PUPPET MASTER 11 - AXIS TERMINATION (Puppet Master: Axis Termination 2017 Charles Band)


Zwei Gruppen paranormal begabter Menschen, eine auf der Seite der Amerikaner, die andere auf jener der Nazis, kämpfen mit ihren übernatürlichen Kräften und dem Einsatz von Killerpuppen um eine altertümliche Schriftrolle, mit welcher man ein Lebenselixier erschaffen kann...


Endlich im Einsatz...

Ein Jahr bevor Fangoria mit "Puppet Master 12 - Das tödlichste Reich" ein Splatterfest entfachte, lieferte Charles Band seinen letzten Beitrag der von ihm erschaffenen Reihe ab, und toppt mit dieser vom Blutgehalt her all die Vorgänger, die unter seiner Produktion entstanden sind. Mag der Hauptteil des Streifens, der die Axis-Trilogie innerhalb der langlebigen Reihe beendet, auch das typische kostengünstige Hinhalten mit viel Geschwätz sein, wie es sich für einen Full Moon-Film gehört, so holen die Puppen im Finale doch all das nach, was dem Fan in manchem Teil oft vorenthalten wurde. Hier dürfen sie fleißig schnitzen, zerquetschen, Blutegel absondern, schießen und bohren. Auch ihre in "Puppet Master 10 - Axis Rising" erschaffenen Puppengegner kommen hier endlich zum Einsatz, wohingegen sie im Restfilm lediglich gelegentlich eingeblendet und einmal halbherzig eingesetzt werden. Neue Killerpuppen hat "Puppet Master 11 - Axis Termination" nicht zu bieten, weder auf der Seite der Guten, noch auf jener der Bösewichter.

Band gönnt sich lediglich eine Spielerei auf der Seite der positiv besetzten Schurken, darf doch eine untergebene Nazischlampe, typisch Bands skurrile Filmwelt, eine Spritzenhand besitzen, die sie gerne zum Einsatz bringt, was sie zu einem herrlichen Puppenersatz macht. Vielleicht soll aufgrund ihres strengen Tussiauftretens auch die Doppeldeutigkeit des Wortes Puppe hervorgehoben werden, keine Ahnung, Band denkt eigentlich nie um die Ecke, zumindest nicht ohne ganz direkt darauf zu verweisen, aber zu gefallen weiß diese eigentlich unnötige Spielerei definitiv. Freilich muss man sich im Vorfeld wie gehabt damit abfinden, dass alles sehr kostengünstig mit wenig Menschen an wenig Orten abgefilmt ist. Mancher Puppenmoment mag besser als bisher getrickst sein, für das Jahr 2017 ist das Niveau der Spezialeffekte trotzdem übel zu nennen. Man muss mit der Handschrift Bands sympathisieren, und die ist mit dem Finale der Trilogie glücklicher Weise wieder ebenso enthalten, wie im direkten Vorgänger. Der Start mit "Puppet Master 9 - Axis of Evil" war hingegen nicht typisch Band charmant ausgefallen. Stammzuschauer von Full Moon werden also ordentlich bespaßt, der Rest wird entweder zukünftiger Stammzuschauer, oder am infantilen Getue einer blödsinnigen Produktion verzweifeln.

Die menschlichen Figuren des Vorgängers treten nur zu Beginn des Filmes auf, um auch direkt sterben zu dürfen. Das ist besonders schade aufgrund des zwielichtigen Wissenschaftlers zu nennen, der mit seinem Wissen nun heimlich weitere Killerpuppen unabhängig von den Nazis hätte kreieren können. Vielleicht liegt es daran dass zwischen dem Mittelteil und dem hier besprochenen Schluss der Trilogie ganze fünf Jahre lagen und das Projekt somit nicht wie ursprünglich geplant beendet werden konnte. Aber da Band ohnehin ein Billigfilmer sondergleichen ist, verwundert einem das Neumischen der Karten nicht wirklich, wer weiß ob er überhaupt fünf Jahre zuvor einen Plan für eine Fortsetzung hatte. Der Typ macht halt einfach immer irgendwie weiter, seine Produktionsfirmen ebenso betreffend wie seine Filme.

Der Neuansatz erlaubt es ihm in seinem letzten Teil der Reihe noch einmal das Umfeld des Erstlings "Puppetmaster" aufzugreifen, in welchem sich ebenfalls medial veranlagte Menschen trafen. Hier kämpfen nun zwei dementsprechende Gruppierungen gegeneinander, stets Zauberkräfte a la "Rexosaurus" demonstrierend, um von dem Umstand abzulenken, dass eigentlich nichts wirklich passiert, damit aber auch direkter den Bereich der Fantasy streifend, als für diese Horrorreihe eigentlich üblich ist. Zu Begegnungen zwischen den beiden Fronten kommt es fast nie, Hinhalten ist lange Zeit angesagt, wenn auch nicht auf die öde Tour. Und das Finale weiß dann, wie erwähnt, für alles zu entschädigen, hier geht die Post ab, hier bekommt der Fan der Reihe noch einmal alles geboten, was die schlichten Killerpuppen leisten können. Von nun an wird die Reihe in den Händen anderer Filmemacher sein. Aber ich glaube das wird der stets zu schlicht ausgefallenen Serie tatsächlich gut tun, auch wenn ich eigentlich mit dem Vieldreher Band sympathisiere.


Trailer,   OFDb

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