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Donnerstag, 25. Juni 2015

AUSHILFSGANGSTER (Tower Heist 2011 Brett Ratner)


Als Mitarbeiter eines Nobelhochhauses aufgrund eines korrupten Mieters von der Wall Street ihren Pensionsfond verloren haben, schmieden ein paar von ihnen einen Plan sich das Geld vom Betrüger zurückzuholen...


Der Raub am Tag als Snoopy kam...

Mittlerweile erwarte ich sehr wenig von einem Film, in welchem Ben Stiller mitspielt, der einst mit „Verrückt nach Mary“, „Zoolander“ und „Voll auf die Nüsse“ so toll durchgestartet hat und danach meist nur noch Routine-Filmchen wie „The Watch - Nachbarn der dritten Art“ abgedreht hat. Ähnlich geht es mir mit Filmen mit Eddie Murphy, der nach so großen Würfen wie „Der Prinz aus Zamunda“ im Mainstream landete und so plumpe Werke wie „Mensch, Dave!“ und „Der verrückte Professor“ verzapfte. Gelungene Komödien wie „Bowfingers große Nummer“ machen ein arg geringen Anteil seiner Filmographie aus.

Zugegeben, „Aushilfsgangster“, in welchem beide die Hauptrollen bekleiden, kann man auch nicht gerade als das große Überwerk bezeichnen, aber verdammt, er macht auf seine kurzweilige Art richtig Spaß, erst recht wenn man sie nebeneinander spielen sehen darf, die einst so hoffnungsvollen Stars. Zu ihnen gehört auch Matthew Broderick, der nach „Ferris macht blau“ noch in „Election“ und "In Sachen Liebe" trumpfen durfte, ansonsten aber in eher mäßigen Filmen wie „Cable Guy“ und „Die Frauen von Stepford“ ewig den Langeweiler spielend mitwirkte. Nein, was sieht er alt aus, wenn er im hier besprochenen Streifen den Versager spielt, der einst ein Finanzgenie war. Es tut gut ihn in solch einer Rolle zu sehen, die wenigstens ein klein wenig von ihm abfordert. Stiller und Murphy hingegen bauen auf ihre üblichen Trümpfe, und dies vereint mit einer Geschichte, welche einem aufgrund sympathischer Charaktere und einer nachvollziehbaren Situation in der heute so kriminellen Wirtschaftszeit ziemlich schnell zu packen weiß, weiß aus „Aushilfsgangster“ ein solch angenehmes Ergebnis zu machen.

„Tower Heist“ (Originaltitel) ist kein „Oceans Eleven“, strebt eine ernsthafte Konkurrenz mit solchen Werken aber auch gar nicht an. Die leichte Komödie soll im Vordergrund stehen. Und mag einem der bittere Hintergrund eines frustrierenden Themas heutiger Ungerechtigkeit auch manches mal kurzfristig die Laune am Lachen verderben, ähnlich wie in Jim Carreys „Dick und Jane“, gut aufgelegte Stars und die flotte Inszenierung von Brett Ratner, der für so unterschieliche Werke wie „Rush Hour“, „Roter Drache“, „X-Men - Der letzte Widerstand“ und dem „Hercules“ aus dem Jahr 2014 verantwortlich war, bringen einen schnell wieder zum Schmunzeln, mehr aber noch zum Mitfiebern.

„Aushilfsgangster“ ist keine Komödie der großen Lacher. Eine amüsante Grundstimmung ist lediglich Grundlage für einen Plot der Solidarität beim Zuschauer entfachen möchte. Und wenn es diesbezüglich Klick gemacht hat, steht einer angenehmen Unterhaltung auch nichts mehr im Weg. Hier wird keine innovative Geschichte aufgetischt, vieles ist vorhersehbar, trotzdem weiß der Streifen auch manches Mal zu überraschen. Und wie er zu Beginn den Weg zur Hauptstory findet, ist gar nicht mal schlecht geschrieben. Die Patzer auf der DVD zeigen uns außerdem, dass hin und wieder auch improvisiert werden durfte.

Viel ist davon im fertigen Werk nicht zu merken. Das ist ebenso schade wie die Tatsache, dass die Ausbildung der halben Hemden zum Einbrecher durch einen angeblich erfahrenen Einbrecher nicht näher vertieft wurde, ein Aspekt den man aufgrund des deutschen Titels vermutet hätte. Aber letztendlich ist es egal, weil der Grundton von „Aushilfsgangster“ einfach stimmt, um einem wohlige 100 Minuten Film zu bescheren, die nie durch Unnötigkeiten ausgebremst werden. Das merkt man auch an der am Rande spielenden Love Story, die sogar derart kurz anklingt, dass ihr Ausgang für die Geschichte egal ist und gegen Ende nicht weiter verfolgt wird, auch wenn entfallene Szenen zeigen dass dies einmal anders geplant war. Wer auch immer darüber entscheiden durfte, er hat richtig entschieden und mit solch kleinen Unterschieden aus „Tower Heist“ mehr gemacht als den austauschbaren Durchschnittsfilm.


1 Kommentar:

  1. Hab letztens The Secret Life of Walter Mitty gesehen - definitiv einer der besten Filme von Stiller der letzten Jahre - aber halt keine reine Komödie.
    Die richtig guten Komödien wie Zoolander oder Tropic Thunder liegen tatsächlich inzwischen schon ein paar Jahre in der Vergangenheit...

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