Sonntag, 2. Dezember 2012

GIRLS NITE OUT (1984 Robert Deubel)


Ein Psychopath ermordet das Maskottchen eines Basketball-Teams und entwendet dessen Kostüm, ein Teddybär-Dress, um darin Cheerleader zu ermorden...


Ein Mutz gehört in den Hain...

Ein Killer im Kostüm des örtlichen Schulmaskottchens, einem Teddy, geht umher und killt Teens mit seiner eigens dafür angefertigten Messer-Krallenhand. Klingt doch nach einer erfrischenden Idee im Slasher-Dschungel der 80er Jahre, ist aber nur ein weiterer Beitrag zum in die Tonne schmeißen.

Die erste halbe Stunde nervt, bis auf einen Doppelmord in vollkommener Dunkelheit (zur Wahrung des Geheimnisses der Killeridentität), mit endlosen Partyszenen von Teenagern, die nicht ansatzweise wie diese Altersgruppe aussehen. Die deutsche Synchronisation trägt viel zum schlechten Ergebnis des Filmes bei. Da wird genuschelt, besoffen geredet (selbst für die angetrunkenen Rollen mit zu viel Overacting), da wirdgequietscht und zu allem Überfluss mit diesen Nervstimmen auch noch nonstop geschwafelt. Meine Fresse, kostet das Zuschauernerven.

An sich war ich anfangs von der Authentizität beeindruckt, wie die College-Partycharaktere im Vergleich zu frivolen College-Komödien angelegt wurden. Auf der anderen Seite erlebte man sie fast nie von ihren ernsten Seiten, was wiederum dafür sorgt, dass es trotzdem klischeehaft wirkt.

Wenn der Teddy endlich einmal loslegt, geschieht der erste Mord recht unblutig. Es wird schnell weggeblendet auf die nächste Szene. Ob das nur in der deutschen Fassung der Fall ist oder nicht kann ich nicht beurteilen. Ein nerviger Film, und dann noch an Effekten und Schauwerten sparen, na danke!

Als wäre man nun nicht schon genervt genug, muss man nun auch noch miterleben, dass inmitten unsympathischer Dauerschwafler der Mörder ebenfalls nicht stumm bleibt. Es gibt kaum etwas nervigeres in einem halbwegs ernst gemeinten Slasher als einen brabbelnden Mörder.

Aber es kommt noch schlimmer. Dank der deutschen Synchronisation erkennt man bereits an der Stimme, dass wir es hier mit einem weiblichen Mörder zu tun haben. Sofort fühle ich mich an "Vier Fäuste gegen Rio" zurückerinnert. Nur war der Synchronfehler dort nicht so gravierend, weil die Auflösung ohnehin völlig schnuppe war und man nur eine Komödie mit lustigen Prügelszenen sichten wollte. "The Scaremaker" (Alternativtitel) konnte mit nichts punkten, und um so gravierender ist so etwas Verratendes dann auch.

Mir war nach kurzer Zeit aber ohnehin egal welche Frau nun der Mörder war. Es ist schade um die gelungene Mörderaufmachung: Knuddelteddy mit Idiotenmimik und Freddy Krueger-Kralle! In diesem Ausnahmefall würde ich mir wünschen, jemand würde wie bei "Hobgoblins" oder "Die Nacht der Creeps" nach all den Jahren eine Fortsetzung nachschieben. Die Chance dass diese besser als das Erstling ist, würde sehr hoch stehen. Mit einer Neuverfilmung würde ich mich auch noch zufrieden geben. Da das Werk aber sehr unbekannt ist und es schon damals scheinbar niemanden hinter dem Ofen hervorlocken konnte, muss ich wohl weiter mit den Erinnerungen an diese lahme Eintagsfliege leben.


Trailer,   OFDb

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