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Dienstag, 16. August 2016

ROBOGEISHA (Robo-geisha 2009 Noboru Iguchi)


Die Schwestern Yoshie und Kikkuyama landen beide in der Ausbildungsstätte eines Großindustriellen und Waffenherstellers, der den beiden lehrt unter Extremstbedingungen zu kämpfen. Hierfür lassen sie sich diverse Waffen in ihren Körper implantieren, bis sie schließlich mehr Roboter als Mensch sind. Als sie bereits als Auftragskillerinnen für ihren Chef tätig sind, bemerkt Yoshie dass sie für fremde Zwecke missbraucht werden...


Geschwister-Krieg...

Die etwas durchgeknallteren, gerne auch sehr blutig ausgefallenen, Fantasy-Action-Werke aus der Moderne Japans wissen ihren absichtlichen Unsinn gerne durch eine unverkrampfte Art, derbem Humor und grotesker Ideen als ein positives Filmerlebnis zu verkaufen, obwohl der gesunde Menschenverstand einem sagen sollte, dass man eigentlich gerade nur aufgeblähten Bullshit sichtet. Dafür mag ich diese Werke, und „RoboGeisha“ schien ein solches zu sein, fertiggestellt von den Verantwortlichen von „The Machine Girl“, der all diese aufgezählten Zutaten vorzuweisen wusste. „RoboGeisha“ kann mit diesem nicht nur nicht mithalten, meiner Meinung nach versagt er auf der ganzen Linie.

Der Mix aus besagtem Vergleichsfilm, „RoboCop“ und „Nikita“, der teilweise auch Elemente aus „Eliminators - Cäsars Rückkehr“, „Godzilla vs. Mechagodzilla“ und „Pinocchio“ in sich trägt, kommt leider viel zu bemüht daher, um in irgendeiner Form überzeugen zu können. Der herrlich verspielte Unterleibshumor eines „Big Tits Zombies“ wird zu peinlichen Genital- und Fäkalprovokationen der Pseudo-coolen Art umfunktioniert, der emotionale Tiefgang eines „Gothic and Lolita Psycho“ wird aufgrund wirrer Beziehungssituationen und aufgeblasenem Kitsch-Pathos zu einer stumpfen Angelegenheit, die Bluteffekte finden so ziemlich alle am Computer statt und sind zudem rar gesät, und die Kampfszenen benötigen mit ihrem elektronischem Schnickschnack keine hervorhebenswerte Choreographie, so dass die wenigen, die nicht gegen billige Ballerszenen ausgetauscht wurden, so gar nicht zu überzeugen wissen.

Wenn uns im Finale nun noch ein CGI-Overkill präsentiert wird, der einen glauben lässt man befinde sich in „Die dunkle Bedrohung“ von George Lucas, dann sorgt dies für eine Ernüchterung, die man in diesem Stil so nie von einem Film dieser Art erwartet hätte. Japan-Kino der schlechten Art trifft auf den CGI-Größenwahn Amerikas, von dem man weiß dass er nicht jenen Charme besitzt, der es schaffen könnte ein asiatisches Werk aufzuwerten, und das ist schon derbe enttäuschend.

Zwar weiß „Robo-geisha“ (Originaltitel) zwischenzeitlich immer wieder kurzfristig zu überzeugen, letztendlich folgt kurz darauf aber immer wieder die Ernüchterung aufgrund besagtem Fehlermeers. Somit erweist sich der Film von Noboru Iguchi, der mit „The Machine Girl“ bewiesen hat wie man es richtig macht, als zu kühl durchkalkuliertes Stück Produzenten-Kino, dem die Leichtigkeit und die Verspieltheit dieser Art Kino fehlt, Eigenschaften die dem Ganzen überhaupt erst Leben einhauchen. „RoboGeisha“ wird in seiner emotionslosen und versteiften Art selbst zum Roboter. Er ist lediglich ein Produkt. Und als solches hat er mir kein Vergnügen bereitet.


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