Freitag, 17. August 2012

TÖTET SMOOCHY (Death To Smoochy 2002 Danny DeVito)



Rainbow Randolf, ein Star des Kinderfernsehens, verliert wegen Korruption seinen Job beim TV. Um den Ruf des Senders wieder herzustellen, übernimmt der skandalsaubere Idealist Sheldon dessen Sendeplatz als Smoochy das Nashorn. Der hat bald mehr Feinde als ihm lieb ist, da er nicht die üblichen Werbeverträge abschließen will...


Ein Hauch Aufklärung...

Danny DeVito ist spätestens seit dem grandiosen “Der Rosenkrieg” für seine schwarzen Komödien bekannt. Und auch wenn er ab und an daneben haut, wie beispielsweise in der Ben Stiller-Komödie “Der Appartement-Schreck”, so sind die Ergebnisse seiner Arbeit in der Regel jedoch stimmig umgesetzt. Untergegangen ist 2002 sein Werk “Tötet Smoochy”, was sicherlich nicht an der Qualität des Filmes liegt, sondern vermutlich eher an seinem Thema. Der Film um das Nashorn aus dem Kinder-TV wurde ähnlich klein gehalten wie “Idiocracy”, naiv wer da bloßen Zufall vermutet.

Wie auch immer, “Tötet Smoochy” zeigt uns die kunterbunte Welt der TV-Shows für Kinder a la “Teletubbies” und “Barney And Friends”. Dabei parodiert er nicht nur das quietschbunte Geistlose dieser Sendungen, sondern zeigt uns auch die dunklen Abgründe hinter solchen Produktionen, so z.B. die Machenschaften der Mafia, die sich mit billigen Kinderprodukten und ungesunden Lebensmitteln befasst. So übertrieben und überdreht der Film auch umgesetzt ist, dass hier ein wahrer Hintergrund gezeigt wird und dass dem Film das Thema ernst ist, ist deutlich zu erkennen.

Dabei steht dieser Aspekt nicht einmal im Vordergrund. “Tötet Smoochy” ist zwar Satire, ist aber als kunterbunte Komödie getarnt, und da spielen im Vordergrund gut aufgelegte Stars, die, was die zwei Hauptfiguren angeht, auch gleich gegen ihr Image anspielen können. Edward Norton spielt den naiven Softi statt seiner harten Rollen aus “American History X” und “Fight Club”, und Robin Williams war zur Entstehungszeit ohnehin frisch auf böse Rollen abonniert und spielt den Filmbösewicht so abgedreht, als wäre er ein Looney Tune.

Dass alles zu einem Happy End kommt und mancher Schurke zum Guten bekehrt wird, wird dank der locker flockigen Inszenierung nie zu kitschig eingefangen, was wohl auch daran liegt, dass der Kitsch hier ebenso parodiert wird wie die Schattenseite von Sheldons Idealismus. Zwischen den Zeilen klingt immer wieder durch, dass auch er kurz vor einer geistigen Erkrankung steht und somit dem Bereich Genie und Wahnsinn ein neues Gesicht verleiht. Schön auch, dass es DeVito schafft gegen Ende für kurze Augenblicke aufzuzeigen, dass einem auch die Schurken sympathisch werden können, wenn sie sich genervt von Sheldons verblödendem Programm einer Eisrevue abwenden, das neben kunterbunter Farben und lobenswerter Botschaften einen Kunstaspekt heuchelt und sich damit trotz aller Bemühungen des Gegenteils doch als Schund-Projekt outet.

DeVito beleuchtet in diesem Unterhaltungsfilm mit ernstem Hintergrund also so ziemlich jede Negativ-Seite der Geschäfte um das Kinderprogramm, schafft es aber dabei seine eigentliche Geschichte nicht aus den Augen zu verlieren und selbst klischeehafte Handlungsabläufe, wie die integrierte Liebesgeschichte, nicht all zu sauer aufstoßen zu lassen.

Der Film strotzt nur so vor guten Ideen, bösartigen Seitenhieben und jeder Menge guter Laune vor und hinter der Kamera. Er weiß immer etwas zu erzählen, verteilt seine Schläge in alle Richtungen, wird auch gerne mal vulgär und behält doch immer seinen Stil. “Tötet Smoochy” ist ein kleiner Geheim-Tipp der nur deshalb nicht so abgrundtief bösartig wie “Der Rosenkrieg” wirkt, weil er in einer kunterbunten Welt spielt, deren Schattenseiten uns wie ein Kinostoff vorkommt. Trotz aller Übertreibungen kann man sich mit dem Scheidungsfilm eher identifizieren als mit Smoochys Problemen. Gerade deswegen ist der kleine aufklärerische Kern des Streifens aber um so wichtiger für eine Gesellschaft, die nur sieht was sie sehen will.


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