Samstag, 1. März 2014

THE PURGE - DIE SÄUBERUNG (The Purge 2013 James DeMonaco)


Die Zukunft: einmal im Jahr zur selben Zeit ist für 12 Stunden jegliches Verbrechen legal. James, Verkäufer von Sicherheitssystemen, bereitet sich zusammen mit seiner Familie auf diese Nacht vor. Die Sicherheitsvorkehrungen sind getroffen. Aber es kommt alles anders als erwartet...


Immunität für Politiker...

Ganz weit entfernt erinnert die Idee von „The Purge“ an John Carpenters Erfolgsfilm „Die Klapperschlange“, auch wenn er sich vom Szenario her eher wie dessen „Das Ende“ guckt. Wesentlich mehr erinnert der Stoff um eine Bevölkerung im planmäßigen Ausnahmezustand  jedoch an eine längst vergessene Folge von „Raumschiff Enterprise“, eine Serie die mit so einigen Ideen ihrer Zeit voraus war. Doch mag der Grundgedanke des hier besprochenen Films auch nicht mehr der neueste sein, der erhobene Zeigefinger über die legalen Fragwürdigkeiten, wie so oft im Science Fiction-Genre präsentiert durch Übertreibungen mittels eines uns heute erschreckenden Zukunftsbildes, weiß in seiner Form zu wirken, guckt sich die an sich so realitätsfern klingende Idee doch recht authentisch und ist sie doch nicht völlig undenkbar, erst recht wenn man bedenkt wie oft man in seinem Leben über Unterhaltungen auf Menschen stößt, die Selbstjustiz gut heißen.

Mag sein dass in „The Purge" manch gesprochenes Wort fleißiger Säuberer etwas zu sehr nach Gehirnwäsche klingt, so als bete man Texte für einen Gott herunter, aber die mediale Manipulation in der Endlosschleife an sich, die Saat dieser nachgeplapperten Worte, ist schon ein treffender Fakt den wir bereits heute in Amerika und Europa beobachten können. Dass „The Purge“ in solchen Punkten zu Übertreibungen neigt, ist ein wenig schade, allerdings will der Film auch kein reines Werk der Moral sein. Regisseur James DeMonaco fühlt sich dem Unterhaltungsbereich verpflichtet, und der ernste Hintergrund arbeitet in zweiter Reihe mit.

Das ist auch gar nicht ärgerlich, wissen doch beide Bereiche zu wirken. Allerdings verärgert es mich schon ein wenig, dass die an sich nette Idee etwas arg extrem dem typischen Handlungsmuster gängiger Filme entspricht und dementsprechend recht überraschungsfrei vonstatten geht. Um so mehr kann man es DeMonaco hoch anrechnen, dass er es schafft spannende Suspense-Momente zu kreieren, Momente der Ruhe, meist in Dunkelheit gehalten, ein Aspekt der Vor- und Nachteile bietet, ist manche Szene für die ein oder andere Tat dann doch wieder etwas zu dunkel gehalten, so dass man nicht immer auf Anhieb begreift was nun konkret passiert ist.

„The Purge" hat also durchaus seine Fehler und Lücken, wird somit nicht zur cineastischen Besonderheit seiner Zeit, bietet aber immerhin solide Unterhaltung für einen spannenden Abend an dem man sich nicht entscheiden kann ob man lieber tiefgründig oder oberflächlich unterhalten werden will. Am Ziel vorbei geht die Gesellschaftskritik nicht, zu ernst nehmen kann man sie aufgrund nicht zu Ende gedachter Ideen jedoch auch nicht. „The Purge“ lässt nur an der Oberfläche Gut und Böse verschwimmen, geht im Kern aber dann doch zu sehr einer klaren Trennung beider Extreme nach. Manche Wissenslücke, die dadurch entsteht dass sich DeMonaco lobenswerter Weise auf ein festes Szenario konzentriert anstatt die Säuberung landes- oder städteweit zu zeigen, eignet sich wunderbar für alternative Fortsetzungen. An Ideen, Örtlichkeiten und Opfer-Täter-Bildern würde es nicht mangeln.

1 Kommentar:

  1. "[...]solide Unterhaltung für einen spannenden Abend an dem man sich nicht entscheiden kann ob man lieber tiefgründig oder oberflächlich unterhalten werden will"

    Sehe ich auch so! Ich finds irgendwie komischt, dass der Film, trotz sicherlich vorhandener Schwächen, so schlecht abschneidet. Bin gespannt wie der zweite Teil wird..

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