Samstag, 8. September 2012

ROBOT MONSTER (1953 Phil Tucker)


Die Menschheit wurde von Außerirdischen fast komplett ausgelöscht. Lediglich sechs Menschen überlebten. Also schicken die Invasoren ein Affenwesen auf unseren Planeten, um die Überlebenden zu eliminieren...


King Kong aus dem All...

Dieses nie in Deutschland erschienende Werk gehört mit zu den grotesk schlechtesten Filmen die ich je sah. Aufgrund dessen macht er einen Heidenspaß. Das Kostüm bietet hierbei die Krönung: der Aggressor ist ein Gorilla mit einem Astronautenhelm auf dem Kopf. Da dürfte selbst damals keine Spur von Spannung aufgekommen sein.

In dem sehr kostengünstig produzierten Streifen konnte man sich wohl auch kein künstliches Licht leisten, denn viele Szenen spielen am Eingang einer Höhle, aber niemals in ihr drin. Alles was professionelle Elektronik einer fremden Kultur suggerieren soll, wirkt wie das was es in Wirklichkeit ist: da werden einfach sinnlos ein paar elektronische Geräte aneinander gereiht (nicht einmal ineinander eingesteckt), dann werden noch schnell ein paar Seifenblasen ins Bild geblasen und schon haben wir eine überlegene Technik aus einer fremden und uns sonderbar scheinenden Welt. Die einzig überzeugenden Spezialeffekte (Dinos die einander töten) sind einem anderen Film entliehen.

Die Darsteller agieren schlechter als in alten Monsterstreifen damals ohnehin schon üblich. Die Musik wirkt wie aus einem Kinderfilm entliehen, und wer den Film zu Ende geguckt hat, was bei seiner kurzen Laufzeit nicht sehr schwierig ist, weiß auch warum: am Ende war alles nur der Traum eines kleinen Buben. Als wäre dieser Gedanke als Pointe nicht schon bescheuert genug, wirkt er umso mehr, wenn man sich daraufhin einmal zurückentsinnt, was in dem Film so alles passiert ist. So stößt man z.B. auf einen Subplot, der von einer Hochzeit mit kitschigen Dialogen und einem Hauch Pseudo-Romantik handelt. Ein Vater entschuldigt sich, weil er den Part des Pfarrers übernehmen muss, usw. Klar! Das sind sicherlich genau jene Elemente, die ein kleiner Junge in eine solche Geschichte mit hineinträumen würde.

Für weitere Belustigung sorgt zudem die sehr strenge und dunkle Stimme des Bösewichts, erst recht wenn man bedenkt wie oft er trottelig tapsig durch die Gegend stampft und wie schlecht er darin ist seinen Auftrag zu erfüllen. Da hat die außerirdische Rasse die Möglichkeit in nur kurzer Zeit einen ganzen Planeten fast komplett auszuradieren, und dann scheitern sie an 6 Menschen, die auf simplere Art zu töten wären anstatt mit Hilfe dieses umständlich agierenden Affenviechs.

Also liebe Freunde des ungewöhnlichen Films! Holt euch den Film, und die Party kann steigen. Manch einer trinkt Alkohol zur Spaßsteigerung schlechter Filme. Aber glaubt mir, „Robot Monster" entwickelt solch eine Eigendynamik im Bereich der unfreiwilligen Komik, dass dieser zusätzliche Rausch gar nicht mehr nötig ist.


Trailer,   OFDb

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