13.12.2020

THE RESURRECTED (1991)

Der Privatdetektiv John wird von Claire engagiert, da ihr Mann Charles sich aufgrund ominöser Experimente immer mehr zurückzieht und merkwürdige Lieferungen erhält, die Grabschändung vermuten lassen. Der Detektiv findet heraus, dass Charles auf Aufzeichnungen eines okkulten Vorfahren gestoßen ist. Sich zunehmend in diese hineingesteigert, wird sein Verhalten wahnsinniger, so dass er in eine Nervenheilanstalt gesperrt wird. Aber weitere Nachforschungen lassen John vermuten, dass an der Hexerei, die beide Generationen betrieben haben, etwas wahres dran sein könnte. Und so stößt er zusammen mit seinem Mitarbeiter und Claire im unterirdischen Labor auf ein schreckliches Geheimnis...

Der rechtmäßige Besitzer des Fleisches...

Bereits als Jugendlicher sichtete ich "The Resurrected", wurde er doch seinerzeit auf Video aufgrund des wieder verwendeten Totenkopf-Motivs des Posters von "Tanz der Teufel 2" und aufgrund seines dreisten Alternativtitels "Evil Dead - Die Saat des Bösen", als Fortsetzungs-Täuschung von Raimis großartigen, damals noch zwei, Dämonen-Horrorfilmen veröffentlicht. Das weckte freilich falsche Erwartungen, steckte hinter der zweiten und letzten Regie-Arbeit von "The Return of the Living Dead"-Regisseur Dan O'Bannon doch stattdessen die dritte Verfilmung eines Stoffes nach H.P. Lovecraft um Forschung über Wiedererweckung. Trotz anderer Erwartungen gefiel mir der Film seinerzeit recht gut, Erinnerungen hatte ich nach all den Jahren jedoch kaum noch an ihn. Einzig dass ein verstorbener Magier über einen Nachfahren zurück ins Leben gerufen wird und diesen letztendlich austauscht, blieb mir in Erinnerung. Und dass sich die rätselnden Protagonisten diesem Geheimnis nähern, ist für Stammzuschauer schnell zu erkennen, so geheimnisvoll in klassischer Detektivgeschichte gepackt das Ganze auch erzählt sein mag. 

Aber die Erkenntnisse dessen, was Charles so alles entdeckt hat, gehen wesentlich weiter über diesen Ansatz hinaus, und somit wird das sich in Sicherheit wiegende Publikum dann doch überrascht und herausgefordert. Denn der Stoff wird weit fantasievoller ausgearbeitet, meist nur mit Andeutungen versehen, welche die Fantasie des Zuschauers selbst beflügelt und mit den Halbinformationen umso mystischer, unheimlicher und geheimnisvoller wirken. Zudem wird aus einem für ein breites Publikum angenehm routiniert scheinenden Stoff eine an "Hellraiser" und "Re-Animator" erinnernde Monster-Show beeindruckender Effekte um Mutationen und Fleisch, welche dem Mainstream-Publikum den Magen umdrehen wird. Wundervoll anzuschauende handgemachte Effekte wissen zu begeistern und anzuekeln gleichermaßen. Das sollte man als Horror-Fan gesehen haben, zumal die Ekeleffekte mit dem mystischen Bereich der Geschichte Hand in Hand gehen, in spannungsgeladene Momente gepackt werden und damit nicht einzig zum Selbstzweck verwendet werden. Die letzte halbe Stunde bietet so einiges, das man nach der ersten eher gemütlich erzählten Stunde nicht erwarten würde. 

Schon zuvor wusste "The Resurrected - Die Saat des Bösen" (Alternativtitel) zu gefallen, aber mit dem Wandel im letzten Drittel wird der Streifen zu mehr als zum kleinen Genre-Beitrag für zwischendurch. Er wird eine wahre Empfehlung für den Horror-Freund, wenn auch nur in der Originalfassung. Denn die deutsche Synchronisation ist von der Sprecherwahl her äußerst mittelmäßig ausgefallen und fängt die Stimmung somit keineswegs ein. Umso atmosphärischer guckt sich der auf der DVD ebenfalls vorhandene englische Ton, dem man zudem einen deutschen Untertitel zuschalten kann, gerade auch weil hier keine 08/15-Mimen besetzt wurden, sondern geschulte Schauspieler, die nicht nur mimisch wissen was sie tun, sondern ihre Texte auch dementsprechend professionell betonen. Allen voran sei als Bösewicht nach "Fright Night" wieder einmal Chris Sarandon erwähnt, der einige wahrlich schauderhafte Auftritte absolviert. Gefreut habe ich mich zudem über das Mitwirken von Robert Romanus, der mir seit "Ich glaub' ich steh' im Wald" cineastisch nicht mehr bewusst begegnet ist. Dass Dan O'Bannon, den die meisten nur als Drehbuch-Autor von "Alien" kennen werden, nach zwei solch guten Filmen keine weiteren mehr inszenierte, ist äußerst schade zu nennen. Gesehen haben sollte man beide, wenn auch nur als Horror-Interessierter.  OFDb

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