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Donnerstag, 24. März 2016

CHING - DAS GEHEIMNIS DES SCHWARZEN SCHWERTES (Hei Jiang gui jing tian 1970 Chien Lung)


Bösewicht Ching kommt unehrenhaft in den Besitz des schwarzen Schwertes, mit welchem man nahezu unbesiegbar ist. Er duelliert sich mit jedem der seinen Weg kreuzt und ist verantwortlich für das baldige Aussterben einer Familie, mit welcher Kuang befreundet war, bevor er aufgrund einer Schandtat vom Vater der Familie aus deren Kreis verbannt wurde. Als Kuang in den Besitz des goldenen Schwertes kommt, der einzigen Waffe mit welcher man den Kämpfer des schwarzen Schwertes besiegen kann, ist seine Chance gekommen alles wieder gut zu machen, indem er Ching zum Duell auf Leben und Tod herausfordert...


Schwerter sind wie Gürtel: auf die Farbe kommt es an...

Klassischer kann ein Eastern wohl kaum ausfallen, fast einzig bestehend aus Schwertkämpfen, ausgetragen von Dutt tragenden Männern mit Klischeenamen wie Ching, Chiang und Yong, zumindest in der deutschen Fassung. Dass man bei Filmen dieser Art eher mit einem Minimum an Story rechnen sollte, dürfte klar sein, dennoch überrascht „Ching - Das Geheimnis des schwarzen Schwertes“ zunächst damit eigentlich gar keine zu besitzen. Es wird uns gezeigt wie Ching an das Schwert gerät, und dann wird viel gekämpft, gerne auch sinnlos gekämpft, und dass in einem dieser Kämpfe der Schwächere seine Beine verliert, scheint zunächst nur eine weitere Sinnlosigkeit zu sein.

Aber sie führt, wie man im Nachhinein weiß, zur eigentlichen Geschichte, die sich erst nach der Hälfte der Laufzeit abzeichnet. Es ist also viel Geduld oder Freude ausdauernder Schwertkämpfe von Nöten um bis hierhin durchzuhalten. Und hat man besagte Hälfte erreicht erwartet dem Zuschauer auch nur das oben angerissene Minimum an Story. Aber zumindest ist es dann endlich da und kann sich inmitten einer Schar weiterer Schwertkämpfe entfalten, was zum Finale führt, in welchem unerwarteter Weise schon wieder sehr unsinnige Duelle stattfinden, bevor es zur eigentlich erwarteten Schlacht Schwarz gegen Gold kommt, mit deren Ende auch das Ende des Films erreicht ist, und dies so plötzlich, dass es wirklich jeden Zuschauer überrumpeln dürfte.

Zu den groß angelegten Produktionen gehört „Ching - Das Geheimnis des blutigen Schwertes“ (Alternativtitel) nicht. Dafür werden zu viele Schnitte gesetzt, um von wenig gekonnten Choreographien abzulenken. Und dafür sind Story und Schauspieltalent zu simpel ausgefallen. Die zweite Regiearbeit von Chien Lung, dem wir auch die Werke „Die Todesrächer von Bruce Lee“, „Karate-Lady aus Feuer und Stahl“ und „Taipan - Der Teufel mit der Drachenklaue“ verdanken, ist eine Produktion unter vielen, um die endlose Nachfrage nach solchen Produkten zu sättigen.

Man nimmt sich keine Zeit um die schönen Landschaften so einzufangen wie sie es verdient hätten, man bedient Klischees in der Dramaturgie anstatt gekonnt einen Dramaturbogen zu schlagen, und man orientiert sich kaum am dünnen roten Faden, den man erst einmal entdecken muss. Dementsprechend hat mich „The Darkest Sword“ (Alternativtitel) nicht vom Hocker gerissen. Was sich anfangs jedoch aufgrund endloser Wiederholungen fast langweilig guckte, wurde zumindest zu einer Routine, die in der zweiten Hälfte das Interesse des Zuschauers für die Ereignisse zurückgewinnen kann. Ein paar wenige Schauwerte wie ein hüpfender alter Opa wissen die dröge Geschichte leicht humoristisch aufzulockern, und die gekonnte deutsche Synchronisation verleiht dem Film einen aufwertenden Ton.

Freunde drastischer Bilder werden jedoch ebenso enttäuscht wie jene Eastern-Freunde, die gekonnte Choreographien und sportlich talentierte Kämpfer erwarten. Trotz einiger Brutalitäten wird sich mit Gore-Effekten doch stark zurück gehalten, auch in der ungekürzten Fassung, die es mittlerweile auch in Deutschland auf DVD zu sichten gibt, nachdem jegliche anderen Veröffentlichungen hierzulande bislang gekürzt waren. „Ching - Das Geheimnis des blutigen Schwerts“ (Alternativtitel) mag nicht wirklich geglückt sein, aber mit wenig Anspruch lässt er sich zumindest bis zum Schluss schauen, wobei die zweite Hälfte wesentlich unterhaltsamer, da ereignisreicher, ausgefallen ist als die erste Hälfte.


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