DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES (Le notti del terrore 1981 Andrea Bianchi)


Kurz nach einer geheimnisvollen Entdeckung eines Professors erstehen die Toten auf und bedrohen auf dem Grundstück eines Schlosses jüngst eingetroffene Gäste. Ohne Telefon und Fremdhilfe versuchen die Leute sich gegen die immer größer werdende Menge an Zombies zu wehren...


Es befindet sich stets ein Kloster in der Nähe eines Mönches...

"Die Rückkehr der Zombies" gehört zu den berüchtigsten Werken der ersten Zombiewelle, die durch George A. Romeros "Zombie" ausgelöst wurde. Relativ spät im Jahr 1981 nachgeschoben dürfte er wohl zu den größten Vorbildern deutscher Amateurfilmer gehören, so penetrant wie hier Gedärme aus den Opfern gerissen und dann verspeist werden. Ohnehin gilt, wer Zombie-Action sehen will, der ist hier im richtigen Film, vorausgesetzt man schert sich nicht um Sinn und Unsinn des zu sichtenden Treibens, denn Bianchis Werk scheut sich nicht eine Sekunde um Erklärungen, sinnvolles Handeln und Logik. Das beginnt bei der nicht erklärten Auferstehung der Toten, zeigt sich bei den Protagonisten, die so viel Weitblick besitzen wie ein Blinder, und selbst die Zombies agieren in ihrer Monotonie nie wirklich glaubwürdig. Sie benutzen Werkzeug, einmal auch nur um an den Kopf eines ihrer Opfer zu kommen, obwohl sie sich von Gedärmen und anderen Innereien ernähren, nie aber von Gehirnen. Zudem schleichen sie kraftlos wie klassische Zombies umher, sind aber zu schnellen, plötzlichen Bewegungen fähig oder stemmen auch mal gemeinsam einen Rammbock. Teamwork steht trotz geistlosem Handelns ohnehin ganz vorne bei den lebenden Leichen auf dem Programm.

Das Aussehen der Toten ist recht putzig ausgefallen. Es sind sympathische Monstren, die nie ernsthaft erschrecken würden, völlig übertrieben und optisch unglaubwürdig umgesetzt, aber in einem Film wie dem macht das nichts kaputt, sondern gehört, ganz im Gegenteil, zu den Pluspunkten des Streifens. Sie tauchen bereits nach kurzer Anlaufzeit auf, es gibt Zombieszenen in Massen und das weiß in seiner sinnlosen Art für Leute mit niedrigen Erwartungen zu unterhalten. Somit wird "The Zombie Dead" (Alternativtitel) das für den Zombiefilm, was Regisseur Andrea Bianchi für den Giallo mit "Die Nacht der blanken Messer" gezaubert hat. Wer keine amateurhaft agierenden Darsteller sichten will, einen sinnvollen Handlungsablauf, bzw. überhaupt eine Handlung benötigt und arg blutige Szenen verabscheut, sollte "Zombie Horror" (Alternativtitel) tunlichst meiden. Zumal es nicht nur im Gore-Sinne abscheulich zugange geht, auch zwischenmenschlich kann es mal Widerliches zu sichten geben, wenn in der legendärsten Szene des Films der Teenager-Sohnemann Mama nach einem absurdem Angebot ihrerseits die Brust abbeißt. Durch die optisch gewagte Besetzung des Jungen weiß die Szene einem ganz besonders den Magen umzudrehen. Bianchi ist jegliches reißerische Mittel recht.

"The Night of Terror" (Alternativtitel) ist ein Film der Quantitäten, deswegen dürfen sich zu Beginn, bevor die Untoten das Schlossgelände erreichen, auch alle Erwachsenen wie Teenager benehmen und sich zum pimpern drinnen wie draußen zurückziehen, so als würde man das bald nahende Gefummel der Teenie-Horrorfilme hier bereits vorweg nehmen. Für den reißerischen Zweck werden zudem lebende Maden verwendet, die auf den unecht wirkenden Masken der Zombiedarsteller lediglich Ekel erzeugen, anstatt das Todesaussehen damit glaubwürdiger zu gestalten. Und die größte reißerische Unsinnigkeit inmitten von verstrahltem Blödsinn taucht schließlich am Ende auf, wenn die Zombies eine Kreissäge aktivieren, um damit eines ihrer Opfer zu töten. Interessanter Weise befand man sich vor dieser Aktion gerade in einem Szenario, welches erstmals einen ernsthaften Spannungsbogen hinbekam, da sich gerade eine Ausweglosigkeit offenbarte, die man bisher nur erahnen konnte.

Doch schnell ist er wieder weg, der kurze Anflug dessen was das Genre ursprünglich leisten sollte, aber auch das ist nicht schlimm, denn schnell ist der Abspann nah, der das oft lächerliche Grauen zumindest in einer Gnadenlosigkeit beendet, wie man es sich von einem europäischen Film im allgemeinen auch erhofft. Mag der Streifen auch noch so lachhaft sein, das Ende weiß zu wirken. Ohnehin ist "Burial Ground" (Alternativtitel) in seinem laienhaften Versuch "Die Nacht der lebenden Toten" und "Zombie" zu kopieren überraschend unterhaltsam ausgefallen, vorausgesetzt man kann mit sympathisch schlechten Filmen etwas anfangen. Aufgrund des frühen Auftauchens der Zombies hätte man ohnehin mit mehr Monotonie gerechnet. Aber diese ruhig erzählte Achterbahnfahrt des Nonsens will einfach nie langweilig werden. Der herrliche sich mehr nach Science Fiction als nach Horror anhörende Soundtrack untermalt das blödsinnige Treiben zudem recht gut.


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Trailer,   OFDb

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