Donnerstag, 26. Juli 2012

THE DARKLING (2000 Leong Po-Chih)


Der junger Arbeiter Jeff und der Millionär Rubin lernen sich über ihre Begeisterung für Autos kennen. Zudem ist der reiche der beiden an Okkultismus interessiert und besitzt einen Geist, auf dessen Rat hin er all seinen Besitz und Erfolg erhielt. Der dunkle Geist beschließt seinen Besitzer zu wechseln und tötet die Frau Jeffs, um sich in dessen Leben einzuschleichen. Der naive Mann beißt an...


Sklave der dunklen Macht...

„The Darkling“ ist ein schlichter TV-Film, und das sieht man ihm von der ersten Minute auch gleich an. Damit schraubt man die Erwartungen als Zuschauer auch gleich etwas herunter, jedoch nicht vollkommen, da „The Darkling“ als Titel zu gefallen weiß, und Regisseur Leong Po-Chih immerhin auch verantwortlich für „Die Weisheit der Krokodile“ war, einem überdurchschnittlichen Werk in ungewöhnlichem Umgang mit dem Thema Vampirismus.

An „The Darkling“ ist so gar nichts ungewöhnlich, erzählt er doch vom altbackenen Thema wie jemand unter dunklen Einflüssen reich wird, damit jedoch jegliche Freiheit über sich und sein Leben verliert, um schlussendlich zu erfahren, dass er austauschbar ist. Das hätte sich der angeblich helle Kopf Jeff jedoch längst selbst denken können, denn sollte man beim Lesen der Geschichte meinen, dass der Held gewitzt vom Geist eingelullt wird, muss man beim Zuschauen feststellen, dass er erschreckend offen mit der Situation konfrontiert wird, womit seine Moral und das über Bord-Werfen dieser zur unglaubwürdigen Witzvorstellung verkommt.

Und darin liegt der Hund begraben: man will so gar nicht mit der Hauptfigur des Streifens mitfiebern. Trauer hin oder her, aber der gute (bzw. eher nicht so gute) Mann war sich vollkommen im klaren worauf er sich einließ. Und der alte Millionär ebenso, der, Sklave des Geists hin oder her, seinen Tod trotz aller Gier scheinbar zu akzeptieren weiß, wenn er ausgetauscht wird - ein Fakt den unser Held ebenfalls mitbekommt und damit ebenso weiß dass auch seine Stunde eines Tages schlagen wird.

Dass das neue Ziel des dunklen Geistes nach Jeff ausgerechnet seine Tochter sein würde, hätte er freilich nicht gedacht. Alle Versuche diese Partnerschaft zu verhindern rütteln ihn immerhin wieder auf, münden aber doch nur in der typisch überraschenden schwarzen Pointe, die für einen Film dieser Art so gar nicht überraschend ist. Denn diese ist geradezu „Twilight Zone“-typisch, eine Beschreibung die zum kompletten Werk passt, dessen Geschichte jedoch zu lang und undurchdacht ausgefallen ist, als dass sie der Vergleichsserie tatsächlich gerecht werden könnte.

„The Darkling“ hätte eventuell noch als Kurzfilm funktionieren können, aber selbst dann wäre ihm seine zu altbackene Geschichte in die Quere gekommen. Die Laufzeit auf Spielfilmlänge und das gewöhnliche, erschreckend einfallslose Drehbuch machen dem Ergebnis jedoch einen Strich durch die Rechnung.


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