Allein anhand des Vorspanns kann man sehen wie sehr sich die Zeiten geändert haben. 1987 wurde Dan Aykroyd, gerade auf dem Hoch seiner Karriere, noch vor Tom Hanks genannt, der erst sechs Jahre später mit „Philadelphia“ in den Olymp der erste Klasse-Schauspieler aufgestiegen ist. Bis es soweit war machte er durch leichte Rollen wie die des Streebek in Komödien von sich reden. So spielte er z.B. die (im Vergleich anspruchsvollere) Hauptrolle in „big“, „Scott und Huutsch“ und „Splash - Jungfrau am Haken“. Sein großes Können sieht man ihm in „Schlappe Bullen beißen nicht“ nur in den wenigsten Szenen an. Seine Rolle ist plump gezeichnet, soll lediglich die eines Sprücheklopfers sein, wie sie auch der mäßig begabte James Belushi hätte ausfüllen können.
Aber um hoch geistige Komik geht es hier ohnehin nicht. „Dragnet“ (Originaltitel), der sich im Titel und mit manchem Seitenhieb auf die Krimiserie „Polizeibericht“ bezieht, was die deutschen Titelgeber nicht begriffen haben oder begreifen wollten und dem Streifen deshalb den hirnverbrannten Namen gaben, den er bis heute in Deutschland trägt, ist eine simple Action-Komödie, mit Schwerpunkt auf Komödie gesetzt, versehen mit einer hanebüchenen Story, der es nicht wirklich um einen sinnvollen Ablauf geht. Man hüpft lieber von einer schrägen Idee zur nächsten, ohne dabei die tatsächliche Schräge eines „Die nackte Kanone“ zu erreichen. Manchmal hüpft man auch nur von Spruch zu Spruch. In solchen Momenten wirkt der Streifen etwas übel geschnitten, sind viele der Sprüche doch von vorgestern und werden durch den voreilig gesetzten Schnitt zur finalen Pointe einer Szene und geraten damit zu sehr in den Mittelpunkt, eine Last die sie nicht tragen können. Das schadet den fertigen Film an mancher Stelle.
„Schlappe Bullen beißen nicht“ ist aber immerhin amüsant genug erzählt um trotzdem Spaß mit ihm zu haben. Drei Autoren haben das Drehbuch verfasst, u.a. auch Regisseur Tom Mankiewicz, der in seiner Karriere recht wenig Filme und Serien gedreht hat und der auch für das kleine John Candy-Juwel „Jack allein im Serienwahn“ verantwortlich war. Auch Dan Aykroyd war am Schreiben des Drehbuchs beteiligt, hatte u.a. mit „Ghostbusters“ und „Blues Brothers“ auch Erfahrung in diesem Bereich, doch wie erwähnt: das Buch zu „Dragnet“ ist nicht wirklich der Renner. Stolz kann die Truppe nicht auf ihr Geschreibsel sein.
Dass „Schlappe Bullen beißen nicht“ trotzdem funktioniert, liegt hauptsächlich an den gut aufgelegten Stars. Gerade Christopher Plummer in der Rolle des Bösewichts spielt sich mit seiner sanften Art in den Mittelpunkt, wobei ihm seine deutsche Synchronstimme sehr zur Hilfe kommt. Köstlich wie unmännlich und gleichzeitig verlogen dieser Mann daher kommt. Das ist für einige Lacher gut. Auch Aykroyd hat sichtlich Spaß mit der Rolle des zugeknöpften Gesetzeshüters und weiß in seiner völlig übertriebenen Art zu belustigen. Tom Hanks ist wie erwähnt eher der Sprücheklopfer und kommt unfairer Weise am schwächesten weg.
Ein paar schräge Ideen wie eine Riesenschlange unter Drogeneinfluss, eine vor sich hin fluchende Hausverwalterin im Verhör und ein lispelnder Hugh Hefner für Arme wissen die ganze Chose humoristisch ein wenig aufzupeppen, meist dann wenn die Geschichte stillzustehen scheint. Vom übernommenen Titellied der Vorbild-Serie einmal abgesehen weiß die Musik weniger zu überzeugen. Auch hier hat Aykroyd fleißig mit komponiert, was jedoch stark an den im selben Jahr erschienenen „Police Academy 4“ erinnert. Immer wieder hatte ich deren „Citizens on Patrol“ im Kopf, wenn das aufgepeppte Hauptthema von „Schlappe Bullen beißen nicht“ anlief.
Der Verweis auf „Police Academy“ zeigt übrigens, dass man mit der Thematik die Serie „Polizeibericht“ und damit die Polizei parodieren zu wollen, nicht gerade auf ein mutiges Projekt setzte, sondern im Gegenteil auf ein sehr sicheres. Gesetzeshüter zu veralbern war gerade modern, womit man „Dragnet“ als Mitläufer dieser Welle bezeichnen kann, was erklären könnte, warum man sich mit dem Drehbuch auch nicht wirklich Mühe gab. Das sind harte Worte für einen Film der auf so leichte Art zu funktionieren weiß, aber wenn man bedenkt dass „Schlappe Bullen beißen nicht“ zu seiner Zeit eine Kinoproduktion mit namhaften Stars war, wird ein wenig Maulen diesbezüglich wohl kaum verboten sein. OFDb
Ne, man muß bei dieser unausgegorenen Albernheit sogar meckern. Dabei kommen insbesondere die Voiceovers im O-Ton noch viel besser rüber und Aykroyd wirkt wie ein pedantischer Hard-Boiled Cop, wo das die Synchro schon nicht hinbekommt. Die deutsche Fassung kann man hier wirklich knicken, weshalb ich den Film auch lange gehasst habe. Weil ich die DVD billig bekam, hab ich dann doch noch mal zur Traumabewältigung zugegriffen und siehe, Dragnet ist zwar immer noch sinnlos, aber immerhin etwas erheiternd.^^
AntwortenLöschenHmmm... Ob ein Blick auf den O-Ton auch "Der Harte und der Zarte" retten könnte?
AntwortenLöschenAusschließen will ich das nicht, aber es ist einfach zu lang her, daß ich meinen Hass auf diesen Film fundiert habe. Musste sogar nachlesen, daß es da um die ein oder andere Anspielung geht und das müsste im O-Ton wohl bestimmt besser klappen. Kann aber auch sein, daß ich das damals auch nur nicht verstanden habe. Der Film liegt mir derzeit aber auch nicht vor, um da was dran zu ändern.^^
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