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Donnerstag, 11. August 2016

ALLES ROUTINE (Office Space 1999 Mike Judge)


Peter Gibbons ist ein Durchschnittstyp, der eher klein nachgibt anstatt zu kämpfen, weswegen er auch von seinem Chef nie ernst genommen wird. Seine Ex-Freundin hat es leid, also nimmt Peter ihr zuliebe an einer Hypnosesitzung teil, die sein Selbstbewusstsein stärken soll. Mitten in der Entspannungsphase angelangt erleidet der Hypnotiseur einen Herzinfarkt und Peter steckt mitten in der Hypnose im entspannten Zustand fest. Von nun an lebt er gleichgültig in den Tag hinein, was ihm widererwartend Vorteile auf der Arbeit verschafft und auch sein Liebesleben bereichert...


Kleiner Fisch der Gleichgültigkeit...

Regisseur Mike Judge wurde hauptsächlich durch seine Zeichentrickserie „Beavis und Butt-Head“ berühmte und überraschte mich, als jemand der mit diesem Kult-Cartoon nichts anfangen konnte, Jahre später mit der klamaukigen Gesellschaftssatire „Idiocracy“. Jahre zuvor drehte er bereits seinen ersten Realfilm „Alles Routine“, eine Satire auf die Arbeitswelt, die auf Judges Cartoon „Office Space“ beruht, diesen Titel auch im Original übernommen hat und dessen Hauptcharakter hier zur lustigen Nebenfigur degradiert. Diese ist tatsächlich lustig, hätte in ihrer zu penetranten Art aber keine Komödie auf Spielfilmlänge getragen, so dass man das Hauptaugenmerk auf wen anders im Zentrum als die richtige Entscheidung bezeichnen kann.

Wieder einmal ist Mike Judge keinesfalls ein großer Wurf gelungen, aber „Alles Routine“ ist definitiv ein unterhaltsames Stück Komödie, freilich zu geistlos ausgefallen um ihn als Satire all zu ernst zu nehmen, aber auch nicht zu oberflächlich ausgefallen, als dass man Judges Beobachtungen nicht als treffsicher bezeichnen könnte. Hauptsächlich wird gekonnt mit der Bürowelt abgerechnet, aber dank der Nebenrolle von Jennifer Aniston bekommt auch die Gastronomie ganz nebenbei ihr Fett weg und bietet mit der dämlichen Button-Idee auch gleich eine der besten des ganzen Streifens.

Dieser ist so entspannt erzählt wie ihr Held sich nach der Hypnose verhält, bleibt dank sympathischer Figuren und einer erzählenswerten, wenn auch etwas zu glatt gebügelten Geschichte auch immer interessant und unterhaltsam, so dass es nicht wirklich etwas zu meckern gibt an einem Stoff, den man sich ohne großes Nachdenken nach der Arbeit zu Gemüte führen kann. Vielleicht ist es etwas schade, dass die Figur des Nachbarn der hellhörigen Wohnung zu kurz kommt, aber das wäre schon alles was es meiner Meinung nach zu verbessern gäbe.

An sich bietet „Alles Routine“ all das was ich mir von einer kleinen Komödie für den Zwischendurchverzehr wünsche. Die nicht all zu dominant ausgefallene Komik ist treffsicher eingebracht und wirkt so sympathisch wie die Figuren, die Chemie zwischen dem Liebespaar einer nicht all zu sehr ins Zentrum rückenden Love Story stimmt, und das würde man alles sicher so richtig gut finden, wenn der Streifen letztendlich nicht doch ein wenig zu unaufgeregt ausgefallen wäre und mehr wäre als der schnelle Zwischendurchverzehr. So schön sich der Film auch guckt, und so sehr ich seine Abrechnung mit einer menschenfeindlichen Arbeitswelt auch achte und genieße, letztendlich ist „Office Space“ kein Film der wirklich im Gedächtnis bliebe oder überragende Kino- oder Humormomente zaubern würde.

Dank seiner gut gespielten und treffsicher ausgearbeiteten Charaktere, von denen in erster Linie jegliche Nebenfiguren das Herzstück des Streifens bilden, ist er allerdings definitiv ein Film den ich mir in den kommenden Jahren noch des öfteren anschauen werde, eben weil er gute und gleichzeitig seichte Unterhaltung bietet, die einen geistig nicht überfordert wenn man gestresst von der Arbeit keine Lust mehr auf Tiefgang hat. „Alles Routine“ geht jedoch tief genug um mehr zu sein als oller gehaltloser Klamauk, und im direkten Vergleich zu „Idiocracy“ ist er auch der bessere Film, da hier äußere Schauwerte im Gegensatz zu dort nie eine Rolle spielen. Außerdem mag ich die Idee, dass Peter nie aus der Hypnose erwacht.


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