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Donnerstag, 8. Januar 2015

DEVIL'S PLAYGROUND (2010 Mark McQueen)


Ein Medikamt schlägt bei einer Versuchsreihe von 30.000 Menschen fehl und macht aus ihnen Wochen später blutrünstige Wesen, die Jagd auf Menschen machen. Ex-Söldner Cole macht sich auf die Suche nach der einzigen Teilnehmerin, die keine Nebenwirkungen gezeigt hat. Die ist bereits mit ihrer Freundin auf der Flucht, als in London die Zivilisation zusammenbricht...


3 Months Later...

Man kann nicht gerade behaupten dem Autor von „Devil‘s Playground“ wäre zur Zombie/Infizierten-Thematik etwas neues eingefallen. Das Gegenteil ist der Fall. Das komplette Szenario vom Ausbruch bis hin zu den Rettungsversuchen, dem Verbarrikadieren, einer Person als Rettung für die Menschheit und dem Fluchtversuch per Hubschrauber kennt man bereits, mal etwas besser, mal etwas schlechter umgesetzt, aus anderen Filmen. Mark McQueens Werk gehört zu denen der Kategorie „etwas besser“. Zwar ist ihm kein zweiter „28 Days Later“ oder „Zombie“ geglückt, so ein Mist wie „Terror Z“ ist aber auch nicht bei rum gekommen, eher ein Streifen auf dem Niveau von „Die Horde“.

Im Gegensatz zu dem spielt „Devil‘s Playground“ das ganze Szenario vom Ausbruch bis hin zum totalen Niedergang der Zivilisation noch einmal durch. An Romeros Ur-Trilogie angelehnt baut Autor Bart Ruspoli, der hier den Matt spielt, kaum Sympathiefiguren ein. Die untergehende Welt ist eine Welt derer die sich zu helfen wissen, und das sind keine Schicki-Micki-Teenager oder sozial engagierte Menschen, das sind Kämpfer, Menschen die mit der Neuordnung leben können und das Auge um Auge-Prinzip durchziehen können. Das verleiht dem Film eine Glaubwürdigkeit die vielen Werken fehlt, die beliebte TV-Serie „The Walking Dead“ mit eingeschlossen.

Die Charaktere sind zwar weder sympathisch noch tiefgründig ausgefallen, in ihrer Konstellation wie sie zusammentreffen aber interessant. Somit ist „Devil‘s Playground“ dann am stärksten, wenn die einzelnen Handlungsfäden zusammen laufen und die Figuren endlich aufeinander treffen. Trotzdem ist der Streifen auch schon vorher interessant erzählt, was er seiner flotten Erzählweise zu verdanken hat, die es schafft dass einem die immergleiche Genre-Sauce nicht auf den Senkel geht, sondern, ganz im Gegenteil, mitreißt. Keine leichte Aufgabe!

Sicherlich wird „Devil‘s Playground“ nicht jedem Vielseher des Genres gefallen, eben weil er keine eigenen Ideen besitzt. Kann man mit den Figuren und dem flotten Stil aber etwas anfangen, wird man für einen Videoabend prächtig unterhalten. Übertriebene Gewalttaten werden nicht zelebriert, auch hier bleibt McQueen beim Standard des Genres, wobei das Zombie-Genre nun wirklich nicht zu den zahmsten gehört, somit ist der Streifen trotzdem hart genug ausgefallen.

Von der Mitarbeit an einer TV-Serie einmal abgesehen ist „Devil‘s Playground“ bislang McQueens einzige Regiearbeit. Dafür dass er nur Altbekanntes noch einmal erzählt ist ihm ein kurzweiliger Film geglückt, so dass man vielleicht darauf hoffen darf, dass der gute Mann noch einmal im Horror-Genre zuschlagen wird. Dann kann er beweisen ob der hier besprochene Streifen ein Glückstreffer war oder nicht. Inmitten der endlosen Fließbandproduktion an Zombie- und Infiziertenfilmen sind es Werke wie „Devil‘s Playground“ die einem Mut machen trotz vieler Fehlschläge weiter dran zu bleiben und Filme dieser Art weiterhin anzutesten. Irgendwann ist vielleicht auch wieder ein Geheim-Tipp wie „Pontypool“ darunter.


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