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Samstag, 19. März 2016

ARAC ATTACK - ANGRIFF DER ACHTBEINIGEN MONSTER (Eight Legged Freaks 2002 Ellory Elkayem)


Giftmüll verwandelt die Arachniden eines Spinnensammlers in riesige Ungetüme, die eine Kleinstadt bedrohen...


Spinnen im Kaufhaus...

„Arac Attack“ gehört zu jenen Filmen, die mir einst besser gefielen als heute. Mag sein dass der CGI-verwöhnte Blick heutiger Tage mit dran schuld ist. Immerhin staunten wir seinerzeit nicht schlecht über diverse Szenen, wie die Verfolgungsjagd per Motorrad, die so flott vor der Zeit der Computeranimationen nie hätte umgesetzt werden können, während sich die Effekte doch heutzutage im Gegensatz zu denen aus dem Ur-Vater des CGI, „Jurassic Park“, arg veraltet gucken, sich zwar immer noch von den Billiganimationen der SyFy-Horrorbeiträge qualitativ abheben, aber so riesig ist der Unterschied nun auch nicht mehr zu nennen, als dass man als Nichtwisser erraten könnte, dass wir es mit dem hier besprochenen Werk mit einer Kinoproduktion zu tun haben.

Emmerich entdeckte damals Elkayems Kurzfilm „Larger Than Life“, der ihn dazu inspirierte einen recht hoch finanzierten Langfilm zu produzieren und Elkayem erneut die Regie zu überlassen. Während das Original nah am klassischen Gruselfilm witzelte, sollte es in der Kino-Langversion ordentlich auf der Leinwand krachen - typisch Emmerich eben, zum Glück aber nicht von ihm persönlich umgesetzt. Elkayem gibt sich sichtlich Mühe, was man vom Klischee-beladenen Drehbuch nicht gerade behaupten kann, und sein Einstieg in die Geschichte erinnert sicher nicht zufällig an Wiederhorns „Return of the Living Dead 2“, drehte der gute Mann doch kurz nach seinem Spinnenfilm die billig produzierten Fortsetzungen „Return of the Living Dead 4“ und „Return of the Living Dead 5“.

„Arac Attack - Angriff der achtbeinigen Monster“ (Alternativtitel) schlägt sich für eine solch vorhersehbare Handlung recht wacker, was aber nicht wirklich an der prominenten Besetzung liegt, denn die damals noch sehr junge Scarlett Johansson und der unterforderte David Arquette geben eine recht blasse Vorstellung ab und heben sich nicht von den hohlen Stereotype-Charakteren ab neben denen sie spielen dürfen. Die Effekte wissen noch immer einiges zu retten, aber freilich nicht mehr so viel wie damals, und anfangs weiß auch die humorvolle Umsetzung positiv auf das Gesamtbild zu wirken, gerade auch im musikalischen Bereich, wenn entweder verspielt das klassische Itsy Bitsy Spider variiert wird, oder die Hintergrundmusik ganz offensichtlich den Komödienaspekt des Streifens hervorhebt.

Zunächst weiß auch noch der comicartige Umgang mit den Monstern für ein paar Lacher zu sorgen, z.B. wenn eine Spinne erschrocken zur Seite guckt, bevor sie erschossen wird. Aber mit der Zeit häufen sich diese Albernheiten selbst für einen humoristisch gemeinten Horrorfilm zu sehr und es entsteht ein unpassendes Anhäufen „Gremlins“-ähnlicher Komik, meist durch die dämlich-niedlichen Laute der Viecher verursacht, was „Eight Legged Freaks“ (Originaltitel) einen zu infantilen Touch beschert - ebenso wie das Plappermaul vom Radiosender, welches lediglich nervt anstatt zu belustigen.

Von dem kleinen, ebenso nervigen Schlaumeier-Jungen, mit dem die Geschichte beginnt, braucht man eigentlich gar nicht erst zu reden. Der wird aber zumindest kürzer gehalten als es möglich gewesen wäre, was aber nicht daran liegt dass Elkayem erkannt hat dass er dem Publikum damit etwas Gutes tut. Es hat viel eher damit zu tun, dass so ziemlich jeder klassische Klischee-Storyaspekt, von dem die Amis glauben er müsse zwingend in eine solche Geschichte integriert werden, auf die Schnelle lieblos abgearbeitet wird, weil ansonsten zu wenig Zeit für Spinnenaction bleibt.

Die langweilt zumindest nicht wie bei Werken wie „Arachnoquake“ oder „Spider City“, eben weil sie nie monton ausgefallen ist, sondern immer wieder etwas Neues bieten möchte. Aber mir wären besser herausgearbeitete Hintergründe, Situationen und Charaktere lieber gewesen als diese Nonstop-CGI-Action, so gelungen sie für ihre Zeit auch ausgefallen sein mag. Aufgrund dieser kann man „Arac Attack“ auch durchaus mal gucken ohne bei geringer Erwartungen all zu sehr enttäuscht zu werden. Aber für einen Kinofilm ist Elroys Werk doch wesentlich plumper ausgefallen als für seine Zeit üblich. Aber auch wenn man es aufgrund meiner negativen Worte kaum herauslesen kann, als kleiner Spinnen-Horror für zwischendurch geht der zu albern geratene „Eight Legged Freaks“ durchaus geistfrei in Ordnung.


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