Sonntag, 18. November 2012

JURASSIC SHARK (2012 Brett Kelly)


Ein eingefrorener Megalodon wird versehentlich befreit und gerät in einen abgelegenen See, wo sowohl Studenten als auch Verbrecher zu Opfern der Kreatur werden. Die Überlebenden arbeiten nicht gerade hilfreich zusammen...


Jurassic Quark...

Es ist heutzutage schwer sich im Meer an Tierhorror-Erscheinungen im DVD-Markt durchsetzen zu können. Besonders schwierig erweist sich dies, wenn man als Zentrum dieser Produktionen mit der Gattung des Haifischs liebäugelt, dürfte dieser doch wohl das am häufigsten verfilmte Lebewesen dieser Art Film sein. Da kommt ein augenzwinkernder Titel wie "Jurassic Shark" doch recht einfallsreich daher, um sich von der Masse abzuheben. Hat man den Film dann aber mal geschaut, scheint die Sachlage eher anders herum zu liegen. Scheinbar hatte man zuerst den Titel und hat daraufhin schnell einen Film zu diesem fabriziert.

Wer schon einen Titel dieser Art hat, braucht auch keine Mühe mehr in das Projekt zu stecken. Der Film wird seines Titels wegen gekauft, dann muss der Inhalt nichts mehr hergeben. Nun ist es keine Ausnahme bei der Flut an "Der weiße Hai"-Nachahmern, dass das Ergebnis schlecht zu nennen ist. Einen solch üblen Vertreter der Schlechtigkeit hatte ich allerdings schon lange nicht mehr im Player. "Jurassic Shark" ist langweilig wie "Shark - Das Grauen aus der Tiefe", der mittlerweile als "Jurassic Shark 2" vermarktet wurde, so dämlich und schlecht animiert wie Produktionen der Firma The Asylum und ohne deren unfreiwillig komischen Trash-Bonus versehen.

Die Synchronisation ist ziemlich übel, unterstützt damit aber nur jene Qualität, die "Jurassic Shark" auch bei besserer Vertonung zu bieten hätte. Das beginnt mit zwei ausgelassenen Badenixen, die nicht gelangweilter und unspektakulärer im Wasser hätten baden können. Eine halbe Ewigkeit spritzen sie sich zahm gegenseitig mit Wasser voll (wenn das Wasser bei dieser zahmen Herangehensweise überhaupt den Körper der jeweils anderen erreichen kann). So eine extrem gespielte fröhliche Langeweile habe ich seit meiner Ausflüge ins Nudistenfilm-Genre mit Werken wie "Nude On The Moon" und "The Beast That Killed Women" nicht mehr gesehen. Was unsere beiden attraktiven Bikini-Trägerinnen hier zeigen, könnte man sich im Kurbad unter verspielten, greisen Rentnerinnen vorstellen, nicht aber im Alter lebenslustiger Studentenschönheiten.

Dieses Beispiel ist banal, da für den Film völlig unwichtig. Aber es steht Pate für alles was dieser Szene folgen soll. Eine schlichte Story, die trotz ihrer Banalität völlig unsinnig daher kommt, langweilige Dialoge, ewiges Wandern durch die Botanik (selbst dann wenn der Film mitten in die Hai-Thematik eingestiegen ist), und wenn mal etwas passiert, wird es durch die Spannungsarmut, die lächerlichen Computereffkte und die unblutige Umsetzung zunichte gemacht. Dass man von den wenigen Aufnahmen des Killerhais, der völlig nimmersatt alles frisst was sich bewegt und dabei unter Wasser knurren kann wie ein Tiger ("Raging Sharks" lässt grüßen), auch noch einige doppelt und dreifach vorgesetzt bekommt, teilweise spiegelverkehrt getarnt, macht das schlechte Ergebnis noch übler.

Was das Untalent von Regie, Darstellern und Trickkünstlern nicht schafft, erledigt spätestens der "Komponist" des Soundtracks, der uns eine kühle elektronische Musik in Dauerschleife vorsetzt, welche vorgibt Spannungs-untermalend zu sein, aber nur ein Klischee in Notenform ist. Selbst wer wenig erwartet wird enttäuscht. Meidet diesen Film, er ist das langweiligste, das ich seit langem gesehen habe. Wer albernen Schund auf Hai-Basis mag sollte zu "Sand Sharks" greifen. Wer es anspruchsvoller mag wird es mit "Jurassic Shark" ohnehin nicht versucht haben.

Leider hat Regisseur Brett Kelly auch die Neuverfilmung von "Attack Of The Giant Leeches" verbrochen, auf den ich eigentlich recht neugierig war. Nach Sichten von "Jurassic Shark" kann ich die Erwartungen wohl weit nach unten schrauben.


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