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Sonntag, 13. November 2016

ICH ZÄHLE TÄGLICH MEINE SORGEN (1960 Paul Martin)


Da ihm Bordkarte und Ausweis gestohlen und vertauscht wurden, wird der erfolgreiche Modeschöpfer Peter Hollmann für einen zwielichtigen Hilfsarbeiter gehalten, auf einem Schiff während der Überfahrt von Amerika nach Europa. Dort lernt er eine blinde Passagierin kennen und lieben, die in Wirklichkeit die Millionärstochter Rosemary Bancroft ist, mit welcher Hollmann gegen seinen Willen, da besagte Frau nicht kennend, zwangsverheiratet werden sollte. Beide ahnen nicht in wen sie sich verliebt haben...


Der Betrüger und der blinde Passagier...

Im Gegensatz zu den meisten anderen Komödien in denen Peter Alexander einen Schelm spielt gerät die zentrale Figur einmal nicht aufgrund eigener Lügen in eine verzwickte Verwechslungssituation. Diesmal ist die Hauptfigur selbst das Opfer. Und dass die Wahrheit nicht all zu schnell ans Tageslicht rückt verdanken wir einem recht guten Drehbuch, welches die Irrungen und Wirrungen aufgrund stets neu aufkommender Beweggründe einzelner Beteiligter immer im Blick behält. Zwar ist den Beteiligten kein Wunderwerk der leichten Komödie geglückt, aber kurzweilig ist „Ich zähle täglich meine Sorgen“ durchaus ausgefallen.

Die Musikauswahl ist eher enttäuschender Natur, einzig der titelgebende Song weiß zu gefallen. Der Rest bewegt sich im Mittelmaß, wird oftmals aber durch einfallsreiche Tanzeinlagen aufgefangen. Gerade die imposante Gruppen-Tanzszene, welche das Finale einleitet, entpuppt sich als wahrer Hingucker, bevor die interessante, wie zum Schmunzeln anregende Choreographie in einer Massenschlägerei endet.

Zum positiven Gesamtbild trägt auch Peter Alexanders weibliche Begleitung Ingeborg Schöner bei, die nicht nur der niedliche Sidekick Alexanders sein darf, sondern in ihrer frechen Rolle verspielt aufblüht und sichtlich Spaß am Spiel und Tanz verspürt, was schließlich auch den Zuschauer ansteckt. Zudem ist ein Gunther Philipp an der Seite Alexanders stets ein Pluspunkt. Zwar sind seine Auftritte nicht so herrlich komisch ausgefallen wie in „...und sowas muss um acht ins Bett“ oder „Hilfe, meine Braut klaut“, aber auch als Schurke und eher unfreiwilliges Anhängsel Alexanders weiß er zu gefallen. Den ruppigen Part, den sonst er übernimmt, darf diesmal Paul Esser in der Rolle des Kapitäns spielen, der mit seinem Seemannsschimpfen einen eigenen recht interessanten Charakter entwickelt hat.

Ansonsten folgt alles dem üblichen Muster dieser Art Film, inklusive eines Happy Ends, in welchem sich alle Unwahrheiten schneller aus dem Weg schaffen lassen als man meinen sollte, wobei lediglich der Handlungsstrang um das nach Hollmann buhlende Modell nicht zu Ende gedacht wird. Wurde sie während der Hauptgeschichte noch als oberflächliche Person dargestellt, die lediglich der Karriere und dem Geld wegen etwas mit dem Modedesigner anfangen wollte, so scheint sie in ihrem stummen Auftritt während der Schluss-Sequenz glücklich mit ihrem falschen Hollmann zu sein, von dem wir nicht wissen ob er über eine erfolgreiche Vertragsvermittlung nun auch halbwegs reich geworden ist.

Wie auch immer, Freunde von Peter Alexander-Romantik-Musik-Komödien kommen auf ihre Kosten. Wer dies nicht ist wird auch mit „Ich zähle täglich meine Sorgen“ nicht viel anfangen können, dafür ist der Streifen zu innovationslos, bietet zu wenig wahre Lacher oder anderweitigen Sehwert. Erst wer den Charme der beiden Hauptdarsteller spürt wird auch mit diesem kleinen nostalgischen Ausflug in die 60er Jahre glücklich werden.


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