Schlombies Filmbesprechungen auf Facebook:

Sonntag, 7. August 2016

VEXILLE (Bekushiru: 2077 Nihon sakok 2007 Fumihiko Sori)


In der Zukunft sind die Japaner mit der Robotertechnik weiter voran geschritten als jedes andere Land der Welt. Da die UN mit ihren einschneidenden Regeln Japans Interessen im Weg stehen schottet sich das Land mit einem undurchdringlichen elektromagnetischen Schirm vom Rest der Welt ab. 10 Jahre später stößt ein Trupp von der Außenwelt mit einem Trick heimlich in das abgeriegelte Gebiet und muss während seiner Mission feststellen, dass Japan sich auf dem Gebiet der Robotertechnik mittlerweile so weit weiterentwickelt hat, dass Humanoide von Maschinenmenschen nicht mehr zu unterscheiden sind...


Robo-Schrott...

Was mit Blick auf inhaltlich vergleichbare, sehenswerte Erfolge wie „Ghost in the Shell“, „Appleseed“, „Akira“ inhaltlich recht reizvoll klingt, entpuppt sich bereits in den ersten Minuten als weniger anspruchsvoll umgesetzt als die Vergleichsfilme. „Vexille“ kommt mit einer sehr gewöhnungsbedürftigen Animation daher, zu stark vom Computer und real gedrehten Szenen beeinflusst und damit optisch keinesfalls charmant ausgefallen, zumal die Gesichtszeichnungen sich nicht dem Rest des Körpers fügen möchte. Auch zu schlicht ausgefallene Hintergründe und unrealistisch endlose Handlungsorte bei Verfolgungsjagden, hinterlassen nicht gerade den besten Eindruck für das Genre des Animationsfilmes. Wer da bereits Probleme mit „Appleseed 2“ hatte, solle sich zwei Mal überlegen ob er Fumihiko Soris Werk eine Chance gibt.

Einen guten Grund dies zu tun gibt es aber ohnehin nicht, ist „Vexille“ meiner Meinung nach doch ein missglücktes Stück Anime, trotz seiner reizvollen Geschichte. Was nutzt einem schließlich der beste Ausgangspunkt, wenn das reizvolle Szenario schlecht durchdacht ist und dümmlich umgesetzt wurde? Damit grenzt sich der Streifen erheblich vom sonst so hohen Niveau seiner Konkurrenz a la „Jin-Roh“, „Paprika“ und den oben erwähnten Animes ab, die, vielleicht von der „Appleseed“-Reihe einmal abgesehen, sehr komplex und intelligent ausgefallen sind und sich nicht nur der Aufgabe verpflichtet fühlen den Zuschauer unterhaltungstechnisch zu berieseln.

In „Bekushiru: 2077 Nihon sakoku“ (Originaltitel) muss es stets krachen. Verfolgungsjagden, Schusswechsel und anderweitige Action bestimmen das Programm. Die Dialoge heucheln Tiefgang vor und outen sich doch nur als dümmliches Leergeschwätz, angereichert mit Widersprüchlichkeiten, was nicht wirklich verwundert, wenn das Hauptaugenmerk doch in den quantitativen Sehwerten steckt. Da es der Charakterzeichnung der wichtigsten Figuren nicht besser ergangen ist, macht dies „Vexille“ endgültig uninteressant und selbst für nicht all zu strenge Allesgucker des Genres zumindest austauschbar.


Weitere Reviews zum Film: 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen