Montag, 10. September 2012

MOTEL 2 - THE FIRST CUT (Vacancy 2: The First Cut 2008 Eric Bross)


Ein kleines Motel im Nirgendwo birgt ein schmutziges Geheimnis. Liebespärchen werden von den Betreibern heimlich gefilmt. Das Geschäft mit den Amateurvideos läuft jedoch nur so lala, und da kommt es den Voyeuren recht gelegen, dass sie beim üblichen Spannen einen Gast bei einem Mord beobachten dürfen. Der entpuppt sich als Triebtäter und unterbreitet den beiden ein Angebot für sie für Snuff Videos zu morden. Die ersten anvisierten Opfer sind drei Teenager...


Und Action...

Dank seiner naiven Art war „Motel“ sicherlich nicht grundlos von vielen Cineasten verrissen. Er war jedoch auch ein sehr spannendes Stück Film, und da wurde ich schon etwas neugierig als ich las, dass ein Teil 2 die Vorgeschichte des titelgebenden Motels erzählen sollte. Dennoch wusste ich nicht wirklich was ich erwartete, würde doch klar sein wer überlebt und wer die Strippen zieht. „Motel 2“ müsste also mit etwas ganz anderem punkten als mit Thrill. Die Entstehung einer perversen Idee stand im Mittelpunkt, und an dieser verbrecherischen Entwicklung müsste sich das Prequel orientieren.

Das tut sie theoretisch auch, aber wie das bei schnell nachgeworfenen Fortsetzungen nun mal so ist: es bleibt wenig Zeit für eine durchdachte Geschichte. Das Manko des Vorgängers hätte sich jedoch nicht wiederholen dürfen, da dieser Teil 2 im Gegensatz zu dem letztendlich nur von seiner Geschichte leben kann und nur bedingt von einem Spannungsbogen. Dementsprechend hätte der Weg zur Snuff Movie-Produktion glaubhaft dargestellt werden müssen. Und genau daran scheitert „Vacation 2 - The First Cut“ (Originaltitel).

Da darf man schon zu recht enttäuscht sein, wenn zwei schmale Hemden sich auf einen äußerst delikaten Deal einlassen, der nicht nur die Frage offen lässt, wie man zukünftig an sein Publikum kommt, sondern auch die viel naheliegendere Frage: was wenn dem Psychopathen nicht zu trauen ist? Weder mit dem einem noch mit dem anderen Thema beschäftigt man sich ernsthaft, mit letzterem zumindest B-Film-mäßig bedingt, sprich oberflächlich und realitätsfern. Schade!

Auch die amateurhaften Versuche den Opfern aufzulauern sind besonders dilettantisch zu nennen. So fragt man sich nicht nur, ob man nicht zuvor so etwas wie einen Plan hatte, sondern auch warum man in einer Phase, in der man einen Patzer nach dem nächsten baut, dazu neigt ein noch größeres Risiko einzugehen, in dem man mit seinen Opfern spielt, anstatt sie ganz einfach schnell zu töten. Klar, inhaltlich wollte man an Teil 1 anschließen, hier macht die Wiederholung des dort Gesehenen jedoch überhaupt keinen Sinn.

Vielleicht könnte das Ganze noch auf simplere Art trivial unterhalten, wenn Regisseur Eric Bross zumindest wüsste, was er wirklich erzählen will. Denn an welchen Filmfiguren er sich orientiert, wird nicht ganz klar. In der ersten Phase lernen wir die Killer kennen, mitfiebern soll man jedoch mit den viel später auftauchenden ersten Opfern, die B-Film-typisch recht oberflächliche Stereotype sind und die man nicht halb so gut kennt wie ihre Jäger. Von denen distanziert man sich als Zuschauer wiederum automatisch, da die Inszenierung eine Orientierung an ihnen mit der Reduzierung ihrer Präsenz überhaupt nicht mehr zulässt.

So guckt man das ganze (unsinnige) Treiben also viel zu theoretisch, und fragt sich was dieser Positionenwechsel überhaupt soll, wenn man ohnehin weiß, dass im Motel auch zukünftig für Videozwecke gemordet wird. Zwar weiß das Finale dann doch in manchem Punkt zu überraschen, jedoch nicht positiv, da die Auflösung doch arg löchrig daherkommt und sich damit dem Unsinn der Restgeschichte anschließt.

Dass bei dieser Art Herangehensweise die Thematik Snuff Movie viel zu brav wegkommt, ist eine Kritik die sich auch der erste Teil schon hätte gefallen lassen müssen. Ein Totalreinfall ist „Motel 2“ sicherlich nicht geworden, aber letztendlich weiß er nicht was er erzählen will. Und in den Punkten in denen er es weiß, weiß er nicht wie. Erstaunlich dass Teil 1 trotz ähnlicher Fehler allein wegen des Nervenkitzels so viel besser funktionierte. Der Drehbuchautor, der beide Teile niederschrieb, hätte sich besser kein Thema aussuchen sollen, das einen nachvollziehbaren Handlungsstrang benötigt. Hoffentlich schreibt er nie ein Drama.


Trailer,   OFDb

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