17.07.2020

SEXORGIEN IM SATANSSCHLOSS (1982)

Nachdem die Ehefrau des Schlossherren stirbt, steht die Tochter der beiden während des Schlafes unter einem ominösem Kontakt mit der Mutter. Keiner will ihr glauben...

Die geöffneten Augen der Leiche...

Ich erwarte sicherlich nicht viel von einem Horror, von dem es eine Pornofassung gibt. Selbstverständlich ohne Hardcore-Nerverei in der Soft-Fassung gesehen, bekam er blauäugig dennoch eine Chance, obwohl man mit Kenntnis der Porno-Produktion bereits im Vorfeld nichts vom Schauspieltalent erwartet und mit plumper Schnittsetzung zu rechnen hat. Die ist tatsächlich recht wunderlich ausgefallen, sogar jenseits der zu erwartenden Sex-Schnibbelei, sind manche Übergänge, wie die Zwischeneinblende einer nächtlichen Außenaufnahme, doch derart kurz gesetzt, dass man sich fragen darf, warum sie überhaupt gezeigt wurde. Atmosphärisch stimmig ist es zumindest nicht, wenn eine Einblende geschätzt etwa eine Sekunde ausfällt. Plump fällt "Satan's Baby Doll" (Alternativtitel) zudem dann bereits auf, wenn allein in den ersten fünf Minuten x-mal ein und die selbe Back-Zoom-Aufnahme des Schlosses auf den Klippen gezeigt wird, einmal auch eine vom Blickwinkel her leicht variierte zusätzliche, eigentlich gleicher Art. Schnell wird die geringe Erwartungshaltung dieses Mario Bianchi-Werkes noch um einen großen Anteil weiter zurückgeschraubt.

So halbwegs modrig die Gruft auch wirken mag, und so wunderbar trashig wie eine Mumienszene im letzten Drittel auch ausgefallen sein mag, beides sind Ausnahmen in einem dröge abgefilmten Streifen, dessen Schloss-Location zu steril geraten ist, dessen Darsteller wie zu erwarten zu plump agieren und dessen Geschichte etwas arg eindimensional ausgefallen ist. Nach etlichen Minuten des Nichtgeschehens, inklusive einer heimlichen Masturbations-Traumvorstellung, von der man in der gekürzten Fassung nur noch die nackte Oberweite der Selbstbefriedigten zu sehen bekommt, was das Einbringen dieser Szene in dieser Version umso unnötiger macht, darf sich immer wieder mal wer hinunter zur Gruft bewegen, um auf den nackten Leichnam der Schlossherrin zu stoßen. Dann wird mal gekreischt, weil sie die Augen öffnet, ein Diener darf wie in Trance in einen lebenden Hahn beißen und die Tochter darf nekrophile Sextechniken in der Gruft scheinbar sicher in ihrem Schlafgemach im Schlaf an sich selber spüren, das kommt aber alles so unaufgeregt und versteift inszeniert daher, dass einen alle dies schlecht Dargebotene schlichtweg kalt lässt. Die deutsche Synchronisation geht in Ordnung, Nacktheiten werden viel eingefangen, aber lustlos und fast schon bieder. Und dass man "Dr. Porno und sein Satanszombie" (Alternativtitel) fast kaum ohne Vorspultaste geguckt bekommt, so langweilig wie er daher kommt, trotz einer geringen Laufzeiz von etwa 70 Minuten, wird wohl niemanden nach der Aufzählung der Defizite mehr verwundern.  OFDb

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