KINDER DES ZORNS (Children of the Corn 1984 Fritz Kiersch)


Auf einer längeren Fahrt durch die Einöde Amerikas stößt ein Ehepaar auf einen verlassenen Ort. Doch der Schein trügt. In den Maisfeldern wohnen Kinder, die ihre Eltern und alle weiteren erwachsenen Bewohnern vor drei Jahren ihrem Gott geopfert haben...


Der, der hinter den Reihen geht...

Nicht nur für Stephen King, der das Thema mörderische Kinder mit seinem Hang zur Kritik an religiösem Fanatismus kombinieren konnte, besitzt die Geschichte ihren Reiz. Da aus beiden Elementen bestehend, zu einer Zeit in welcher mörderischen Kindern nur gelegentlich Beachtung im Kino geschenkt wurde, weiß die Geschichte von "Kinder des Zorns" theoretisch gesehen auch das Publikum zu interessieren. Es sei denn man setzt die Geschichte um, wie es Fritz Kiersch mit seinem Regiedebut getan hat. Ich verstehe nicht warum er den Zuschauer nicht in eine rätselhafte Situation hineingeschubst hat, um einen gewissen Spannungsbogen zu erzeugen. Stattdessen dürfen wir direkt zu Beginn den Taten der Kinder beiwohnen, und auch jedes weitere Rätsel, wie die Frage ob es um etwas Übernatürliches oder schlicht um religiösen Fanatismus geht, wird viel zu voreilig aufgelöst.

Dementsprechend zu schlicht ist das Ganze heruntergekurbelt. Zu den beiden Hauptfiguren baut man keinen wirklichen Bezug auf. Sie fahren ewig Auto, sind einem zu egal um sie zu mögen oder dies nicht zu tun, und man hat das Gefühl dass es ebenso ihren Darstellern erging, die sie lustlos spielen. Immer wenn die Geschichte Potential bietet, entscheidet man sich für die falsche weitere Vorgehensweise. Die gefangen gehaltene Frau im Maisfeld wird wieder zurück ins verlassene Dorf geschleppt. Der hintergangene Kinderanführer darf am Maiskreuz befestigt herumfluchen, ohne dass die Rache von der er redet eintritt. Das Entgegenwirken der stets wiederholten Propaganda, ein Weckversuch der Hauptfigur den gläubigen Kindern gegenüber, wird zu kurz und lieblos angerissen, anstatt gerade in diesem Punkt den wahren Kernmoment der Geschichte zu erkennen. Passend dazu wirken die zu banal gewählten Worte überraschend schnell für eine mehrjährige Gehirnwäsche, so dass das Grauen schneller beendet ist als vermutet.

Aber ohnehin hätte auch bei besserer Umsetzung genau jene Idee mehr Sinn gehabt, wenn es einzig um religiöse Fehlleitung ginge. Stattdessen muss auf "Blood Beach"-Art optisch eine übernatürliche Präsenz preisgegeben werden, was bei der fast schon öden Umsetzung aber zumindest für etwas Schauwert sorgt. Dass das Ehepaar die ihnen gestellten Rätsel auf der einen Seite dank billigster Drehbuchideen schneller löst als es der Geschichte gut tut, während sie auf der anderen Seite den Ernst der Lage nie ganz zu begreifen scheinen, braucht bei der bisher erwähnten Vorgehensweise nicht wirklich zu wundern. Über das zu mittelmäßig geratene Ergebnis könnte man klagen, braucht man aber nicht wenn man weiß, dass acht Jahre zuvor in Spanien mit "Ein Kind zu töten" ein wesentlich besserer Film mit der Ausgangslage, dass ein ganzes Dorf von seinen Kindern getötet wird, entstanden ist. Der hat alles was "Children of the Corn" (Originaltitel) fehlt: interessante Hauptfiguren, eine trockene, geladene Atmosphäre und eine rätselhafte Ursache die über all den schrecklichen Ereignissen schwebt.


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