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Donnerstag, 9. Februar 2017

(K)EIN VATER GESUCHT! (Man of the House 1995 James Orr)


Seit sein Vater vor Jahren mit seiner Sekretärin durchgebrannt ist, haben Ben und seine Mutter sich ein gemeinsames neues Leben eingerichtet. Als die Mutter ankündigt wieder zu heiraten, sieht Ben dies als unnötigen Störfaktor. Jack zieht probeweise bei den beiden ein, und Ben unternimmt alles ihn wegzuekeln. Helfen soll ihm dabei u.a. ein peinliches Vater-Sohn-Indianerprojekt, das zwar anfangs seine Wirkung zeigt, Jack auf Dauer jedoch eher hilft, anstatt ihn dazu veranlassen aufzugeben...


Hockender Hund...

Wer glaubt Chevy Chase bei dem Versuch das Herz seines Stiefsohnes zu erobern so herrlich albern in seiner klassischen Nervensägenrolle zu erleben wie in „Schöne Bescherung“, "Funny Farm" oder „Cops und Robbersons“, wird sich wundern wie bodenständig der groß gewachsene Mann seine Rolle als Jack anlegt und wie selten er zur Tolpatschnummer greift, die eigentlich so typisch für ihn ist. Ohnehin ist der Komiker, der auf andere Art auch in „Fletch - Der Troublemaker“ und „Drei Amigos!“ zu belustigen wusste nur selten derjenige, dem wir echte Lacher verdanken. Das liegt aber auch daran, dass wir mit „(K)ein Vater gesucht!“ gar keine Komödie vorliegen haben, die es auf große Lacher anlegt. Die Gesamtsituation soll zum Schmunzeln anregen, während ansonsten der typische Disney-Schnulz anvisiert wird.

Das schmeckt nicht jedem, und gerade in den 90er Jahren, mit seiner neu aufkommenden Mentalität, die im Film sogar direkt angesprochen wird, hätte solch ein Werk eine Katastrophe werden können, kenne ich doch kaum Spielfilme aus dem Hause Disney, die ab besagtem Jahrzehnt funktioniert hätten. Da trieft es vor Kitsch aus jeder Pore, Moral wird von allen Seiten gepredigt und stets wird vorgelebt wie man zu leben habe. Das ist in „Man of the House“ (Originaltitel) nicht viel anders, lediglich die Dosis wurde reduziert. Trotzdem muss man außerdem Sympathie zu der Besetzung aufbauen können, um das Ergebnis als erträglich zu empfinden. Ob es Jonathan Taylor Thomas, die einzig brauchbare Kinderbesetzung aus „Hör mal wer da hämmert“, ist, George Wendt, der „House“ und die TV-Serie „Cheers“ zu dem machte was sie ist, oder allen voran Chevy Chase in der Hauptrolle, sie sind es die den Film trotz all seiner Disney-Krankheiten so angenehm werden lassen und aus der aus Wohlstand geborenen Theatralik sogar ein rührendes Werk gestalten.

„Man 2 Man“ (Alternativtitel) ist rührselig ausgefallen und für seine grundlegende Thematik viel zu brav gestrickt. Aber die meisten wichtigen Darsteller finden Gefallen an ihren Rollen, und dies weiß der Film auch zu übertragen, ohne aus ihm gleich das große Ergebnis zu zaubern. Wenn alle mit einem Augenzwinkern agieren, sichtlichen Spaß an der Choreographie eines Regentanzes haben und sich menschlich von ihren charmantesten Seiten zeigen, dann mag man das theoretisch so schlecht klingende Projekt eigentlich doch ganz gerne und öffnet ihm sein Herz, wissendlich von Disney einmal mehr diesbezüglich manipuliert worden zu sein.


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