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Samstag, 5. Dezember 2015

MANSION OF THE LIVING DEAD (La mansión de los muertos vivientes 1982 Jess Franco)


Vier Urlauberinnen landen in einem menschenleeren Hotel und werden nach und nach Opfer einer okkulten Sekte...


Sünde begehen um Sünde zu verhindern...

Aufgrund der Alternativtitel „Die Residenz der reitenden Leichen“, „Das Schloss der reitenden Leichen“ und „Die Auferstehung der reitenden Leichen“ wird fälschlicher Weise der Eindruck hinterlassen Jess Francos Film habe etwas mit der charmant schundigen „Die Nacht der reitenden Leichen“-Reihe von Amando de Ossorio zu tun. Dementsprechend enttäuscht reagiert der Zuschauer in der Regel. Das war bei mir vor Jahren nicht anders, und nun im Zuge meiner Jess Franco-Sichtungen habe ich „Mansion of the Living Dead“ erneut eine Chance gegeben, um ihn als Film für sich zu betrachten. Was ich zu sehen bekam war jedoch trotzdem nur ein Haufen uninspiriert heruntergedrehte Langeweile, die selbst Franco-Fanatiker an ihre Grenzen bringen dürfte.

Aufgrund der Sünde im Mittelpunkt entschied sich Franco einen Soft-Porno zu drehen mit dementsprechend aus besagter Branche gecasteter Mimen, die, wie nicht anders zu erwarten, so laienhaft spielen, dass dies das wahre Grauen des Filmes wird. Der Horrorpart scheint nur um die Sexszenen drum herum gebaut zu sein. Es ist kaum zu glauben dass der Streifen auf der Kurzgeschichte eines spanischen Schriftstellers basieren soll, so dünn wie die Geschichte ausgefallen ist.

Wenn man erst einmal etliche Nackedeiszenen und welche mit lesbischem Balzverhalten hinter sich gebracht hat, macht uns Franco mit einer vor Ort tätigen okkulten Sekte bekannt. Da treffen wir auf Personen, die in hellen Kutten gekleidet sind und bizarre bis unerwartet fröhliche Gipsmasken im Gesicht tragen. Ähnlich wie bei „Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein“ fragte ich mich, ob da nun Menschen Masken tragen, um ihr Ritual damit zu unterstreichen, oder ob uns Franco mit diesem künstlich wirkenden Trick echte Untote präsentieren möchte. Die Antwort ist hier wie dort die selbe: der Kult soll tatsächlich von Zombies geführt werden, Zombies der völlig anderen Art, was sich dadurch erklärt, dass Franco kein Fan üblicher Zombiefilme ist.

Seine Veränderungen am typischen Zombiebild sorgen jedoch dafür, dass die Untoten in keinster Weise mystisch oder unheimlich wirken. Und da sie ein jedes Opfer im Gangbang vergewaltigen, wirken sie nur ebenso lüstern wie die Heldinnen und wie der Stelzbock von Regisseur, der sicherlich beim Dreh masturbierend daneben stand. So ist „La mansión de los muertos vivientes“ (Originaltitel) ähnlich plump ausgefallen wie Francos späterer „Lust für Frankenstein“.

Zwar setzt Franco viel auf die Windgeräusche, die für die Gegend in welcher der Film entstand typisch sind, das wohl einzig atmosphärisch wirkende Stilmittel des Streifens, und er ersetzt es komplett gegen einen Soundtrack (der Chorgesang des Kultes ist die einzige Musik im Film), und ein durch den Wind verursachter Glockenschlag unterstützt das Feeling durch den Wind, aber das kann nicht das komplett langweilige Getue auffangen das der Zuschauer ansonsten zu ertragen hat, um daraus einen auch nur ansatzweise brauchbaren Film zu zaubern.

Peinlich agierende Mimen, die ewig nur fummeln und lecken und die dann hineingeschuppst werden in einen Okkult-Plot, vor dem sich nicht einmal die Ur-Großmutter fürchten würde, „Mansion of the Living Dead“ ist so unsagbar schlecht, dass man auch mit der Improvisationsfreude des Regisseurs nichts mehr schön reden kann. Schade ist es einzig um die groteske Idee einer Frau, die im Hotel gefangen gehalten wird und ihre ganz eigene Art hat damit umzugehen. Der Rest guckt sich dilettantisch und Zuschauer verarschend.


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