Schlombies Filmbesprechungen auf Facebook:

Sonntag, 14. August 2016

BIG TITS ZOMBIES (Kyonyû doragon: Onsen zonbi vs sutorippâ 5 2010 Takao Nakano)


Als sie das Buch der Toten aus dem 16. Jahrhundert entdecken, erwecken fünf Stripperinnen die Toten zu neuem Leben und müssen nun gegen Zombies kämpfen...


Mit Schwert und Kettensäge...

Wer hinter einem Titel wie „Big Tits Zombies“ mehr erwartet als einen mit schlechtem Geschmack spielenden Provokationsfilm, dem wird wohl nicht mehr zu helfen sein. In der Regel werden jedoch nur jene Zuschauer Takao Nakanos Werk antesten, die sich von solch herrlich albernen Filmnamen locken lassen. Wer aber nun das übliche asiatische Schock-Kino a la „The Machine Girl“ und „Vampire Girl vs. Frankenstein Girl“ erwartet, der ist zwar nicht zwingend im falschen Film, könnte aber trotzdem enttäuscht werden, wenn er einzig wegen des Gore-Gehalts eingeschaltet hat.

Es ist nicht so dass „Big Tits Zombies“ sparsam oder zahm mit blutigen Szenen umgehen würde, aber die Effekte lassen doch sehr zu wünschen übrig, wechseln zwar handgemachte mit computeranimierten ab, aber Letztgenanntes endet oft im eher uninteressanten CGI-Blutspritzen und Erstgenanntes darf auch mal roten Wackelpudding vorweisen um eine Verletzung zu imitieren. Verärgert reagiert da aber nur jener Zuschauerteil, der mit der humoristischen Leichtigkeit nicht umgehen kann, mit welcher der Film überraschend spaßig daher kommt. „The Big Tits Dragon“ (Alternativtitel) kommt humoristisch sehr verspielt und albern daher, ist sich für keine noch so infantilen Witzchen zu schade, und diese Vorgehensweise wird selbst das Stammpublikum des asiatischen Schock-Kinos in zwei Lager spalten.

Sicherlich kann nicht jeder darüber lachen, dass ein aus der Hölle erscheinender blauer Dämon sich per Visitenkarte vorstellt, der einzige Gedanke der Protagonisten, wenn sie von einer feuerspeienden Vagina angegriffen werden, jene Frage ist woher das Feuer komme, oder Zombies fast schon auf „C.H.U.D. 2“ und „Return of the Living Dead 2“-Art dämlich Tichtennis spielen dürfen, sich über eine scharfe Soße auf ihrer Monsterzunge aufregen dürfen, oder beim Wort Titten notgeil verstummen. Mir persönlich hat dieser Nonsens jedenfalls Spaß bereitet, und kann man mit dem Unsinn etwas anfangen sieht man auch die kostengünstig frechen Effekte mit anderen Augen, ganz besonders jenen, in welchem ein alter Mann, von dem unsere Heldinnen nicht wissen ob er nun Zombie oder lediglich greis ist, wie in einem veralteten Computerspiel als animierte Spielfigur per billigem CGI-Effekt mit dem Auto aus dem Bild geschuppst wird.

Während sich die erste Hälfte von „Big Tits Dragon - Hot Spring Zombies vs. Strippers 5“ (Alternativtitel) mit irrsinnigen Gore-Ideen noch halbwegs zurückhält und sich auf Asien-Niveau noch wie ein üblicher Zombiefilm guckt, wird die Nonsensschraube zur zweiten Hälfte nach und nach hochgedreht, bis wirklich nur noch der Stammzuschauer dieser Art Film zum Zielpublikum gehört. Langweilig wird es dank der richtigen Grundstimmung nie, verärgern tun lediglich kurz eingestreute 3D-Momente, die sich ohne dazugehörige Brille zwar nicht so augenaufbretzelnd schauen lassen wie man selbiges von einem Komplett-3D-Film im Kino gewohnt ist, stören tut diese Unnötigkeit jedoch trotzdem.

Langweilig wird es nie. Selbst die im direkten Vergleich zahmere erste Hälfte weiß sein Nichts an Story stets mit irgendetwas anzureichern, z.B. mit dem gelegentlichen Durchbrechen der Metaebene, oder einer in Worten wie Bildern angereicherten Zitierfreude, die sich sogar in der Maskerade der Zombies wiederspiegelt. Da dürfen grüne Romero-Zombies ebenso durchs Bild huschen wie ein auf Samedi, dem Woodoo-König, getrimmter Zylinder tragender Untoter. Ansonsten werden Filmtitel samt politischer Botschaft erwähnt, Zitate diverser Intellektueller vorgetragen und nebenbei freilich gestrippt, inklusive gelegentlicher nackter Tatsachen, wenn auch nicht so häufig präsentiert wie der Titel vermuten lassen könnte.

Freilich dient jede der aufgezählten Zutaten humoristischen Zwecken, und wer mit dieser Art Komik etwas anfangen kann, der wird erfreut feststellen, dass Nakano ein Gespür dafür besitzt wann eine Pointe treffsicher eingebracht werden muss und wie man selbst einen besonders plumpen Flachköpper noch sympathisch verkauft bekommt. Dass hier nicht alles Gold ist was glänzt und „Big Tits Zombies“ trotz seiner gelungenen Art nicht zum übergroßen Partykracher wird den man gleich jedem weiter empfehlen muss, dürfte jedoch von Anfang an klar sein, so dass der kindlisch verspielt humoristische Zuschauer zwar jede Menge toller Momente präsentiert bekommt innerhalb eines durchgehend unterhaltsamen Streifens, aufgrund dem Fehlen wahrer Innovationen aber nur im Ausnahmefall hiermit einen neuen Lieblingsfilm entdeckt haben dürfte.


Weitere Reviews zum Film: 

Kommentare:

  1. Titel angeschaut - meinem Schatz gezeigt - wird geschaut :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dann wünsche ich Euch viel Vergnügen. Falls Du hinterher eine Review schreibst kannst Du ja gerne mal bescheid geben, wenn diese veröffentlicht ist. Würde sie gerne lesen.

      Löschen