Montag, 24. März 2014

EIN JAHR VOGELFREI! (The Big Year 2011 David Frankel)


Vogelbeobachter nehmen sich ein Jahr Zeit um den Wettbewerb im Birding zu gewinnen, bei welchem jener der Sieger ist, der die meisten Vogelarten gesichtet hat...


Amsel, Drossel, Fink und Kinostars...

In manchen Ländern, wie z.B. in den USA, ist das Birding, das wir hier schlicht als Vogelbeobachtung kennen, ein heißbegehrtes Hobby unter Gleichgesinnten. Und obwohl sich diese Leute für ihre Freizeitbeschäftigung teilweise so viel Zeit nehmen, dass sie sogar mit dem Flugzeug durch die Gegend ziehen um in bestimmten Jahresabschnitten seltenere Vogelarten an ganz speziellen Orten aufzuspüren, darf man sich als Cineast berechtigt die Frage stellen: lohnt sich ein Film über Menschen, die Vögel gucken?

Nun ja, klingt als Drama plump, mag aber sicher als Komödie funktionieren, denkt man sich im nächsten Schritt. Und Jack Black, Owen Wilson und Steve Martin auf der Besetzungsliste klingen dann doch verführerisch, auch wenn sie alle ihre beste Zeit hinter sich haben. Aber scheinbar lockten diese Stars nicht nur das Publikum, sondern auch die Produzenten. Schaut man sich das müde und ereignislose fertige Produkt an, bekommt man das Gefühl, dass da nur Geld wegen der Stars floss. Warum sollte man sonst Kapital in dieses Projekt fließen lassen? Weil man den ersten Film über das Birding als Hauptthema fertigstellen wollte? Wohl kaum! Andererseits: wer weiß?!

„Ein Jahr vogelfrei!“ ist nun nicht die Schlaftablette, die man nach diesen Zeilen vermuten würde, auch wenn ich nach 30 Minuten dachte, dass ich eine komplette weitere Stunde nicht überstehen würde. Ab einem gewissen Punkt interessiert man sich als hartnäckiger Zuschauer dann schon wie die recht vorhersehbare Geschichte ihr Ende findet, zumal keine der Figuren bösartig gezeichnet ist. Wer soll also gewinnen?

Jedoch geht alles so versöhnlich vonstatten dass die Geschichte ohne Schmackes erzählt wird. Selbst die Schurkenrolle, die Owen Wilson zugeschrieben bekommt und auch schon des öfteren zur Zufriedenheit des Publikums bewerkstelligt hat, wird viel zu nett dargestellt, was zwar zum Ende hin für einige Überraschungen sorgt, aber statt dieser hätte ich definitiv lieber eine etwas schwungvollere Geschichte gesichtet.

Dass bei diesem Hobby in der Ruhe die Kraft liegt und der Film deswegen nicht der „Speed“ der Komödienwelt werden konnte/durfte, ist mir schon klar, aber ein Film über ein kaum nachvollziehbares Hobby, bei dem es lediglich darum geht mitzufiebern wer denn nun gewinnen mag, der scheint tatsächlich nur deswegen umgesetzt zu sein, weil irgendwer mit Geld das Birding irre aufregend findet. Somit ist „The Big Year“ (Originaltitel) ein Film mit schrulligen Figuren für schrullige Menschen, Menschen die rein zufällig voll aufs Vogelbeobachten abfahren. Bitte, soll‘s ja geben. Aber um mich zu unterhalten waren weder die Figuren schrullig genug, noch die Situationen a la Coen-Brüder  schrullig genug umgesetzt.


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