Sonntag, 23. Juli 2017

A NIGHTMARE ON ELM STREET (2010 Samuel Bayer)


Die Teens der Elm Street träumen alle vom selben unheimlichen Mann. Als einer nach dem anderen stirbt wird Nancy klar, dass das Monster im Traum töten kann...


Der erklärte Sekundentraum...

Neuverfilmungen sind ohnehin schon stets umstritten. Wagt man sich dann noch an einen allseits beliebten Kultfilm, dann wird bereits im Vorfeld viel gemault. Bei einer Neuverfilmung von „Nightmare - Mörderische Träume“ geht das Schimpfen freilich bereits bei der Neubesetzung Freddy Kruegers los, glauben die Fans der Originalreihe doch dass nur Robert Englund in der Lage wäre den Traumdämon zu verkörpern. Interessanter Weise ist die Neubesetzung des Monsters mitunter das Beste was Samuel Bayers „A Nightmare on Elm Street“ vorzuweisen hat. Und ich persönlich konnte mit Englunds Interpretation der Rolle ohnehin schon immer wenig anfangen.

An sich ist der von Michael Bay produzierte Horrorfilm eine glattere Version des Originals, in welcher mehr erklärt wird als dort und Inhaltsänderungen zur Vereinfachung der Sachlage vorgenommen werden. Zudem wird aus einem Kindermörder ein Kinderschänder und aus einer fehlerhaften Festnahme ein Schutz der Eltern, damit die Missbrauchten nicht auszusagen brauchten. Warum Fred bei seinen Taten einen Klingenhandschuh benötigt hat, wird immer sein Geheimnis bleiben, wirklich Sinn macht das freilich nicht, aber was wäre schon ein Freddy Krueger ohne seine kultig verehrte Tatwaffe?

Hinterfragt wird ohnehin wenig, Mainstreamwaren dieser Zeit kümmern sich nicht um ein innereigenes psychologisches Verständnis, dementsprechend schnell erkennen und akzeptieren die Teens die unheimliche Sachlage, und die Hintergründe des damals Geschehenen werden den uninformierten Jugendlichen von Krueger höchst persönlich im Traum geliefert. Es wird zwar eine Vermutung ausgesprochen warum er dies tut, aber die ist nicht nur hauchdünn ausgefallen, sie erweist sich im Laufe der Handlung auch als falsch, so dass auch dieser Faktor für immer ungeklärt bleiben wird.

Ärgerlich ist die zu Model-hafte Besetzung ausgefallen. Die schlimmsten Exemplare unechter Menschen werden zwar als erstes getötet, aber auch die gerade noch akzeptablen Hauptmimen sehen nicht gerade wie die Kids von der Straße aus. Zumindest schlagen sie sich schauspielerisch wacker, das hätte ich ihnen zunächst nicht zugetraut, und letztendlich betrifft das auch den kompletten Film, der eigentlich recht ordentlich ausgefallen ist. Mehr sogar, er schaut sich richtig kurzweilig und angenehm verändert mit Blick aufs Original, bei gelegentlicher Verwendung kultiger Szenen aus dem Vorbild (z.B. die Kralle in der Wanne).

Freddy mag zwar düsterer ausgefallen sein und wesentlich besser besetzt, der Umsetzung selbst fehlt es jedoch am Spannungsbogen des 1984er Nightmare, so dass „A Nightmare on Elm Street“ eigentlich nur ein flotter Zwischendurchverzehr ist, aber diesbezüglich ist er gelungener als beispielsweise das „Stepfather“-Remake. An die Neuverfilmungen „Halloween“, „The Hills Have Eyes“ und „My Bloody Valentine“ kommt er jedoch nicht heran, dafür ist er dann doch zu routiniert und aalglatt ausgefallen. Zudem stört mancher Computereffekt. Richtig schlecht ist jedoch eigentlich nur das Erscheinen Kruegers aus der Wand des Kinderzimmers heraus ausgefallen, in welcher der Traumdämon eher wie eine Trickfigur als wie ein Schreckgespenst wirkt. Ansonsten war ich jedoch positiv vom Unterhaltungswert des Streifens überrascht, so dass man nicht all zu streng mit diesem umstrittenen Stück Wiedererzählung umgehen sollte.


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