Sonntag, 2. Dezember 2012

MEAT MARKET (2000 Brian Clement)


Die Erde wird von Zombies belagert. Zwei Kopfgeldjäger kämpfen sich durch das apokalyptische Szenario, in der Hoffnung der Lage Herr zu werden. Überraschende Unterstützung bekommen sie dabei von Vampiren, denen das Blut der Zombies überhaupt nicht zusagt...


Und wieder erobern Zombies die Welt...

Amateurfilmer und ihre liebsten Figuren, die Zombies! Das ist schon eine Liebe für sich, die von anderen Freunden des Genres häufig nicht zurückgeliebt wird. Mal davon abgesehen, dass viele Horrorfans nichts mit Amateurfilmen anfangen können, gibt es in diesem Bereich einfach zu viele Zombiefilme, die nichts weiter zeigen als blutigste Effekte, die zum Großteil auch noch mies getrickst sind.

Wie der Name bereits vermuten ließ, steckt hinter dem Titel „Meat Market“ ein Zombiefilm, also riskierte ich einen Blick, in der Hoffnung diesmal etwas frischeres schauen zu dürfen. Zunächst einmal fällt auf, dass man etwas Geld investiert hat und etwas mehr Mühe an den Tag legte als üblich für einen selbstgedrehten Streifen. Ein angezündetes Auto, viele Mitwirkende und ein für Amateurfilmverhältnisse ordentliches Talent bezüglich der Umsetzung gibt es zu sehen. Die Vertonung nervt nicht, die Kamera ist solide im Einsatz, die Zombiemasken sind nett gemacht, die Darsteller geben sich trotz ihres Untalents Mühe und die Geschichte... nun ja, die...

Die Geschichte folgt zunächst ganz typisch den kopierten Vorbildern, wird dabei überraschender Weise auch kaum langweilig, und dennoch musste ich schmunzeln, standen im Vorspann doch zwei Namen zu der Formulierung: „nach einer Idee von“. Welche Idee, fragte ich mich nach geschätzten 30 – 45 Minuten, und dann kam sie endlich: Unsere Helden (zwei Kopfgeldjäger) stoßen auf eine Gruppe Vampirfrauen, die sich mit dem Paar verbünden wollen im Kampf gegen die Zombies. Grund: Die Nahrung der Vampire wird knapp, und das Blut der Untoten schmecke widerlich. In Zeiten des Krieges lassen sich unsere Helden auf eine Kooperation mit diesen fragwürdigen Individuen ein. Das war die neue Idee. Immerhin gab es eine, auch wenn von da an alles wieder dem üblichen Weltuntergangs-Zombieschema folgt.

Neben „Dawn Of The Dead“ gibt es auch Parallelen zu „Resident Evil“, denn wieder einmal ist eine böse Firma schuld am Untergang der Menschheit. Die nähere Erklärung warum was schief gelaufen ist, kann man aber auch als gelungen bezeichnen.

An sich ist „Meat Market“ ein netter, kleiner Film geworden, dem lediglich seine zu lange Laufzeit im Weg steht, um besser zu unterhalten. Krampfhaft wollte man die 90 Minuten erreichen, dabei hätten 60 oder 70 Minuten dem Film wesentlich besser gestanden.

Ärgerlich wird das ganze zudem dadurch, dass eine recht beachtliche Länge unpassenden Sexszenen gewidmet wurde, die das fertige Werk lediglich strecken. Eine Szene dieser Art wäre noch o.k. gewesen, und nach der ersten dieser Art dauert es auch lange bis es in diesem Bereich weiter geht, aber im letzten Drittel nimmt das ganze Überhand und wird spätestens während einer völlig schlecht inszenierten Lesbenszene einfach nur ärgerlich. Nur eine dieser Erotikszenen hatte einen gewissen Reiz für die Story, da dieser aber den Bereich der Emotionen streifte, war auch dies Perlen vor die Säue. „Meat Market“ ist immerhin ein Fanfilm und kein ernst zu nehmendes Stück Kunst. Natürlich kann man auch dagegen halten und die Meinung vertreten, es sei doch toll, dass sich Amateure in so vielschichtigen Bereichen geübt haben. Ich denke jedoch, dass nicht jeder dieser Versuche auch wirklich in den fertigen Film hineingehört.

Auffallend sind die gelungenen Goreeffekte, die streckenweise auch recht hart ausfallen. Diesbezüglich gab es zu Filmbeginn schon eine Warnung, ausgesprochen von einem der Zombiedarsteller. Zarte Mägen haben in „Meat Market“ nichts zu suchen.

An sich kann ich den Streifen Freunden von selbstgedrehtem Horror schlussendlich empfehlen. Dass in einem Amateurfilm nicht alles goldig ist, ist grundsätzlich zu erwarten. Toll ist dagegen immerhin all das, was es an Positiven zu entdecken gibt. Und das ist in „Meat Market“ nicht gerade wenig. Besonders gefreut habe ich mich persönlich über etwas, das im modernen Zombiefilm leider kaum mehr Platz findet: Gegen Ende darf man einer Szene beiwohnen, in welcher sich die Untoten aus der Erde erheben. So billig es auch inszeniert ist, es hat Wirkung und könnte ruhig auch wieder von den Profis der Branche verwendet werden.


OFDb

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