Sonntag, 22. Juli 2012

CREEP ZONE (Creepozoids 1987 David DeCoteau)


In einer atomverseuchten Welt sucht eine Gruppe Menschen Schutz vor schädlichem Regen in einem verlassenen Versuchslabor, in welchem eine der dort gezüchteten Kreaturen ihr Unwesen treibt...


Monster und Monsterratte...

Wer einen typisch innovationsfreien Videothekenfilm aus den Tiefen der 80er Jahre sichten möchte, der ist bei „Creep Zone“ genau richtig. Hier ist alles derart kostengünstig umgesetzt, dass es das Herz eines Trivialfilm-Freundes höher schlagen lässt. Leider trifft dieses positive Gefühl nicht auf den kompletten Streifen zu, da dieser auch mit den wohlwollenden Augen eines Schundfilmguckers seine Längen besitzt.

Es ist Krieg, die Erde ist verseucht, Mutanten schleichen umher. Da der ganze Film in einem großen Laborkomplex spielt, bekommen wir von all dem allerdings nichts mit. Es wird hin und wieder darüber gesprochen was aus der Erde geworden ist, das war es dann aber auch schon. Lustiger Weise wäre die möchtegern-apokalyptische Einleitung gar nicht nötig gewesen. Der Grund warum sich alles im besagtem Gebäude abspielt und die Protagonisten nicht wieder heraus kommen hätte auch auf andere Art erklärt werden können, ohne dass dies die Restgeschichte verändert hätte. Solche Sinnlosigkeit macht die ganze Sache aber zumindest schon einmal für falschgepolte Cineasten wie mich charmanter.

Der Trupp Eindringlinge besteht aus Vollprolls, deren liebstes Spielzeug (zwei heiße Püppchen), sowie dem obligatorischem Genie, welches man am Tragen einer Brille erkennt. Das Blondchen unter den zwei Püppchen ist ziemlich schnell nackt, das Genie ist ziemlich schnell tot, womit die Truppe nur noch ein Gehirn zur Verfügung hat: das des zweiten Püppchens, welches sich nach Ausscheiden des Brillenträgers als ebenso clever entpuppt (hätte sie mit dem Genie zusammen nicht tolle Arbeit leisten können?).

Das Monster, welches den gesetzlosen Kriegsdienstverweigerern im Gebäude auf die Pelle rückt, ist dem Giger-"Alien“ etwas ähnlich, hat jedoch ein Zangenwerkzeug im Gesicht und ist nicht halb so anspruchsvoll zurecht gemacht wie Jahrzehnte zuvor noch eine olle "Der Schrecken vom Amazonas"-Kreatur. Die wissenschaftliche Erklärung für all das was passiert ist recht skurril ausgefallen, allerdings zu klischeelastig und zu ungenau erklärt, als dass es die Phantasie des Zuschauers anregen könnte. Erstaunt darf man dem Computertagebuch einer Wissenschaftlerin folgen, die ihre Aufnahmen zwar für die Nachwelt hinterlässt, aber nie eine klaren Aussage darüber äußert was sie mit ihrem Team im Labor getrieben hat und mit welcher Kreatur man es zu tun hat, geschweige denn welche Schwächen das Biest eventuell besitzt.

Das witzigste an diesem Haufen unsinniger Handlungszutaten, welches sich in seiner Gesamtheit alternativ „Creepozoids - Angriff der Mutanten“ nennt, ist allerdings eine Killerratte, die im Laborkomplex umher schleicht. Sie ist so unbeweglich wie ein Stofftier und bei Attacken immer nur halb im Bild zu sehen, damit irgendwer sie außerhalb der Kameraperspektive mit der Hand bewegen konnte. Sie sieht auf charmante Art billig aus, und die Musik untermalt ihre wenigen Attacken reißerisch, was der unfreiwilligen Komik um so mehr Zunder gibt. Ohnehin ist der Film todernst erzählt. Der Regisseur rechnete in solchen Szenen scheinbar tatsächlich mit einem Angstgefühl beim Zuschauer, welches selbstverständlich nicht eintreten will, es sei denn man fürchtet sich auch vor dem Teufelchen aus dem Kasperletheater, welches immerhin in der Lage ist seine Ärmchen zu bewegen, ganz im Gegenteil zur hier auftauchenden Killerratte.

Ich habe die gekürzte Version des Streifens gesehen, und so schlecht und häufig wie dort geschnitten wurde scheint es einige blutige Momente zu geben. Aber auch wenn in der ungekürzten Fassung mehr Lebenssaft fließt, wirklich aufwerten wird dies den Film nicht. Genrekenner werden allerdings ohnehin nicht zu viel erwarten, ist doch Regisseur David DeCoteau mit an Bord, der dafür bekannt ist besonders schlicht gestrickte und extremst kostengünstig umgesetzte Horrorfilme zu drehen und sie trotzdem viel zu ernst umzusetzen. Zumindest im Komödienbereich hat er aber einmal etwas Geglücktes abgeliefert, und das war die Teenie-Komödie "Dr. Alien".

"Creep Zone" ist zumindest unterhaltsamer als sein öder "Beast You" und mit mehr Mühe umgesetzt als der besonders ärgerliche „Grizzly Rage“. Etwas liebenswerter fielen Seine Werke unter der Fuchtel von Produzent Charles Band aus. Mit ihm drehte er u.a. einige Teile der „Puppet Master"-Reihe und den sehr dürftigen "Shrieker". Da ich mit solchen Filmen gerne nach Feierabend abschalte, schalte ich beim Lesen seines Namens gerne ein. Fans hirnloser 80er Jahre Action-Horrorstreifen können gerne ein Auge riskieren, dürfen aber nichts über Durchschnitt erwarten.


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