SPIONE WIE WIR (Spies Like Us 1985 John Landis)


Im kalten Krieg steht eine streng geheime Mission innerhalb der feindlichen Linien Russlands an. Damit die echten Spione ihrer Arbeit ungestört nachgehen können, werden zwei weniger nützliche Mitarbeiter der Regierung als Lockvögel eingesetzt, um die Gegenseite zu beschäftigen. Ausgewählt werden die ahnungslosen Bürohengste Fitz-Hume und Millbarge, die gerade eine Agentenprüfung auf besonders idiotische Art vergeigt haben...


Doktor, Doktor, Doktor, Doktor...

In den 80er Jahren war Dan Aykroyd neben Steve Martin einer der erfolgreichsten Komiker des amerikanischen Kinos, die einen guten Teil ihrer Filme auch selbst geschrieben haben. Zusammen mit zwei Co-Autoren realisierte Dan Aykroyd ein Drehbuch aufbauend auf einer eigenen Idee, und da der von ihm geschriebene „Ghostbusters“ ein Jahr zuvor finanziell eingeschlagen ist wie eine Bombe, stand dem guten Mann auch ein recht gutes Budget zur Verfügung - passender Weise zu einem Thema, in welchem selbst eine Bombe zum Mittelpunkt der Ereignisse wird. Dank der großzügigen Finanzierung werden dem kunterbunten Treiben um zwei vertrottelte Agenten Hightech-Szenen zur Verfügung gestellt, die es Regisseur John Landis erlauben einen relativ detailierten Blick auf die Raketentechnik, jene der Satelliten und manch andere Bereiche zu werfen. Nötig hätte dies eine Geschichte, die lediglich den üblichen Albernheiten seiner Comedystars dient, nicht gehabt, ein Hingucker sind diese technischen Gimmicks jedoch durchaus.

Wie in fast jedem Aykroyd-Werk werden solche Hingucker jedoch etwas zu sehr auf Kosten der Komik und der Geschichte ausgereizt. Zwar weist „Spione wie wir“ eine angenehme, nicht überfrachtete Gagdichte auf und bietet mit Chevy Chase an Aykroyds Seite einen weiteren hochkarätigen Komödianten, Momente des humoristischen Leerlaufs machen sich trotzdem gelegentlich breit, mehr denn je gegen Ende, wenn das Demonstrieren optischer Reize immer mehr den Eindruck macht mit dem Budget und seinen Möglichkeiten protzen zu wollen, anstatt sie lediglich dem Nutzen der zu erzählenden Geschichte zu unterstellen. Da das Ergebnis jedoch trotzdem unterhaltsam ausgefallen ist, muss man nicht all zu streng mit diesen kleinen Lachpausen sein. Überraschender Weise überragt auch gelegentlich eine unerwartete Actiondominanz das Geschehen, fast so als würde man bereits für „Lethal Weapon“ den Genre-Mix proben, um so schöner ist es, dass inmitten dieser gelegentlichen Actionorgien und High Tech-Spielereien trotzdem Platz für die plattesten Kalauer bleibt, die „Spies Like Us“ (Originaltitel) seinen eigentlichen Charme bescheren.

Chase darf hier des öfteren ähnlich lustige Sprüche loslassen wie in seinem „Fletch - Der Troublemaker“, Aykroyd besticht wieder einmal mit seinem zurückhaltenden, schüchternen Charme, der im richtigen Augenblick die Komik aus einer ganz naiven Ecke losfeuert, und insgesamt weiß einfach der Aufhänger zu gefallen, dass zwei Ahnungslose, ähnlich wie in „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“, zum Spielball zweier Spionagefronten werden, während sie sich, trotz offensichtlich fehlender Kompetenzen jeglicher Art, für echte Agenten halten. Das Ergebnis ist nicht ganz so gut ausgefallen wie im französischen Vergleichsfilm, allein schon weil Pierre Richards komplette Ahnungslosigkeit den Humorgrad immens erhöhte und seine naive Trotteligkeit die Arroganz der Helden des hier besprochenen Filmes übertrumpfte, aber auch das simplere Ergebnis von „Spione wie wir“ kann sich sehen lassen, vorausgesetzt man erwartet keinen großen Komödienknüller. „Spies Like Us“ ist eher schlicht ausgefallen wie Aykroyds „Schlappe Bullen beißen nicht“: nett, allerhand Schmunzelmaterial vorhanden, letztendlich aber doch wieder zu gewöhnlich geraten, als dass man das Ergebnis über den grünen Klee loben könnte.


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