08.05.2021

STICHTAG (2010)

Peter muss von Atlanta nach Los Angeles reisen, um die Geburt seines Kindes mitzuerleben. Durch eine Begegnung mit dem unangenehmen Ethan, der mit seiner penetranten und unreflektierten Art stets Probleme verursacht, verzögert sich die Reise. Und aufgrund ungewöhnlicher Umstände ist Peter auf seinem Weg nach Los Angeles an die Nervensäge gebunden...

Drei Tassen Vater, etwa acht Tassen übrig...

Das Konzept ist einfach: eine Nervensäge reizt einen schnell Reizbaren. Das gab es bereits bei "Was ist mit Bob?", ebenso bei "Die Wutprobe", sowie bei vielen anderen Komödien auch. Am meisten drängt sich aufgrund der Ausgangslage, der Figurenkonstellation und dem roten Faden jedoch "Ein Ticket für zwei" auf, dessen Niveau "Stichtag" nicht im Ansatz erreichen kann. Es ist nicht nur so, dass das komödiantische Talent von Steve Martin und John Candy jenem von den sympathisch agierenden Robert Downey Jr. und Zach Galifianaksi weit überlegen ist, auch das Drehbuch des John Hughes-Filmes fiel qualitativer aus, da es weit weniger verkrampft daher kommt, als es die hier besprochene Komödie tut. Insgesamt fühlt sich "Stichtag - Schluss mit gemütlich" (Alternativtitel) zu bemüht an, weiß zwar trotzdem genug zu unterhalten, um mit dem Ergebnis zufrieden zu sein, aber man vermisst einfach die Leichtigkeit, welche Komödien der 80er Jahre noch besaßen, die mittlerweile häufig mit der Verpflichtung von Coolness und dem Hauptaugenmerk an Schauwert-Abgedrehtheiten ersetzt wird. Dieses plumpere Konzept geht dennoch halbwegs auf, auch wenn ich gelegentlich den Eindruck hatte, dass das Projekt für manch einen Mitwirkenden eher wie eine Auftragsarbeit, also eine Verpflichtung, anmutet. 

Dass das Ganze routiniert genug zu funktionieren weiß, liegt u.a. an der Erfahrung von Regisseur Todd Phillips, der mit "Road Trip" schon einmal einen humoristischen Road Movie inszenierte und daran dass er mit Galifianakis zusammen bereits ähnliche Komik in "Hangover" verarbeitet hat. "Due Date" (Originaltitel) entstand zwischen Teil 1 und 2, nach "Hangover 3" war die Zusammenarbeit beendet. Mag auch alles etwas konstruiert und verkrampft wirken, die reißerischen Aufhänger wissen den Film tatsächlich zu stemmen und sind somit meist witziger Natur. Zudem schafft es der Streifen als angenehmer Ausgleich in kurzen emotionalen Momenten glaubwürdig zu erscheinen, obwohl "Stichtag" nie realistisch wirkt (was er als wilde Party-Komödie auch nicht sein möchte). Seinen besten Moment hat der Film meiner Meinung nach dann, wenn er gekonnt beides in Bezug auf die Charakterkombination vereint und Ethan, unsensibel und kindisch wie er nun einmal ist, über ein tragisches Kindheitserlebnis des sich ausnahmsweise einmal öffnenden Peter lacht. Hier kommt die Verwandtschaft zu Alan, Galifianakis Rolle aus der eben erwähnten Trilogie, am deutlichsten herüber, die er hier ohnehin nur variiert. Zum Glück, denn darauf hatte ich gehofft.  OFDb

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