schmilzen. Er bricht aus dem Krankenhaus aus und attackiert während seiner Metamorphose Menschen...


Streber im Weltraum, Schleimer auf der Erde...

Dass „Der Planet Saturn lässt schön grüßen“ trotz des herrlich sympathischen deutschen Titels keine Komödie ist, wusste ich bereits vor der Sichtung. Als Freund des 70er Jahre-Kinos war ich neugierig auf eine Geschichte, wie sie üblicher Weise erst mit „Slime City“, „Body Melt“ und „Street Trash“ ab der 80er Jahre des öfteren erzählt wurde. Doch anstatt beim Sichten den Eindruck eines Frühwerks einer späteren Thematik zu bekommen, schaute sich das Werk erschreckend zurück geblieben.

Regisseur William Sachs, der auch die schreckliche Teenie-Komödie „Hot Chili“ inszenierte, den mir bislang unbekannten „Galaxina“ und der, wenn auch nur wenige Filme abliefernd, bis ins Jahr 2000 noch als Regisseur  tätig war, bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm. Von der Thematik eines schmilzenden Mannes einmal abgesehen, schaut sich „The Incredible Melting Man“ (Originaltitel) wie ein viel zu spät erschienender 50er Jahre Science Fiction-Streifen. Dies jedoch nicht im sich absichtlich vor dieser Filmphase fröhlich verbeugenden Gewandt, sondern Langeweile versprühend, veraltet umgesetzt, frei von jeglichem Unterhaltungswert, lustlos heruntergekurbelt. Was nutzen einem da noch die so geglückten Effekte, der einzige Pluspunkt des Streifens, wenn eine an sich so sympathische Idee frei von Reiz umgesetzt wurde?

„Bluthitze - Das Grauen aus dem All“ (Alternativtitel) ist lahmarschig erzählt. Ewig stampft der mutierte Glibbermann durch die Gegend und hinterlässt Schleimspuren, durch welche seine Verfolger ihm auf die Spur kommen - wenn sie vor lauter Nichtigkeiten einmal dazu kommen die Spur endlich aufzunehmen. Die Guten des Streifens sind so motiviert wie der ganze Film, und das große Schnarchen vor dem Bildschirm darf beginnen.

Wer glaubt dass der Streifen zumindest im Finale ein wenig an Tempo nachholt täuscht sich übrigens gewaltig, denn was wir dort zu sehen bekommen ist ein einsam vor sich hin schmelzender Mensch, untermalt mit theatralischer Musik, so als hätten wir die ganze Zeit ein Horror-Drama gesichtet ohne es zu merken. Da man mit der mutierenden Figur nicht mitfühlen kann, da man den Menschen nie vor seiner Metamorphose kennen lernen durfte, macht es wenig Sinn den Film so emotional zu beenden. Zugegeben, da weht ein Hauch schwarze Komik mit, aber die weiß so wenig zu wirken wie das Komplettwerk.

Was bleibt ist ein schöner Titel, eine wunderbar glibberige Idee als Weiterführung zur überholten Mutationen-Thematik des 50er Jahre-Kinos wie wir sie z.B. in „Schock“ erleben durften und wundervoll schleimige Effekte. Wem das reicht um dran zu bleiben: viel Spaß dabei. Ich persönlich empfand des Streifen als todöde, und der schlechte Ton der von mir ergatterten DVD war nicht gerade hilfreich dabei irgendwann im Laufe der 80 Minuten aus diesem Zustand zu erwachen.


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