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Montag, 16. Mai 2016

PIRANHA - DER FLUSS DES TODES (Piranha, Piranha 1972 William Gibson)


Eine Studentin reist mit ihrem Bruder nach Venezuela um Tieraufnahmen zu machen und stößt zusammen mit ihm und ihrem Expeditionsleiter auf einen berüchtigten Jäger, der sich zwar zunächst sympathisch gibt, mit der Zeit jedoch zu einem unangenehmen Zeitgenossen wird...


Die meisten Piranhas finden sich im Originaltitel...

In der Tier-Horror-Welle der 70er Jahre tauchte auch mancher Piranhafilm auf. Meist handelte es sich dabei um Abenteuerfilme, die ein klein wenig mit dem Vorhandensein der gefräßigen Fische spielten, während der Rest sich um etwas anderes kümmerte. So gab es u.a. den Lee Majors-Streifen „Piranhas 2 - Die Rache der Killerfische“. Einzig Joe Dantes „Piranha“ war ein eindeutiges Produkt seines Genres mit besagten Viechern im Zentrum, in den 80er Jahren folgte die fliegende Variante „Piranhas 2 - Fliegende Killer“.

Der hier besprochene „Piranha - Der Fluss des Todes“ könnte zur ersten Gattung zählen, wenn er auch tatsächlich Piranhas zu bieten hätte. Die werden einmal kurz erwähnt und kommen ein weiteres Mal fast nebensächlich zum lahmen Einsatz, ansonsten ist es Essig mit den im Originaltitel „Piranha, Piranha“ gleich zwei mal aufgezählten Killerfischen, so dass es in „Die nackte Kanone“ mit ähnlichen Tieren wesentlich brutaler zuging als in einer als Horrorfilm vermarkteten Mogelpackung, von der ich nicht einmal sagen kann ob sie wirklich dem Genre des Abenteuerfilms gerecht wird.

Die meiste Action findet auf den Motorrädern statt, wenn eine völlig unsinnig eingebrachte Wette etwas Wind in die müden Segel pusten möchte. So unabhängig wie dies neben dem Rest herläuft, kann das natürlich nicht wirklich funktionieren, aber dieses billig abgefilmte Rennen erweist sich tatsächlich als Unterhaltungshöhepunkt inmitten eines Filmes, in dem es ansonsten um eine dröge, einseitige Liebschaft geht, die jedoch keine dramatische Wirkung besitzt und nur dafür da ist dem zwischenmenschlichen Gespann etwas Zunder zu bescheren, ein Vorhaben das leider scheitert.

Ansonsten fotografiert die Studentin fleißig vor sich hin, während der Film mit realen Tieraufnahmen von Venezuela gestreckt wird, was die Sache verzuckern könnte, wenn die Bilder das Feeling der Landschaft eingefangen bekämen. Aber auch die Tier- und Landschaftsaufnahmen sind billig abgefilmt und werden uns eher uncharmant vor die Augen geschmissen.

William Gibson, für den „Piranha“ (Alternativtitel) die einzig filmische Regiearbeit bleiben sollte, hoffte wohl mit diesen kaum ineinander greifenden verschiedenen Gimmicks irgendwen erreichen zu können, nach dem Motto irgendwas davon wird schon schmecken. Aber so ist es nicht. „Piranhas - Fluss des Grauens“ bekommt sich nicht einmal über das sonst so stimmige 70er Jahre-Feeling gerettet, so dass man auch beim besten Wohlwollen und bei dem Versuch den Streifen als etwas anderes als einen Tier-Horror zu betrachten, lediglich zu der Erkenntniss kommt, dass es sich bei diesem Langeweiler um einen wahren Rohrkrepierer handelt, an dem es wirklich so gar nichts schön zu reden gibt.


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