Mittwoch, 31. Oktober 2012

REBELLEN DES GRAUENS (The Supernaturals 1986 Armand Mastroianni)


Ein Trupp Soldaten ist in einem Wald unterwegs für einen Übungsgang. Doch aus der Theorie wird Praxis ums Überleben, da ehemalige Soldaten aus dem Bürgerkrieg von den Toten auferstehen...


Erwachsene Pfadfinder im Hokuspokus...

1986 war die Zombiefilm-Welle, die George A. Romeros „Zombie“ ins Rollen brachte, längst wieder abgeflaut. Da suchten Filmemacher nach neuen Ideen innerhalb eines ausgelutschten Genres. Während die einfallsreichen Veröffentlichungen dann auch zu diesem Zeitpunkt beachtet wurden, man denke nur an „Re-Animator“ und „The Return Of The Living Dead“, geriet Bockmist zu Recht schnell in Vergessenheit.

Ein Teil der schlechten Werke dieser Zeit waren Bockmist, da sie den Wandel der Zeit nicht erkannten („Black Zombies“, „After Death“) und noch immer die selbe Laier spielten wie ihre Vorgänger, die heute zu den Klassikern zählen. Andere pumpten die Thematik derart mit Humor auf, dass von Horror schon nicht mehr die Rede sein konnte („C.H.U.D. 2“, „Beverly Hills Body Snatchers“). „Rebellen des Grauens“ schaffte es auf recht eigene Art zum kompletten Bullshit zu werden. Er wählte den Weg der Esoterik.

Vielleicht mag das nicht ganz so weit hergeholt klingen, wo das Sub-Genre seine Wurzeln doch nun einmal im Voodoo-Glauben hat. In der Mitte der 80er Jahre reichte die bloße Hokus Pokus-Begründung allerdings nicht mehr. Sie hätte einen Hintergrund, einen Sinn erfahren müssen. Das hat sie im besagten Streifen jedoch nicht, und so geht dieser völlig unter.

Das hätte nicht zwingend passieren müssen. Aber wenn sich ein Film so brav gibt wie „The Supernaturals“ (Originaltitel), Zombies rein optisch kaum zu erkennen sind und auch sehr selten auftauchen und man auch noch eine interessante Figuren-Charakterisierung umgeht, dann wäre es dochwünschenswert gewesen zumindest der Geschichte Sinn zu geben.

Dass diesen suchen kann wer will zeigt sich bereits in der Präsentation des Trupps Soldaten, die mit ihrem Wissen und ihrer Kompetenz nicht anders wirken als eine Gruppe Pfadfinder (hätte man sich für die statt für Soldaten entschieden, wäre bei gleichem Drehbuch mit gleichen Dialogen vieles glaubwürdiger). Ihre Anführerin ist eine Frau, die gerne mal ein Auge zudrückt und selbst nicht so genau weiß, was zu tun ist (noch bevor eine Gefahrensituation entsteht). Von Kampfhandlung hat keiner eine Ahnung, ebenso wie von Tarnung, Diplomatie, Wache halten und den Dingen im Leben, die nichts mit ihrem Beruf zu tun haben, wie vernünftige Dialoge führen, logisch denken und sich dem anderen Geschlecht nähern.

Da also schon die dünnen Grund-Charaktere schon komplett unglaubwürdig sind, in einem Szenario, das auf Zauber unbekannter Herkunft aufbaut, verwundert es so gar nicht, dass auch die Dialoge bescheuerter nicht sein könnten und dem geduldigen Zuschauer des öfteren Kopfschmerzen bereiten. Klar, die Formulierung „Kopfschmerzen bereiten“ ist übertrieben, aber ich wollte verhindern, dass man glauben könnte, diese Rezeptur würde zu einem fröhlichen Trash-Happening führen. Denn das genaue Gegenteil ist der Fall. Sprudelnde unfreiwillige Komik zur Alternativunterhaltung wird der ganze Dünnschiss Untalent auch nicht.

„Rebellen des Grauens“ war gerade mal Regisseur Mastroiannis 3. Film. Ein Blick auf den 1999 gedrehten „Digital Virus“ macht jedoch deutlich, dass der Vielfilmer seit dem nichts an Talent hinzugewonnen hat. Von den Werken, die mir von ihm bekannt sind, ist „Lethal Invasion“ noch der beste, und der ist auch nicht mehr als akzeptable Routine.

In diesem fast zombielosen Zombiefilm ist immerhin für Trekkies ein kleines Highlight dabei. Neben dem Darsteller des Geordi La Forge spielt auch die Schauspielerin der Uhura mit, welche die Truppe Soldaten voran treibt. Sie spielt dabei nicht sonderlich gut, erschreckender Weise aber noch immer besser als der Rest. So verwundert es auch nicht, dass in der theoretisch interessanten Eingangssequenz, die zu Zeiten des Bürgerkriegs spielt, die Kinderrolle ebenso mies besetzt ist. Ein ängstliches Gesicht, das mehr von einem albernen Grinsen hat, gibt der ohnehin schon unnötig schlecht inszenierten Szene den Todesstoß.

„Rebellen des Grauens“ ist maximal für das jugendliche Publikum interessant. So ist er in Amerika auch sicherlich gedacht gewesen. Lächerlicher Weise kam der Streifen in Deutschland jedoch mit einer FSK 18 heraus, ein Paradebeispiel welchen Buhmann-Effekt das Genre Horror in Zeiten von Verboten und Zerstören von Kunst besaß.


OFDb

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