Dienstag, 24. Juli 2012

MONSTER ARCHE (Monster Ark 2008 Declan O'Brien)


Ein Archäologen-Team stößt in einer versteckten Kammer auf eine Schriftrolle, in welcher von einem weiteren Auftrag Gottes an Noah die Rede ist. Dieser bestand darin, die Menschheit vor einem Monster zu schützen, welches für immer Dunkelheit über die Erde brächte. Im Irak stößt man auf die besagte Kreatur, und die ist noch immer putzmunter und unaufhaltsam...


Eine Religion-Legion...

Wenn sich Sy-Fy-Pictures an einen Monsterfilm wagt, was nicht gerade selten der Fall ist, dann weiß man in der Regel wie ein solcher Genre-Beitrag ausfällt: kostengünstig finanziert, inhaltlich vorhersehbar und mit einer optisch schlechten Monster-Computeranimation versehen. Dass ich mich immer wieder an ihre Werke heranwage, dient nur einem einzigen Zweck: der Suche nach brauchbarer Trivialstunterhaltung. Oft muss ein solcher Film dafür unfreiwillige Komik versprühen, und dass dieses Ziel nicht zwingend mit einem lächerlichen Drehbuch zu erreichen ist, beweisen Filme wie „Monster Arche“.

Sicherlich hält auch dieser einige Logiklücken und Unsinnigkeiten bereit, doch Partystimmung will sich in dem Film, der für seine Herkunft einer recht eigenständigen Idee nachgeht, nicht entstehen. Das hat weniger mit der ruhigen Erzählweise zu tun, dass die Geschichte einige Haken schlägt, bevor die Kreatur freigesetzt wird, fand ich sogar okay. Das gab der Geschichte einen gewissen Abenteuer-Gehalt, etwas das z.B. die Billigproduktion „Megalodon“ zu retten wusste. Da nach halber Filmlänge jedoch alles ohnehin im typischen „Wir fangen das unbesiegbare Monster“-Herumgekasper endet, erscheint die langwierige Einführung der Geschichte rückblickend jedoch dann doch eher wie das Langstrecken einer Geschichte, die kaum eine ist.

Sy-Fy war immer auf der Suche nach originellen Kreaturen, die man dem nimmersatten Horror-Fan vor die Nase setzen konnte. Ob nun wandelnde Skelette, jede noch so absurde Art von Tieren, Gargoyles, Oger, was auch immer, der TV-Sender suchte sie, fand sie und verwurstete sie. „Monster Arche“ erinnert mich in seinem Ergebnis am ehesten an „Manticore“, was nicht nur am gewählten Spielort Irak liegt, sondern allgemein an der Grundmentalität des Streifens , die weit über ein konservatives Gedankengut hinaus geht.

Beide Werke wirken als Horrorfilm getarnt, um Pro-Republikanisch zu erziehen. Da werden Soldaten und Wissenschaftler zu Freunden, Ungläubige zu Christen, und dies inmitten einer so plump aufgedrückten „Der Mensch darf zu seinem eigenen Schutz nicht alles wissen“-Soße, dass einem die Solidarität auf Propaganda-Art derart aus den Ohren läuft, dass nur noch ein unangenehmes Gefühl vorhanden ist, dort wo man sich einen geistfreien Unterhaltungswert erhoffte.

So funktioniert „Monster Arche“ dann weder als unfreiwillig komischer Schund, noch als anspruchsfreie Trivialunterhaltung. Letzteres wäre durchaus möglich gewesen, eben weil die Geschichte sich Zeit nimmt, eine eigene (zugegebener Maßen recht unsinnige) Mystik schafft und ein halbwegs akzeptables Monster präsentiert (dem es im Gegensatz zur Story allerdings etwas arg an Mystik fehlt). Nervte in „Manticore“ das Amerika-Halleluja, so wird dies hier durch „Der Gottesglaube kann neben der Wissenschaft existieren“-Humbug ersetzt, ein nicht minder nerviger Versuch die Dummen unter den Zuschauern manipulativ zu erreichen.

Wenn ein Film einen erwachsenen Menschen erziehen will, dies auch noch heimlich tut und dies auch noch in eine fragwürdige Richtung tendierend, dann macht mir ein solcher Streifen keinen Spaß mehr. Wenn ich sehen will wie Militär und Wissenschaft Hand in Hand agieren, dann greife ich lieber zu den Monsterfilmen aus der Autokino-Zeit. Die versprühen immerhin noch nostalgisches Flair. Trotz aller Ärgernisse muss man „Monster Arche“ jedoch zugestehen nicht so lustlos heruntergekurbelt zu sein wie ein „Monster Village“. Er wurde auf sein Produktions-Niveau gesehen sogar recht anständig umgesetzt. Auch die Darsteller machen sich hier teilweise besser als in vergleichbaren Werken. Regisseur Declan O‘Brien ist jedoch erst mit „Sharktopus“ ein halbwegs annehmbarer Vertreter des Monsterfilms gelungen.


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