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Sonntag, 26. April 2015

ICE AGE 4 - VOLL VERSCHOBEN (Ice Age: Continental Drift 2012 Steve Martino u.a.)


Durch eine Erdverschiebung gelangen Manni, Diego, Sid und dessen Oma auf einer Eisscholle treibend aufs offene Meer und müssen sich dort gegen Piraten verteidigen...


Uta der Orang...

„Ice Age 4“ beginnt mit einer zum Schreien komischen Anfangssequenz, die kaum besser hätte ausfallen können. Direkt nach dieser dürfen wir einem klassisch konstruierten Familienzwist zwischen Vater und Tochter beiwohnen, der zum Standard-Gefühlsprogramm ideenloser Trickfilme Amerikas gehört (so z.B. auch zu erleben in „Hotel Transsilvanien“), was für eine Ernüchterung sorgt. Die kleine Tochter ist niedlich animiert, keine Frage, und damit sympathischer ausgefallen als die Mutter die man seit Teil 2 nicht mehr los wird, aber mit dieser Szene zeigt „Ice Age 4“ bereits sein wahres durchschnittliches Gesicht, in welchem nur noch zur Ausnahme wahrlich geglückte Lacher auftauchen dürfen.

Mit Teil 4 ist die Reihe endgültig zum reinen Kinderfilm verkommen. Ewig gibt es actiongeladene Rutschpartien die sich zum einen, ähnlich wie der unerträglich hippe Schluss-Song, dem jungen Zielpublikum anbiedert und zum anderen darüber hinwegtäuschen sollen, dass eigentlich keine richtige Geschichte vorhanden ist. Die dünne existierende ist so schon ein paar Mal erzählt worden, auch in der Reihe selbst. Wieder sucht man einander, nachdem man getrennt wurde, und da Manni nun eine Familie hat (und die Reihe damit und mit den Kumpels der Tochter auch viel zu viele Figuren hat um die sie sich kümmern muss) gehört der Part der neu aufflammenden Liebschaft diesmal dem soften Diego.

Aber auch dessen Lovestory kommt aus der Ideen-Schablone und weiß durch nichts zu gefallen, ist somit Füllmaterial wie das meiste Gezeigte sonst und so witzarm ausgefallen wie der Großteil des Streifens. Einzig die Oma Sids weiß zu trumpfen, zumindest bis zu jenem Moment wo wir ihren bis dahin unsichtbar geglaubten Freund kennen lernen, der nicht nur unangenehm auffällt weil er die Problemsituation am Ende zu sehr erleichtert, sondern auch verärgert weil auch seine Anwesenheit die Story zu politisch korrekt weich badet. Schlimm genug dass Diego nie beim Fressen eines Tieres gezeigt werden darf, um die hauchdünne Psyche der Kinder nicht aufzureißen, nein, nun darf Sids Oma aus falschem Respekt auch keinen erfundenen Freund mehr haben. Sonst wäre sie ja eine Irre oder zumindest wunderlich.

Mit „Ice Age 4 - Voll verschoben“ (was für ein ätzend anbiedernder Beititel) ist die Reihe unglaublich brav geworden, noch mehr als es „Für immer Shrek“ für die „Shrek“-Reihe wurde. Er ist dank seines hohen Tempos zwar durchzuhalten, aber originell ist hier bis auf einige Momente mit Scrat nichts mehr. Und selbst Scrats Szenen sind nicht mehr alle so geglückt wie jene zu Beginn. Somit ist der Film ähnlich mau ausgefallen wie „Ice Age 2“. Das ist schon etwas schade, war ich nach dem zumindest amüsanten „Ice Age 3“ doch optimistisch genug ein weiteres Abenteuer diesen Niveaus zu erleben, was eigentlich bereits lediglich ein Kompromiss ist mit Blick auf den unglaublich gelungenen Teil 1, der sich vor den Werken Pixars und Dreamworks nicht zu verstecken brauchte. Aber was mir mit Teil 2 und 4 abgeliefert wurde, ist mir einfach zu wenig. Zumal eine Piratengeschichte die Figuren noch mehr vermenschlicht als ohnehin schon. Und das in Kombination mit den pseudo-dramatischen Elementen zum Thema Liebe, Freundschaft und Familie ist mir zu aalglatt und massenkompatibel ausgefallen um dem Ganzen mehr entgegenzubringen als ein müdes Schmunzeln.


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Kommentare:

  1. Hallo Schlombie
    Fand den auch sehr langweilig, aber warum fandest du den meiner Meinung nach eigentlich sehr lustigen 2. Teil schlechter als den mit Godzilla ähnlichen Dinosauriern vollgestopften Teil 3. Ist nur so eine Frage.

    LG
    James

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    1. Ich habe alle drei Fortsetzung bislang je nur einmal geguckt. Auf Teil 2 lag eine hohe Erwartungshaltung, nach dessen Enttäuschung auf Teil 3 nicht mehr. Es kann also durchaus sein, dass mein Eindruck da unfair geraten ist. Aber Teil 3 ist zwar anspruchslose Kost, aber angenehm kurzweilig ausgefallen (vergleichbar mit "Die Croods"), wohingegen mir Teil 2 etwas zäh und zu gewollt vorkam (letztgenanntes z.B. durch die Figur von Mannis neuer Freundin). Zu meiner Meinung von Teil 3 stehe ich definitiv noch, dessen Sichtung ist noch nicht all zu lang her. Außerdem mag ich die Idee mit der unterirdischen Dinowelt. Teil 2 müsste ich aber vielleicht einfach noch einmal gucken. Der stand nun mal im Schatten des wirklich großartigen Teil 1.

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