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Sonntag, 13. November 2016

HUBERT UND STALLER 2 - UNTER WÖLFEN (2016 Jan Markus Linhof)


Kurz nachdem der Polizeipräsident Kröpf dem Polizeirat Girwidz anvertraut hat, dass er schwarze Schafe in der Münchener Polizei vermutet, wird er tot aufgefunden. Hubert und Staller ermitteln gemeinsam mit den Stadtkollegen, die nicht ahnen dass sie längst unter Verdacht stehen...


Der Besucher muss die Urkunde sehen, nicht der Chef...

Der zweite als TV-Special zur Serie „Hubert und Staller“ erschienende Spielfilm des lustigen bayrischen Ermittler-Duos schaut sich im Gegensatz zu „Hubert und Staller - Die ins Gras beißen“, dem ersten Fall auf Spielfilmlänge, nicht mehr wie eine Doppelfolge, sondern tatsächlich wie ein Spielfilm, was daran liegt dass der Fall gar nicht erst dem üblichen Musteraufbau eines Serienfalles folgt, sondern bereits in seiner Anfangssequenz ganz anders ansetzt. Somit ist „Hubert und Staller 2 - Unter Wölfen“ nicht nur ein oller Ermittlungs-Ausflug zweier Dorfpolizisten in die große Stadt, sondern hat zudem auch einiges mehr zu bieten.

Der Kriminalfall selbst ist nicht gerade kniffeliger Natur, stehen die Schurken doch eigentlich früh fest. Aber der Weg zum Ziel wird zum Hingucker, nicht nur aufgrund der herablassenden Augen städtischer Kollegen, die sich bei jedem Patzer bestätigt fühlen, sondern auch weil der so bescheiden klingende Kriminalfall doch über ungewöhnliche Zusatzsituationen gelöst wird. Eines der Highlights ist dann schließlich der Abstecher von Hubsi und Hansi in ein Strip-Lokal, wo Staller nach einer Dosis Kokain ordentlich abdreht, was sich lediglich als Alibihaltung sich endlich einmal wie Sau benehmen zu dürfen entpuppt, hat der gute Mann doch lediglich Traubenzucker geschnupft. Das sind die Stallermomente, die man als Fan der Reihe sehen möchte.

Kleine Randideen wie der Ausschluss Riedels vom Geheimaspekt des Falles und der neue Zuschuss zum Fuhrpark lockern die ganze Chose nebenbei ein wenig auf. Die wirklich große Überraschung am zweiten Spielfilm ist jedoch das Einbringen der sich seit Staffel 2 so schlecht entwickelten Rolle Yazids, die endlich wieder zu wirken weiß, vielleicht noch fragwürdiger charakterisiert wird als üblicher Weise, aber in Sachen Humor und Einfluss auf den Kriminalfall deutlich zu punkten weiß, so dass es eine überraschend erfreuliche Idee ist den bayrischstammigen Türken einmal etwas mehr hervorzuheben als üblich.

„Hubert und Staller - Unter Wölfen“ spart nicht gerade an Besonderheiten. So darf ein Nebenplot schließlich sogar dazu führen, dass Hubert ins Gefängnis muss. Überfrachtet guckt sich der Spielfilm dadurch keineswegs, vielmehr wusste man mit diesen Mitteln die Laufzeit von 90 Minuten besser zu nutzen als im ersten Spielfilm, zumal derartige Zusatzideen stets vom Drehbuch nachvollziehbar eingearbeitet werden.

Das Verständnis für Situationen und Charaktere bleibt somit auch im zweiten Spielfilm der Pluspunkt der „Hubert und Staller“-Reihe, sitzen hier doch Autoren am Werk die psychologische Zusammenhänge verstehen, tiefere Charaktere schaffen und das Ganze trotzdem lockerleicht aufbereiten, ohne dem Zuschauer auch nur im Ansatz mühsame Kopfarbeit zu bescheren. Die Tiefe der Reihe entdeckt ohnehin nur der aufgeweckte Zuschauer, und dies ist beim hier besprochenen Kriminalfall glücklicher Weise nicht anders. Eventuell hätte man die städtischen Kollegen etwas weniger schurkisch darstellen können, andererseits unterstützt deren offensichtliche Zwielichtigkeit den Comic-Charakter der Serie.


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