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Sonntag, 21. Juni 2015

HAPPY HELL NIGHT (1992 Brian Owens)


Teenager befreien versehentlich einen dämonischen Massenmörder aus der Nervenheilanstalt, der von da an sämtliche Jugendliche in einem Studentenwohnheim um die Ecke bringt...


Kein Fernsehen!...

Er sitzt seit 25 Jahren regungslos in einer Zelle in der Nervenheilanstalt, als ob er auf etwas warten würde. An Halloween kommt er des nachts frei. 14 Jahre nach John Carpenters „Halloween - Die Nacht des Grauens“, zu einer Zeit als ein Slasher längst keine Massen mehr ins Kino lockte, da kamen irgendwelche Idioten von Produzenten auf die Idee mal ganz dreist beim großen Original der Slasherwelle zu klauen, zumindest was die Ausgangslage betrifft, und bei dem Versuch, das Ende der 80er Jahre und des Subgenres Slasher ignorierend, etwas so selten Dämliches auf die Beine zu stellen, das man es fast schon selbst gesehen haben sollte um es zu glauben.

Zunächst beginnt „Happy Hell Night“ eigentlich noch ganz gut. Der düstere Look verleiht ihm eine gewisse Stimmung, der Gedanke dass sich der Irre in der Nervenheilanstalt von den Kakerlaken ernährt ist ebenso unangenehm wie die Kellerräume selbst, in welchen die Übelsten unter den Geisteskranken aufbewahrt werden. Der Aufhänger wie der Bösewicht freikommt ist an den Haaren herbei gezogen, aber Filme wie „Aquarius - Theater des Todes“ zeigen dass dies noch keinen schlechten Film ausmachen muss.

Nur leider bleibt „Hell Night“ (Alternativtitel, aber nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film mit Linda Blair) den kompletten Film über unsinnig. Wie extrem merkt man erst mit der Zeit, wird die Story doch zunächst mit Teen-Herzschmerz, Partys und anderen Unsinnigkeiten gestreckt, die keinem bei den eindimensional charakterisierten Figuren interessieren, die zudem von viel zu Erwachsen aussehenden mitte 30jährigen verkörpert werden. Ist die Party aber mit einem mal viel zu plötzlich vorbei und der Killer im Haus der Studentenbewegung fallen einem die Idiotien reihenweise um die Ohren, und dies in einer Penetranz die weder zu ignorieren noch schönzureden ist.

Da ist ein Irrer zu Fuß um Stunden schneller am Ziel als ein Motorradfahrer, der zugegebener Maßen eine gefühlte halbe Stunde in einer Verkehrskontrolle feststeckt. Da staunen Studenten über die Anwesenheit eines Killers im Zimmer, etwa 2 Minuten nachdem dieser in Anwesenheit der Kids und bemerkt von diesen dort jemanden umgebracht hat. Und jenem Freund, den man gebeten hat mittels seiner Kameras im Haus die anderen zu warnen wenn der Psycho in der Nähe ist, glaubt man nicht wenn er tut um was man ihn bat, selbst wenn kurz zuvor jemand ebenfalls anmerkte den Bösewicht im dunklen Zimmer wahrgenommen zu haben.

Umgekehrt schafft es ein überraschend gegen Ende auftauchender Vater unbemerkt von all den Kameras mitten ins Geschehen zu geraten, bereits über all das informiert was er noch nicht wissen kann. Aber was das betrifft ist er nicht der einzige. Da man tiefer gehen wollte als „Halloween“ schenkte man dem Psycho einen okkulten Hintergrund, wobei man scheinbar nicht begriffen hat, dass gerade das Unerklärliche die Mystik eines Michael Myers ausmachte. Diese wurde ebenso unterstützt von dessen Schweigen, woran man sich in „Happy Hell Night - Verflucht in alle Ewigkeit“ (Alternativtitel) ebenfalls nicht hielt, so dass der Killer nach jedem Mord unsinnige Verbote aussprechen darf, die noch dümmlicher daher kommen als beim dritten Auftritt des bösen Stiefvaters in „Vatertag“.

Wenn man glaubt idiotischer könnten die Fehlhandlungen der dümmlichen Studenten nicht mehr werden, gibt es aufgrund des christlichen Hintergrunds der Geschichte noch ein Ritual das man vollziehen muss, welches man aus einem Buch des eben erwähnten Vaters entnimmt, der seinerzeit Schuld an der Erschaffung des Dämons hatte. Warum das Ritual nie vollzogen wurde, solang der Bösewicht 25 Jahre regungslos in der Klappse saß, bleibt eines der vielen Rätsel der vor Logiklücken nur so sprießenden Geschichte. Interessanter Weise wird das Ritual trotz düsterster im Buch prophezeiter Warnungen immer wieder falsch vollzogen oder unterbrochen, sodass man sich über den schwarzhumorigen Schluss-Gag eigentlich gar nicht mehr wundern braucht, welcher der Bande unsympathischer Überlebender gibt was sie verdienen, dies aber leider so konstruiert und unwirksam in Szene gesetzt wie der restliche Streifen auch.

Es ist kaum zu glauben dass ich diesen Dreck als Teenager einst cool fand. Und damals konnten wir uns nicht einmal an den harten Effekten aufgeilen, war die alte VHS-Fassung doch stark gekürzt. Zugegeben: der Friedhof, das düstere Studentenwohnheim und ganz besonders die Irrenanstalt wissen in der düsteren Optik, in welcher der Komplettfilm gehalten ist, zu wirken. Das sorgt kurzfristig immer wieder mal für ordentlich Stimmung, hin und wieder gar für kurze Momente der Spannung. Aber „Happy Hell Night“ wird wirklich von Minute zu Minute idiotischer, dümmer und widersprüchlicher, so dass die kleinen Pluspunkte einer ansonsten eher mauen Inszenierung das Ruder nicht mehr herumreißen können. „Happy Hell Night“ schaut sich für die 90er Jahre noch herrlich Old School. Aber begriffen was Filme wie „Freitag der 13.“, „Die Forke des Todes“ oder „Die Horror-Party“ ausgemacht haben hat Regisseur Brian Owens überhaupt nicht. Gut dass „Happy Hell Night“ sein einziger Film blieb.


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