Dienstag, 24. Juli 2012

HELLPHONE - EIN TEUFLISCHES HANDY (Hellphone 2007 James Huth)


Im Gegensatz zu seinem besten Freund und seiner Angebeteten kommt der junge Skater Sid aus armen Verhältnissen. Da er sich nicht einmal ein Handy leisten kann, freut es ihn ganz besonders als er für schlappe 30 Euro an ein besonders individuelles Model gerät. Schnell findet er heraus, dass es kein normales Handy ist. Es wählt von alleine Mitmenschen aus Sids Umgebung an und verbessert damit seine soziale Situation. Wünsche erfüllt es ebenso. Sid will nicht auf die warnenden Worte seines besten Freundes hören, erst recht nicht als er mit Hilfe seines neuen technischen Zauberapparates Herzensdame Angie erobert. Erst als es zu Todesfällen kommt wacht Sid auf...


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„Hellphone“ ist schon ein Bastard von Film. In seiner Schwerpunkt-Orientierung auf den Komödienbereich anstatt der des Horrorfilms gibt es nichts zu rütteln, da macht der französische Streifen kein Geheimnis draus. Die Art seiner Erzählung hingegen kann schon ein wenig verwundern. Zu Beginn folgt der Streifen dem klassischen Pfad einer solchen Geschichte mit recht überraschungsfreien Figuren und Situationen. Zwischendurch wird diese etwas einfallslose Routine unterbrochen von Extremklamauk mit Figuren, die aus der „Police Academy“ entlaufen sein könnten und Situationen, die man bereits aus den Fortsetzungen der „Eis am Stiel“-Reihe kennt, beides keine Kinoreihen die heute einen guten Ruf besitzen würden.

Es dauert allerdings nicht all zu lange, da wird Hellphone" interessanter, wenn das Handy in Sids Leben Einzug hält. Man beginnt sich mit der Hauptfigur zu identifizieren, und das Telefon fällt mit seinen Eigenarten ungewöhnlich auf und geht über das hinaus was man im Vorfeld von ihm erwartet hat. Unfälle und Todesarten bleiben in ihrer Darstellung zahm, leben aber teilweise von ihren recht drastischen Ideen, die im Laufe des Films immer ausgefallener und lustiger werden. Die Geschichte hingegen dümpelt weiter vor sich hin und hält sich brav an vorhersehbare Abläufe.

In der späten Phase, in welcher Sid die Situation erkennt und sich von seinem Handy trennen will, kommt „Hellphone“ dann aber schließlich in Fahrt und wird mit einem Mal zu einem Partykracher guter und teilweise sehr individueller Ideen, sprich er wird so gut wie man es ihm wohl nicht mehr zugetraut hätte. Die Situation denen sich die Kids in der Schlussphase nun ausgeliefert sehen, könnte man als eine Parodie auf die „The Call“-Reihe bezeichnen. Sie wird auf solch groteske Art überzogen angegangen, dass „Hellphone“ phasenweise einem Film über Zombies oder gewaltbereiten hysterische Menschenmassen gleicht.

Ob man mit dieser Horror-Komödie nun etwas anfangen kann oder nicht, liegt also nicht nur in der Frage begründet ob man gerne die humorvolle Variante von Horrorthemen sichtet oder nicht, sondern auch darin ob man genügend Geduld besitzt sich mit Massenware zu begnügen, bevor es recht selbstständig zur Sache geht. Flott ist der Streifen die ganze Zeit über umgesetzt, das weiß seine zu routinierte Anfangsphase zu überspielen. Aber ob nun jeder etwas mit den übertriebenen Zoten und Extremcharakteren anzufangen weiß, bleibt fraglich. Ich könnte jeden verstehen der es nicht tut.

Mir persönlich hat „Hellphone“ jedoch genügend Freude bereitet, ein Zustand mit dem ich nach 15 Minuten ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet habe. Wer mit einem lediglich nett ausgefallenem, fast schon gewöhnlichen Film etwas anfangen kann, wird mit einer letzten viertel Stunde belohnt, die das Kalieber eines „Die Killerhand“ besitzt. Für anspruchsvollere Popkorn-Freunde geschieht dieser Wandel somit viel zu spät. Wer wie ich jedoch schon vorher Spaß mit dem lustigen Film hatte, der mag ihn voll und ganz.


1 Kommentar:

  1. Der Streifen war ganz nice und ich wurde gut unterhalten aber am besten war noch immer der cool gemachte Trailer. So lustig und rasant wie der war der Film dann im Endeffekt dann leider doch wieder nicht. Besser wie anfangs erwartet aber trotzdem.

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