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Donnerstag, 7. April 2016

THE HILLS HAVE EYES - HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN (The Hills Have Eys 2006 Alexandre Aja)


Eine Familie bleibt mit ihrem Wohnwagen mitten in der Wüste liegen und wird von einer Bande atomar verseuchter Mutanten bedroht...


Das Wüstenrotkäppchen rettet das Baby...

Es ist nicht so dass Wes Cravens Klassiker „Hügel der blutigen Augen“, der einer jener Horrorfilme war der die damalige Terrorwelle stark mitgeprägt und losgetreten hat, es nötig gehabt hätte neu verfilmt zu werden. In Sachen Härte und radikale Direktheit steht er den harten Filmen heutiger Zeiten in nichts nach und weiß noch immer zu gefallen. Dennoch braucht man nicht böse zu sein, dass solch einem gelungenen Streifen ein Remake beschert wurde, handelt es sich doch um eine ausgesprochen gute Neuauflage des alten Stoffes, die dem Original alle Ehre macht.

Aja weicht kaum von den Geschehnissen des 70er Jahre Filmes ab. Die Todesarten und die gestellten Fallen werden fast 1 zu 1 übernommen. Ob es nötig war den Ur-Plot um eine Geisterstadt zu ergänzen sei einmal dahingestellt. Mit dem dort spielenden Szenario kommt man Hoopers „Blutgericht in Texas“ näher als es der Stoff von „The Hills Have Eyes“ nötig gehabt hätte. Wer sich nicht an einer selbstgerechten Rachestory stört mit Verletzungen mit denen kein normaler Mensch je weiter kämpfen könnte, der wird gut unterhalten mit einem Horrorbeitrag, der trotz einiger satirischer Spitzen spannungsgeladen umgesetzt ist und trotz etwas zu übertriebener Maskerade furchteinflößender aussehende Gegner bietet als das Original.

Starke Nerven und einen harten Magen sollte man besitzen um dem eiskalten Treiben bis zum gar nicht so optimistischen Schluss folgen zu können. Dabei ist es schön mit anzusehen, dass uns Aja trotz seiner Hochglanzoptik ganz im Gegensatz zu Michael Bays „Texas Chainsaw Massacre“ derart dreckige Bilder zaubert, dass man fast glaubt sich selbst in der staubigen Wüste zu befinden. Bis zu einem gewissen Grad bleibt die bluttriefende Story gar realitätsorientiert, z.B. in den Kampfsequenzen mit einem kampfunerfahrenen Helden, welche erst in der x-ten Zuspitzung den Pfad allem Glaubwürdigen verlassen, um rein des Unterhaltungseffekts wegen komplett im Blut zu sudeln.

Wer sich daran stört ist beim harten Horrorfilm im falschen Genre unterwegs, gehören Unlogiken gerade in Sachen Härte und ein ungesundes Maß Selbstjustiz zu solch einem Film doch zwingend dazu um vollends funktionieren zu können. Damit können aufgestaute Gefühle beim Zuschauer entladen werden, selbst dann wenn man nicht weiß ob das alles zu einem Happy End führen kann oder nicht.

„The Hills Have Eyes“ kommt weit weniger subtil daher als Cravens Erstverfilmung. Die Hintergründe müssen erst per Einleitung erwähnt, später per Zeitungsartikel belegt und gegen Ende von einem Mutanten noch direkt ausgesprochen mitgeteilt werden. Ansonsten geht aber auch das Remake nicht all zu schonend mit dem Publikum um. Gerade Nichtkenner des Originals werden von so einigen Überraschungen geschockt werden, auch wenn es nicht jede abartige Idee von dort ins Remake geschafft hat. Und man darf es Aja danken, dass er es schafft trotz der engen Orientierung an die 70er Jahre-Verfilmung dem Ganzen einen eigenen Stempel aufzudrücken.

Der höhere Spannungsbogen, das bessere Make-Up der Gegner und vor allen Dingen der schwer im Magen liegende Vorspann, der mit echten Aufnahmen von Atombombentests einen zunächst in die Realität reißt bevor es fiktiv weiter geht, sowie die augenzwinkernde Musikauswahl im Abspann, das sind alles Zutaten welche die Neuverfilmung legitimieren, zumal „The Hills Have Eyes“ bereits rein von der Besetzung her zu überzeugen weiß. So wenig wir auch über die Charaktere erfahren, wir fiebern eng mit ihnen mit in einem hervorragend fotografierten Film. Ajas Remake lässt nur wenig Wünsche offen und ist eine der gelungensten Neuverfilmungen der 00er Jahre Horror-Remake-Welle, auch für Kenner des Originals.



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Kommentare:

  1. Ich kenne das Original nicht, finde aber diese Umsetzung hier durchaus gelungen. Viel interessanter ist es jetzt allerdings, das ich aufgrund deiner Rezension gern das Original sehen wollen würde...

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    1. Dann war ja schon allein dies das Schreiben des Artikels wert. Freut mich zu lesen! :)

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  2. The Hills Have Eyes ist einer meiner liebsten Horrofilme, von Beginn bis Ende. Ich habe ja immer um den Hund gezittert (nachdem ich es ganz entsetzlich fand, was dem ersten zugestossen ist) ;)
    Das Original wollte ich auch längst schon mal sehen. Hoffe, das pack ich irgendwann noch. Vielen Dank für die tolle Rezi!

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