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Samstag, 8. April 2017

ALL CHEERLEADERS DIE (2013 Chris Sivertson u.a.)


Vier Cheerleader sterben nach einer Auseinandersetzung mit dem Anführer der Football-Mannschaft. Eine befreundete Wicker-Hexe erweckt die toten Mädels, die nun einen großen Appetit auf Menschenblut entwickeln...


Diese Zombies sind stoned...

Ich kenne das 2001 entstandene, gleichnamige Original, welches ebenfalls von Lucky McKee und Chris Sivertson inszeniert wurde, nicht, bin aber überraschend zufrieden mit dem wortwörtlich bunten Treiben in „All Cheerleaders Die“, auch wenn er wahrlich nicht zu den großen Genreerfahrungen zählt, die man unbedingt gesehen haben müsste. Der als Zweiteiler konzipierte Film, dessen Fortsetzung noch immer auf sich warten lässt, erweckt zunächst den Eindruck das übliche Rache-Szenario durchziehen zu wollen, welches so oft das Horror-Genre heimsucht, sobald Unterdrückte magische Kräfte entwickeln. Der für eine FSK 16-Einstufung höchst blutig ausgefallene Film erfährt jedoch ziemlich zur Mitte hin eine Wende, die ihn von diesen Stoffen trennt.

Nicht dass „All Cheerleaders Die“ ein hoch innovativer Film geworden ist, aber es guckt sich erfrischend anders, dass die Girls ihre Mächte nicht verstehen und sie diese dementsprechend nicht unter Kontrolle haben. Der Rachefeldzug steckt voller Tücken, sowohl in magischer Hinsicht, als auch auf menschlicher Ebene, sind die Teens doch alles andere als ein gut zusammengeschweißtes Team. Dass der Hauptgegner recht früh versteht was es mit den Mädels auf sich hat, verhilft dem Film zu einem durchgeknallten Finale, in welchem der Streifen endgültig im realitätsfernen Comicbereich angekommen ist und wahrlich Partylaune versprüht, kämpfen doch nun zwei Seiten gegeneinander, die beide keine Ahnung von den Kräften haben, die ihnen übermenschliche Fähigkeiten verschaffen.

Wo hat man es schon einmal erlebt, dass Tote mittels Esoteriksteinchen wieder auferstehen? Und da die bunten Klunker, welche jede der Zombiebräute in sich trägt, auch noch in den unangenehmsten Situationen zu leuchten beginnt, ist es schnell vorbei mit der Tarnung als Normalsterbliche im Schulalltag - ein weiterer Aspekt der sich deutlich von Filmen ähnlichem Grundszenarios unterscheidet. Zwar verläuft von diesen Ausnahmen einmal abgesehen alles nach üblichem Muster, inszeniert und gespielt von keinen Größen ihres Fachs, um banal und flott unterhalten zu werden reicht das Talent der Beteiligten aber allemal. Und dass es in einem Film über Cheerleader auch nichts an der Optik der weiblichen Akteure zu maulen gibt, versteht sich von selbst.

„All Cheerleaders Die“ ist eine kurzweilige Horror-Komödie der blutigen und nicht all zu albernen Art, die, sofern man ihr eine echte Chance gibt, durchaus zu unterhalten weiß, zumal die 08/15-Story durch besagte Überraschungen im sonst ewig gleichen Plot einen Mehrwert abseits des üblichen Einheitsbreis erfährt. Dass hier weder die Akteure, noch die Autoren und Regisseure Größen ihres Fachs sind, stört bei der Partytauglichkeit dieses herrlich abgedrehten Spaßes wenig. Es ist jedoch schade dass der an mancher Stelle so anarchisch anmutende Genrebeitrag nicht konsequent genug umgesetzt wurde, so dass trotzdem noch zu viel Dutzendware im Gesamtsortiment enthalten blieb, als dass man tatsächlich von einer Empfehlung sprechen könnte. Dennoch: Horror-Fans wird‘s gefallen!



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