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Samstag, 20. August 2016

WEREWOLF IN BANGKOK (Khon hon khee ruen Nai khuen duen siaw 2005 Viroj Thongsiew)


Eigentlich hätte er das von allen gefürchtete Spukhaus im Leben nicht betreten, aber in einer Vollmondnacht, gejagt von Leuten die ihm und seiner Nichte ans Leder wollen, geht der gutmütige Frank hinein, trifft dort auf einen angeketteten, maskierten Mann, und von dem wird er auch gleich gebissen. Von nun an verwandelt sich Frank hin und wieder in einen Hund, eine Art gutmütiger Werwolf...


Lilly und der Hund...

Ich habe keine Ahnung was dem Zuschauer in der thailändischen Fassung erwartet hätte, da ich der Sprache nicht mächtig bin musste ich auf die deutsche Synchronfassung zurück greifen, und wer sich da auch immer die Linzenz zur deutschen Veröffentlichung und Nachvertonung gesichert hat, er wird ebenso wenig thailändisch sprechen und verstehen können wie ich, wirken die mühsam aufgesagten, schlecht betonten Texte doch so als habe sich wer ohne Sprachkenntnisse des Originals die Bilder des Streifens angeguckt und sich zu diesen einen Text ausgedacht. Dank unpassendster Stimmen, besagter schlechter Betonung und fehlender Motivation beschert dies „Werewolf in Bangkok“ eine Zeit lang eine unfreiwillige Komik, mit der sich der aus ernstem Blickwinkel unmöglich gucken lassende Film in spaßiger Runde vorübergehend über Wasser halten kann. Aber auch diese alternative Unterhaltung besitzt nur eine geringe Haltbarkeit.

Auf einen deutschen Untertitel konnte man bei der DVD die mir zur Verfügung stand nicht zurückgreifen, das ist vielleicht aber auch besser so, wer weiß ob man nicht selbigen Nonsens dann einfach nur per Schrifteinblendung über sich hätte ergehen lassen müssen und man damit genauso schlau geblieben wäre wie in der unsinnigen Neuvertonung. Zwar wird das Geschehen im Original nicht in eine völlig andere Richtung gehen, die Geschichte selbst scheint so gemeint zu sein wie auch wir Deutschen sie erzählt bekommen, aber jegliche Randbemerkungen und leicht vom Hauptstrang abweichenden Diskussionen u.ä. ergeben herzlich wenig Sinn. Sprechpausen, damit das Aufgesagte zu den Mundbewegungen passt, erheitern an den unpassendsten Stellen, aber zumindest hat man ein klein wenig auf die Mundbewegungen geachtet, das ist ja auch schon mehr als man unter diesen Bedingungen erwarten kann.

Ein wirklich besserer Film dürfte „Khon hon khee ruen Nai khuen duen siaw“ (Originaltitel) in seiner eigentlichen Version jedoch auch nicht sein, würde dies doch allein schon Hauptdarsteller Choosak Iamsook nie zulassen, der sicherlich ein mehr oder weniger bekannter Komiker Thailands zu sein scheint, aber definitiv kein Schauspieler ist. Mich hat der Typ mit seiner unangenehmen Mimik schon in den stinknormalen Szenen genervt, manchmal hat man halt von Anfang an ohne genauen Grund eine Antipathie gegen Fremde, richtig schlimm wird es jedoch erst wenn er herumblödelt und dabei bemüht Grimassen schneidet, denn dann ist Fremdschämen angesagt.

Wo es der Hauptdarsteller im themenverwandten „Audie und der Wolf“ schaffte aufgrund eines naiven Blicks und anderer simpler Methoden auch theoretische Peinlichkeiten in gelungene Momente zu verwandeln, da scheitert Iamsook, der wirkt wie die schlechte, asiatische und unbehaarte Version eines Bud Spencers, bereits in den grundlegendsten Momenten und macht aus „Werewolf in Bangkok“ ein Affentheater der unangenehmen Sorte, nach halber Laufzeit unterstützt von einer wahrlich unangenehmen Verwandlungsmaskerade, die ihn eher wie einen Rattenmann als wie einen Hund oder Wolf aussehen lässt.

Die ein oder andere freiwillige und theoretisch auch gelungene Lustigkeit hat das Werk von Viroj Thongsiew, der zwei Jahre zuvor „Spy Next Door“ abgedreht hat und ansonsten scheinbar für kein weiteres Werk verantwortlich war, zwar überraschender Weise auch mal zu bieten, gerade dann wenn klassische asiatische Komik aufkommt, wie wir ihr auch in japanischen oder koreanischen Filmen begegnen können, aber solche kurzen Momente haben freilich keine Chance etwas am katastrophelen Zustand der Komödie zu retten, zumal sie selbst in einem routiniert ausgefallenem Werk lediglich kurzfristig belustigt hätten, ohne zu hervorhebenswerten Momenten oder Pointen zu werden.

Wer natürliche Reflexe und Abwehrkräfte besitzt dürfte eigentlich keine schlechte Erfahrung mit „Werewolf in Bangkok“ gemacht haben, warnt das DVD-Cover doch schon vor mit seinen peinlich wirkenden Bildern und selektiert damit eigentlich schon automatisch den naiven Konsumentem von dem mit gesundem Menschenverstand aus. Mir war beim Anblick dieser Covergestaltung eigentlich im Vorfeld klar dass der Film nichts sein kann, so infantil dämlich bereits dort das Treiben des Hauptdarstellers zu bemerken war. Dass ich jedoch gleich in die tiefsten Untiefen fehlendem Talents hineingesogen werden würde, hatte ich in dieser Extreme nun doch nicht erwartet. Pornosynchro, schlechte Effekte, ein doofer Frontmann und eine bemühte Story waren zu erwarten, aber der fast schon groteske deutsche Umgang mit dem Stoff setzt dem Ganzen erst die Krone auf, sorgt aber immerhin dafür dass man als Freund missglückter Filme länger dran bleiben kann als es der Streifen eigentlich wert wäre.


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