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Montag, 30. Dezember 2013

PANS LABYRINTH (El Laberinto del Fauno 2006 Guillermo del Toro)


Die kleine Ofelia flüchtet sich in eine Fantasiewelt, während im richtigen Leben noch immer der offiziell eigentlich seit Jahren beendete Krieg tobt, an dem ihr gewaltbereiter Vater als Hauptmann beteiligt ist...


Ofelia im Wunderland...   

Welch ein wundervoll getrickstes Drama! Die Kreaturen sind genauso phantasievoll umgesetzt, wie die brutalen Effekte in der Realität. Der Kinderfresser sei hierbei auf der einen Seite hervorzuheben und die brutale Attacke auf den Hasenjäger auf der anderen Seite. Die Schauspieler agieren alle glaubwürdig, damit wirkt der dramatische Film freilich besonders emotional auf den Zuschauer. 

Neben dem dramatischen Part sorgt gerade die Präsenz des Pans für ein zwiegespaltenes Gefühl. Man traut ihm nicht wirklich zu auf der guten Seite zu stehen, und diese Verwirrung gibt dem Film einen gewissen Spannungsgehalt außerhalb der ohnehin schon vorhandenen Spannungselemente Hofverrat, böser Stiefvater, fremde Welten oder Vertrauensbruch. „Pans Labyrinth“ weiß auf niveauvolle Art richtig schön zu unterhalten. 

Einzig der etwas krude Mix aus Fantasy und Kriegsdrama stößt etwas sauer auf, dies aber auch nur weil ich die Fantasyelemente als etwas symbolisches und nichts tatsächliches betrachte. Da verwundert der Offkommentator zu Beginn und am Ende doch sehr, der dem Zuschauer diese Geschehnisse als real verkaufen will. Ohne diesen Kommentar ließe sich der Film viel vielschichtiger deuten und diskutieren. Er besäße mehr Substanz und wäre damit konsequenter. Das mag für viele ein banaler Grund sein, für mich ist es das entscheidende Element, das den Film von großem Kino mit Anspruch auf kurzweilige Unterhaltung mit Anspruchsgehalt reduziert.

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