19.01.2019

SKEETER - INVASION DES GRAUENS (Skeeter 1993 Clark Brandon)


Giftmüll verursacht Riesenwuchs bei Mosquitos, was die Bewohner einer Kleinstadt auf unangenehme Art zu spüren kriegen...


Böser, böser Sheriff...

Was ist der Vorteil an einem Tier-Horrorfilm, der noch Anfang der 90er Jahre gedreht wurde? Er besitzt noch handgemachte Effekte anstatt der uncharmanten Billig-Computeranimationen, und er bekam damals noch eine Synchronisation mit professionellen Sprechern beschert. In diesem Falle sind es Wolfgang Völz und manch andere, zumindest von ihrer Stimme her, bekannte Schauspieler. Was die Mosquitos betrifft, so wissen die kleinen Viecher durch das Trashauge betrachtet recht ordentlich zu funktionieren, wohingegen ihre ins Bild gemalten Helfer selbst über 30 Jahre nach Hitchcocks überzeugender Animation in "Die Vögel" lediglich wie gemalt aussehen. Aber daran stört man sich nicht, wenn man im Gegenzug zusehen darf, wie herrlich putzige Mosquitopüppchen die Menschen aussaugen, was man gern öfter gesehen hätte, als Regisseur Clark Brandon uns zu bieten bereit ist.

Dass er mit einem geringen Budget zu kämpfen hatte, ist klar, etwas mehr an Mosquitoattacken wäre aber sicher dennoch möglich gewesen, zumal "Skeeter" außer diesen nichts zu bieten hat. Zwar schleichen einige wenige C-Prominente durchs Bild, die des öfteren Schurken in Billigfilmchen und TV-Serien mimen durften, aber bis auf die Auftritte des einen Sheriff-Schurken spielenden Charles Napier weiß da nichts zu unterhalten, und selbst dessen Auftritte wirken nur deshalb reizvoller, weil der Rest schnarchig uninteressant ausgefallen ist. In höchst konservativer Texasmentalität badend darf man einer Seifenoper beiwohnen, deren Darsteller zwar genau das mangelnde Talent besitzen, welches man dieser billigen Schnelldreh-Serien automatisch zuordnet, deren zu verkörperndes Gefühlsleben jedoch lediglich Achselzucken verursacht. Das liegt nicht nur an der völlig unsensiblen Herangehensweise und dem versteiften Spiel der Hauptdarsteller, selbst empathischer ausgefallen wüssten die zwischenmenschlichen Aspekte nicht anzustecken und zu interessieren, zumal sie ohnehin nur billigste und häufig auftretende Film-Klischees beinhalten.

Aber das trifft ohnehin auf das komplette Werk zu. Der Öko-Aspekt ist des alles auslösenden Klischees wegen vorhanden, anstatt ernsthaft eine Botschaft zum Thema Umweltschutz liefern zu wollen. Das im Zentrum stehende Paar kommt einzig der Pflicht wegen zusammen, wenn auch nur kurzfristig. Und das Jammern über das Ausbeuten armer Menschen im Zuge des unvermeidbaren Fortschritts, besitzt ebenso wenig das Herz am rechten Fleck. Auch hier fehlt es an Ehrlichkeit, denn wieder einmal, ja richtig geraten, geht es einzig um das Klischee. Ein solches darf in seltenen Fällen auch einmal comicartig sympathisch wirken, so z.B. das Gespräch des Oberschurken, der zusammen mit einem nägellakierenden Flittchen auf der Rückbank seiner Limousine sitzt, und dem ausführenden Bösewicht, der durch das heruntergefahrene Fenster draußen stehend mit seinem geheimen Boss sprechen darf, bzw. sich Befehle und Anschuldigungen anhören darf. Das könnte es alles in dieser Kombination auch in einem Donald Duck-Comic geben und weiß zumindest ein winziges bisschen zu belustigen, im ansonsten staubig uninteressantem Stil des Reststreifens, der nie die Intensität der ebenfalls hoch konservativen Texas-Tier-Horrors "Mörderspinnen" und "Taranteln - Sie kommen um zu töten" besitzt. "Skeeter - Invasion des Grauens" ist ein uninteressanter, völlig missglückter Film, an dem es einfach nichts schön zu reden gibt.


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