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Donnerstag, 2. Juni 2016

PAGANINI HORROR - DER BLUTGEIGER VON VENEDIG (Paganini Horror 1989 Luigi Cozzi)


In einem verlassenen Haus dreht eine Rockband ein Musikvideo zu ihrem neuesten Stück, welches auf einer Komposition des verstorbenen Paganini basiert. Auf diesem Stück lastet ein Fluch, so dass die Band mit dem Spielen der Noten finstere Mächte weckt...


Panini - Die Blutklebebildchen von der Bundesliga...

Auch wenn Regisseur Luigi Cozzi laut Audiokommentar glaubt ein nettes Filmchen zusammengebastelt zu haben, welches sich nur deswegen nicht zur wahren Größe entfalten könne, weil alles Nichtgeglückte andere Beteiligte der Produktion schuld seien, „Paganini Horror - Der Blutgeiger von Venedig“ ist in seiner drögen Art alles andere als ein gelungener Film, und Ende der 80er Jahre gedreht auch leider nicht mehr zu jenen italienischen Genre-Beiträgen gehörend, für welche Horror-Fans Italiens fleißige Filmindustrie liebten.

„The Killing Violin“ (Alternativtitel) ist arg billig zurechtgeschludert, was sicherlich auch an den mager budgetierten Umständen liegt, aber als Mann der aus wenig viel schaffen kann erweist sich Cozzi nie. Schlecht agierende Darsteller stehen ihm für dieses Ziel im Weg, aber am übelsten schaut sich der mitten in den 80er Jahre feststeckende Streifen aufgrund der fehlenden düsteren Grundstimmung. Spannend oder gar gruselig wird es nie, „Paganini Horror“ (Originaltitel) zieht sich lang wie Kaugummi in seiner eigentlich durchschnittlichen Laufzeit und kommt nie wirklich in die Gänge. Selbst wenn etwas passiert wirkt das Tempo stets zurückgeschraubt.

Die Gore-Effekte sind nicht der Rede wert, die kleinen Science Fiction-Ausflüge am Rande, die Cozzi ursprünglich gerne verstärkt eingebracht hätte, werden mit dem Holzhammer präsentiert und verlieren damit an Reiz, und das Haus, in welchem der Großteil des Streifens stattfindet, will so gar nicht glaubwürdig nach Venedig gehören. Tut es freilich auch nicht, aber Cozzi schwärmt in besagtem Kommentar davon wie sehr es sich doch dem Bild der überfluteten Stadt anpassen würde. Mag sein dass er als Italiener andere Ecken kennt als ich, aber selbst Aldo Lado hat in seinem „The Child - Die Stadt wird zum Alptraum“ nichts dergleichen eingefangen, obwohl der Film dafür berühmt ist, dass er aufgrund Aldos Ortskenntnisse auch einmal andere Seiten der von verliebten Pärchen gern besuchten Stadt zeigt.

Man muss also nicht lange drum herum reden: „Il violino che uccide“ (Alternativtitel) ist ein Rohrkrepierer der selbst geduldigste 80er Jahre-Fans auf eine harte Probe stellt, gerade dann wenn das nett gestaltete Postermotiv gelockt hat, welches sich als das Beste des kompletten Streifens herausstellt. Selbst für Freunde der Musik besagten Jahrzehnts gibt es nichts zu entdecken. Zwar zieht Cozzi den Streifen in die Länge, indem er uns gnadenlos das komplette Musikvideo der Band zeigt, die vor Ort ihren Clip aufzeichnet, aber die Musik ist so unterirdisch ausgefallen wie der Film in dem sie sich befindet.


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