Mittwoch, 1. Januar 2014

BALDUIN DER FERIENSCHRECK (Les grandes vacances 1966 Jean Girault)


Schuldirektor Balduin schickt seinen ihn beschämenden Sohn als Austauschschüler nach Schottland. Der schickt an seiner Stelle jedoch einen Schulfreund dorthin und plant eine Bootssause mit seinen Kumpels...


Ausgetauschter Schüleraustausch...  

Eine flotte Musik bringt genug Schwung um gut gelaunt in einen Film einzusteigen, der von der Thematik her den Zeitgeist Europas traf. Kurz bevor Deutschland mit seiner Lümmel-Reihe startete und Italien mit ihrer Flotten Teens-Reihe folgten, da startete Frankreich in Kooperation mit Italien durch und präsentierte „Balduin, der Ferienschreck“, der ähnlich wie „...und sowas muss um acht ins Bett“ mit Peter Alexander noch aus Sicht des Pädagogen erzählt war und ihn zum Zentrum des Geschehens machte. Und eine Zeit lang geht dies auch gut, gerade dann wenn die Geschichte in drei Themenbereiche aufgeteilt ist, vier wenn man den vertauschten Austauschschüler noch mit dazu zählt. 

Zu diesem Zeitpunkt stimmt fast alles, mag sich der Film auch teilweise etwas zu brav oder verkrampft mit Blick von heute gucken. Irgendwann verliert man jedoch den Sinn des ganzen aus den Augen. Zur Hälfte des Filmes etwa gibt es ewig wechselnde Schwerpunkte, die selbst den Running Gags schaden, und das Finale, welches sich mit dem Verhindern einer Hochzeit beschäftigt, weiß kaum noch zu interessieren. Das Gegenüberstellen französischer und englischer Macken ist hingegen geglückt, so dass das Zusammenspiel mit Funès gleichaltrigem Partner tatsächlich eine funktionierende Chemie ergibt. 

Dass dem Film zwischendurch immer mal wieder die Luft aus geht, merkt man im übrigen immer wieder dann, wenn das flotte Lied in seiner Dauerwiederholung hin und wieder nicht mehr mitzureißen weiß und etwas gewollt auf flott getrimmt wirkt. In Sachen peinlicher Alternativtitel schießt dieses etwas wirre Werk im übrigen den Vogel ab: „Der Brausekopf mit den Sausebeinen“ mag schon auf die sprunghaften Ortswechsel der Geschichte anspielen, den Zuschauer auf diese orientierungslose Odyssee vorbereiten kann er jedoch nicht.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen