AFTER DEATH - DAS BÖSE IST WIEDER DA (After Death 1989 Claudio Fragasso)


Eine Gruppe Reisende kommt mit ihrem Boot an einer Insel an, auf der vor Jahren ein Voodoo-Priester aus Rache vor seiner verstorbenen Tochter Tote auferstehen ließ, welche sich dort ansässig gemachte Wissenschaftler dezimieren sollten. Die Toten werden von Archäologen unabhängig von der Ankunft der Touristen erneut in ihrer Ruhe gestört. Eine der Reisenden war einst als Kind Zeuge der unheimlichen Vorkommnisse dieser Insel, konnte gerettet werden, kann sich aber an nichts Konkretes mehr erinnern. Mit dem Erwachen der Zombies ändert sich dies...


Trotz Voodoo kein zweiter Woodoo...

Ende der 80er Jahre war es mittlerweile so weit, dass Billigproduktionen, denen man keine Aussicht auf ein großes Publikum machte, schlechter deutsch vertont wurden als größere Produktionen. Das hapert stark am Sehvergnügen von "After Death", in welchem "Horror House 2"-Regisseur Claudio Fragasso unter seinem Standard-Pseudonym Clyde Anderson versuchte die längst zur Ruhe gekommene Zombiewelle der späten 70er und frühen 80er Jahre noch einmal anzukurbeln. In Amerika hatte sich eher die komödiantische Variante des Stoffes um lebende Tote durchgesetzt, und italienische Ausnahmeproduktionen wie "Friedhof der Zombies" konnten bereits einige Jahre zuvor ebenfalls nicht am Erfolg von einst anknüpfen. Fragassos Werk orientiert sich mit dem dominanteren Bezug des Voodoo-Kultes sowohl stark an den Ursprung des Zombiefilms, also jener Phase vor George A. Romeros neuer Interpretation der Untoten mit "Die Nacht der lebenden Toten", im Härtegrad und dem Verhalten der Kreaturen aber auch auf den von diesem und seinem Nachfolger "Zombie" beeinflussten "Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies", der die eben erwähnte Eurowelle einst endgültig auslöste.

Zur Orientierung ist dies kein schlecht gewählter Film, weiß Fulcis Werk, in welchem ebenfalls Zombies eine Insel einnahmen, doch durchaus zu gefallen. Dass "After Death - Das Böse ist wieder da" jedoch einer ganz anderen Dekade Film angehört, merkt man bereits im Vorspann. Jegliche Namen sind aufgrund des internationalen Marktes in englisch gehalten, und ein schreckliches, an der damaligen Mode der Popmusik orientiertes, Titellied beraubt dem Streifen eines atmosphärischen Einstiegs, verleiht ihm je nach Publikum sogar bereits schon einen lächerlichen Anstrich, noch bevor das erste Bild in diesem im schwarzen Hintergrund gehaltenen Vorspann gesichtet werden kann. Mit Einblendung des Bildes wechselt der Sound zu Trommelrhythmen, die den Voodoo-Kult vor Ort verdeutlichen sollen. Und mit dem Beiwohnen einer Zeremonie, in welcher ein Voodoo-Priester seiner Frau dabei verhilft in die Hölle abtauchen zu können, ist auch einer der entscheidenden Unterschiede zum Vorbild von 1979 vorgenommen worden, wird hier der Einfluss des Voodoo doch von Beginn an bestätigt, wohingegen Fulcis Werk die Frage nach rationaler Ursache oder Zauber bis zum Schluss stets in der Schwebe ließ.

In besagter Szene stößt schlechte deutsche Synchronisation auf überzogenes, nicht überzeugendes Schauspiel, begleitet von einem arg gewollten Dialog über verschiedene Ansichten von Schuld und Unschuld der Wissenschaft. Unglaubwürdig besetzte Personen, ein Priester dem man ein umgedrehtes Kreuz zwischen die Augen aufgemalt hat, um auch definitiv deutlich zu machen, dass sich dieser Mann dem Bösen zugewendet hat, all das sorgt nicht gerade für einen stimmigen Einstieg ins Szenario. Anders verhält es sich mit dem plötzlichen Auftauchen der Ehefrau aus der Hölle, die so wie zurecht gemacht auch in Lamberto Bavas "Dance of the Demons"-Filmen wirksam hätte auftauchen können. Sie weiß optisch zu überzeugen, in der schlechten Inszenierung jedoch keineswegs Terror zu verbreiten, auch wenn die Effektverantwortlichen begriffen haben, dass es ordentlicher Gore-Effekte bedarf um an die Erfolge von einst anknüpfen zu können, und die Taten der Zurückgekehrten somit keinesfalls zahm ausgefallen sind.

Dass dies allein nicht ausreicht, beweist Fragasso im Laufe seines Filmes immer deutlicher. Mögen die Zombies auch passabel zurecht gemacht sein (auch wenn sie nicht dem Niveau der Priesterbraut entsprechen), jeglicher andere Fakt arbeitet gegen einen erfolgreichen Horrorfilm, bis hin zu den modisch gekleideten, keinen fühlbaren Charakter verkörpernden Urlaubern, die großteils lediglich, ebenso wie die zu zufällig ebenfalls ansässigen Archäologen, als Zombiefutter dienen. Mag sein dass sich "Zombie 4" (Alternativtitel mit allerhand verschiedenen Beititeln) im Original zumindest einen Hauch unterhaltsamer guckt als in der schlechten Synchronisation unseres Landes, aber letztendlich ist er weder als Horrorfilm wirklich geglückt, noch als unterhaltsamer Trash. Dieses Ergebnis hat Fragasso zumindest noch mit seinem Folgefilm "Troll 2" erreicht. Sein Ausflug in alte Zombiezeiten hingegen ist von einigen gelungenen Goreszenen einmal abgesehen jedoch nur Zeitverschwendung. Er ist zu sehr Produkt, arg darauf bedacht sich an die Klassiker der Anfänge seines Jahrzehnts zu orientieren, und doch an entscheidenden Stellen das meiste falsch machend, was dieses Sehvergnügen hätte zurück zaubern können.


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