Schlombies Filmbesprechungen auf Facebook:

Sonntag, 2. März 2014

SUPERMAN 4 - DIE WELT AM ABGRUND (Superman 4: The Quest For Peace 1987 Sidney J. Furie)


Lex Luthor baut mittels der Gene Supermans und der Energie der Sonne einen künstlichen Menschen, der über zerstörerische Solarenergie verfügt...


Superman auf den Spuren Kirks...

Entgegen der Gerüchte Christopher Reeve habe seine Rolle als Superman dicke, war es besagter Schauspieler der die Idee der Geschichte von „Superman 4“ beisteuerte, scheinbar aber nur als einer von wenigen an solch ein Projekt glaubend, war es nach dem eigentlich mutigem, vom Publikum aber abgelehnten, Teil 3 schwer überhaupt noch Geldgeber für eine dritte Fortsetzung zu gewinnen. Dass Geld Mangelware war erkennt man bereits an den Spezialeffekten, die im Erstling von vor 9 (!!!) Jahren besser ausgefallen sind als hier.

Ärgerlich ist dies ganz besonders in den Flugsequenzen, die nur noch wie ausgeschnitten ins Bild gesetzt wirken. Und obwohl man sich scheinbar einer günstigeren Effektschmiede anvertraute, wurde trotzdem an der Anzahl von Effekten gespart. Viele wunderliche Vorgänge erleben wir als schlicht getricksten Budenzauber, beispielsweise die Vereisung Supermans im All und die Befreiung aus diesem Zustand, alles ohne sichtbaren Vorgang umgesetzt und stattdessen darüber mittels künstlichen Nebel bzw. durch banale Bilder einer Explosion hinweggetäuscht.

Manch andere Effekte entlieh man sich aus Archivmaterial oder umging sie komplett, indem man das Drehbuch schlicht hielt. Letzteres lässt sich nicht anwenden, wenn der Solarmann wüten darf. Doch die Apokalypse, die er im Kampf gegen Superman über die Menschheit bringt, wird über ein paar gelegte Feuerchen und billige Expolisionen gezeigt. Das ist etwas schlicht für einen Kinofilm und wird versucht zu kompensieren, indem wir einen endlosen Kampf zwischen Superman und dem Solarman beiwohnen müssen, was das Finale endgültig ruiniert, so dass in diesem Punkt Teil 3 und 4 ihren gemeinsamen Schwachpunkt besitzen.

Dass der Kampf gegen solch einen Solarmenschen nicht sonderlich vom Hocker reißt nachdem Superman in Teil 2 gegen drei Supermänner kämpfen durfte, dürfte nicht verwundern. Aber „Superman 4“ ist ohnehin so sehr als Lightversion seiner Vorgänger umgesetzt, dass er sich insgesamt sowieso nur wie ein kleiner TV-Film guckt, und das ist schon etwas schade, schaut er sich doch trotz seiner Schlichtheit etwas entspannter als der arg bemühte Teil 3, auch wenn dieser qualitativ dem hier besprochenen Teil 4 um Längen voraus ist.

Dass man sich in den „Superman"-Filmen stets dem simplen, naiven, kindlichen Kern der Comics zuwandte, war immer Pluspunkt der Filme und rettet den so schlicht gestrickten Teil 4 ein wenig vor seinem totalen Absturz, macht es doch Spaß das banale Abenteuer zu sichten, welches mal wieder von Lex Luthor ausgelöst wird (allein er als ständiger Gegner wäre in einem Superhelden-Film von heute nicht mehr denkbar, wo man ewig nach neuen Gegnern lechzt). Gene Hackman spielt zwar nicht mehr mit selber Freude wie in den ersten beiden Filmen, ist aber noch immer Pluspunkt, wenn im Vorspann mittlerweile auch nur noch an zweiter Stelle nach Christopher Reeve genannt.

Ein wenig Zeitgeist beweist der Streifen in seiner Thematik, geht es parallel zum Solarman doch auch um die nukleare Bedrohung, die sich im kalten Krieg immer mehr hochgeschaukelt hat. Und obwohl es Superman untersagt ist sich in die Entwicklung des Menschen einzumischen, geht er einer Mission nach alle Atomraketen der Welt zu zerstören. Damit begeht er den selben Bruch den Captain Kirk in „Raumschiff Enterprise“ in so ziemlich jeder Folge begeht und den man als geradezu ur-US-amerikanisch bezeichnen kann. Eine solche Geschichte ist freilich ganz besonders naiv erzählt, entschuldigt jedoch nicht den obligatorischen Wandel von Supermans Meinung im Finale, von der man nicht weiß woher sie plötzlich kommt.

Es ist nicht schwer heraus zu lesen, „Superman 4“ ist ein arg simples Produkt. Aber mit dem Kind im Herzen und einem zugedrückten Auge kann man auch mit dem vierten Abenteuer des stählernen Blitzes seine Freude haben, nur ist dies eher kurzweilige Unterhaltung für langweilige Sonntag-Nachmittage und damit weit entfernt von der großen Kino-Kost des Teil 1. Verpasst hat man nichts wenn man Teil 4 ignoriert, zumal der fünfte Teil „Superman Returns“ ohnehin an Punkten ansetzt, die in Teil 4 nie angesprochen wurden. Wer nur die guten Filme der Reihe gucken mag, muss sie aber ohnehin bereits nach Teil 2 beenden.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen