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Samstag, 9. April 2016

SPASMO (1974 Umberto Lenzi)


Als sich Christian im Badezimmer eines Motelzimmers gerade für den Beischlaf zurecht macht, wird er von einem Fremden mit Pistole angegriffen. Es kommt zum Kampf, der Angreifer wird erschossen. Christian flieht mit seiner Liebschaft Barbara, kehrt etwas später jedoch ins Motel zurück um Beweise verschwinden zu lassen. Allerdings ist auch die Leiche verschwunden. Kurz darauf geschehen Christian immer wieder merkwürdige Ereignisse, die ihn an seinen Geisteszustand zweifeln lassen...


Sein Name war Rasur - der aus dem Bad kam...

In einem Giallo, zu dem in gewisser Weise „Spasmo“ auch ohne rätselhaften Killer mit blankem Messer gehört, muss die Geschichte nicht unbedingt logisch erzählt sein - wird sie meist auch nicht. Dennoch wäre es im hier besprochenen Werk wünschenswert gewesen, wenn der Blödsinn zumindest ansatzweise ein wenig eingedämmt worden wäre, macht die Story doch zu keinem Zeitpunkt Sinn, und je mehr Auflösungen ihr folgen, desto weniger mehr und mehr. Wenn bereits die Einleitung höchst konstruiert ausfällt und dem Zuschauer kurz darauf weiterhin nicht die versöhnliche Hand des Nachvollziehbarem gereicht wird, dann kann man sich auch nicht von einer Kriminalgeschichte um Wahn und Wirklichkeit in den Bann reißen lassen, und wenn sie als 70er Jahre Italo-Beitrag noch so hübsch fotografiert ist.

Zwar weiß „The Death Dealer“ (Alternativtitel) nach der an Spannungsmomenten mangelnden Vorgeschichte zumindest zur zweiten Hälfte hin besser zu gefallen, was mit Christian passiert und was die Hintergründe allen Übels sind interessieren in einem solch holprigen und unsinnigen Plot aber freilich trotzdem nicht wirklich, kann es doch alles oder nichts sein, wenn ein Drehbuch sich an keinerlei rationalem Geschehen orientiert. Als wahrlich surreales Abenteuer kann man Umberto Lenzis Thriller leider auch nicht bezeichnen, dafür ist die Geschichte wiederum zu sehr um Bodenständigkeit bemüht und auch viel zu ernst umgesetzt.

Will man Gefallen an „Spasmo“ finden, dann muss man das Gehirn ausgeschaltet lassen und darf lediglich die Atmosphäre des Streifens in sich aufsaugen, aber da habe ich trotz einer wendungsreichen Geschichte in tollen ruhigen Bildern schon Besseres gesichtet, einfach Stoffe die einen gekonnter vom Irrsinn des Inhalts abgelenkt haben. Zumindest wird der recht durchschnittlich zu schauende „Spasmo“ von einem sympathischen Soundtrack von Ennio Morricone begleitet. Und eine handwerlich brauchbare Umsetzung des Ganzen sorgt letztendlich dafür, dass man interessiert genug den Schluss des Streifens erreicht. Es wird also zumindest nie langweilig.

Umberto Lenzis Film, um einen Mann dem böse mitgespielt wird, ist für sein Genre nicht sonderlich hart ausgefallen und nackte Haut wird ebenso wenig eingebaut, aber gerade dieser Mangel an quantitativen, reißerischen Elementen hält das fertige Werk trotz inhaltlich inflationärem Nonsens auf recht hohem Niveau. Damit bewahrt der Film eine Restwürde, die erkennen lässt wie gut er mit mehr Kenntnissen in Sachen Charakterentwicklung und psychologischen Zusammenhängen hätte ausfallen können. Idiotien bei einem Giallo ignorieren zu müssen gehört zu diesem speziellen Genre dazu. In der Dosis wie hier angewendet schaden die Unlogik jedoch so sehr, dass man nicht wirklich ins Geschehen eintauchen kann, was fatal ist für einen Film der hauptsächlich auf seine Atmosphäre baut.


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