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Donnerstag, 31. März 2016

DIE TODESINSEL (Demon of Paradise 1987 Cirio H. Santiago)


Eine menschenähnliche Reptilienkreatur verbreitet im See eines exotischen Urlaubsparadieses Angst und Schrecken. Ein Sheriff und eine Biologin versuchen das Vieh einzufangen...


Von einem Sheriff welcher einer Hotelmanagerin untersteht, aber das Militär kommandieren darf...

Grüne Gummimonster waren lange Zeit im Kino Amerikas nicht tot zu kriegen. Jahrzehnte nach ihrem ersten Hoch mit Erfolgen wie „Der Schrecken vom Amazonas“ und erfolglosen Nachahmern wie „The Monster of Piedras Blancas“ gab es im Zuge von Roger Cormans kleinem 80er Jahre-Hit „Das Grauen aus der Tiefe“ ein kurzfristiges Comeback dieser Art Monsterfilm, dem u.a. 3 Jahre später „The Being“ folgen sollte und weitere 4 Jahre später „Die Todesinsel“, gedreht an den Philippinen, und ein Monster präsentierend, das aufgrund seiner exotischen Pracht auf dem Kopf zu einer Art Afro-Version des klassischen grünen Gummimonsters wird.

Santiagos Werk hat der oftmals erzählten Story eines monströsen Viehs aus dem Wasser, welches ein Touristengebiet unsicher macht, nichts Neues hinzuzufügen. Routiniert erzählt er den üblichen Plot erneut und ergänzt ihn um eine kleine Gaunerstory, über Verbrecher die für die Mafia arbeiten, die aus Kostengünstigkeit selbstverständlich nur erwähnt anstatt aktiv wird. Was die Verbrecher Ungesetzliches treiben wird nie wirklich gezeigt, aber das passt ganz gut zu den restlichen Figuren. Zwar sind ganz typisch im Klischee badend der Reporter, der Sheriff, die Biologin und jene Person mit an Bord, die von dem Touristengeschäft lebt und deswegen alles verhindert damit der See nicht gesperrt wird, dass diese Leute ihren Beruf jedoch wirklich ausüben merkt man erst im letzten Drittel des Streifens. Zuvor werden die Jobs nur erwähnt, während man anderweitigen Tätigkeiten nachgeht.

Am extremsten hat es diesbezüglich die Biologin erwicht, die zwar ab und an auf Tauchgang gehen darf, meist aber lieber sehnsüchtig auf den See blickt, für andere Kaffee kocht, oder ein beruflisches Gespräch über die Fortpflanzung der Kreatur für einen geschmacklosen Flirt nutzt. Der Sheriff wiederum untersteht der Besitzerin des Hotels vor Ort, warum auch immer, darf im Finale, wenn das Militär sich ins Geschehen einmischt, jedoch immer an vorderster Front mitschießen, zeigt den Soldaten wo es lang geht, und ist auch der erste der vom Hubschrauber aus Dynamitladungen in den See werfen darf, während das Militär am Ufer untätig darauf wartet, dass sich die Kreatur sehen lässt.

Das tut sie äußerst selten, und ist sie mal zu sehen braucht es nicht viel Zutun ihrerseits um die Menschen ins Jenseits zu befördern. Die sprengen sich auch gerne mal selbst in die Luft oder sterben aufgrund anderweitiger Unfälle, während die Kreatur zuguckt oder sich erst etwas später einmischt. Zumindest gehört „Demon of Paradise“ (Originaltitel) im Ansatz zu den humaneren Werken seiner Art, wird doch betont dass die Kreatur nur angreift, wenn sie sich belästigt fühlt, und das passt schon ganz gut zu seinem passiven Verhalten, zumindest großteils innerhalb eines Filmes der sich sowieso immer wieder vorne und hinten widerspricht.

Immerhin ist der etwas dröge umgesetzte Streifen wenigstens teilweise untermalt mit unfreiwillig komischen Lustigkeiten, wie ein gar nicht zum Szenario passender Soundtrack mit Computergefiepse, welcher besser in einen Streifen mit Roboterthematik gepasst hätte, oder der genialen Argumentationstaktik der Biologin, die, nachdem die Hotelleitung bei der Androhung des Sheriffs das Hotel schließen zu wollen eine richterliche Befugnis sehen möchte, noch ein zusätzliches Mal betont dass es wirklich besser sei das Hotel zu schließen. Wow! Sie ist eine Meisterin der Rhetorik und beweist mit dieser Art der Argumentation ihre fachliche Professionalität.

Da Charaktere nicht im Ansatz vertieft werden, das Szenario altbacken ist und die Kreatur zu selten und zu passiv agierend eingesetzt wird, ist „Die Todesinsel“ von Regisseur Cirio H. Santiago, der auch für „Treibjagd auf Liebeshexen“ und „Camp der verlorenen Frauen“ verantwortlich war, nie wirklich kurzweilig oder unterhaltsam ausgefallen. Am angenehmsten schaut sich noch die etwas zu lang geratene Monsterjagd am Ende, in welcher das Militär ordentlich losballern darf, während die Biologin überraschend human parallel dazu zwei Fehlversuchen der Betäubung des Monsters nachgehen darf. Dass sich diese ebenso monotone Phase recht anständig umgesetzt guckt, mag daran liegen dass Santiago mit Werken wie „Final Mission“, „Die Solo-Kampfmaschine“ und „Platoon ohne Rückkehr“ im Action- und Kriegsfilmbereich zu Hause ist.

Verwundert hat mich die unterhaltsamere Wirkung des Finales schon, da ich persönlich nie sehr auf groß ausgelegte Actionszenen setze und im Monsterfilm erst recht nicht. Hier jedoch wissen diese Momente den übermüdenten Zuschauer wachzurütteln, der wenigsten gegen Ende noch kleine Hingucker zu erhaschen bekommt, die zwar alle nicht wirklich der Rede wert sind, aber zumindest unterhaltsamer eingefangen sind als der Großteil der restlichen Story. Guckbar ist „Die Todesinsel“ durchaus, dennoch langweilt er eher anstatt zu unterhalten, womit er den beiden oben erwähnten 80er Jahre-Monsterfilmen in nichts nachsteht. Die sind alle nicht wirklich toll ausgefallen. Leider!


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