Dienstag, 24. Juli 2012

FINAL DESTINATION 5 (2011 Steven Quale)


Auf einem Betriebsausflug bricht eine Brücke ein. Ein junger Mann sieht das Unglück voraus und rettet einige Kollegen vor dem Tod. Doch der holt sich seine rechtmäßigen Todeskandidaten zurück...


 Todsicherer Tod...

An der Geschichte hat sich in Teil 5 eigentlich nichts geändert. Da gibt es wie in Teil 2 eine kleine Erweiterung der bestehenden Regeln, diesmal dass man wen anders für sich sterben lassen kann und dafür dessen Lebenszeit erhält, aber das ändert nicht viel am „Final Destination“-Universum, was aber auch nicht weiter wild ist, denn das simple Rezept weiß immer wieder zu unterhalten. Diesmal orientierte man sich jedoch wieder am Erzählstil der ersten beiden Teile, nachdem man mit Teil 3 zum geistfreien Horror wechselte und dies mit dem völlig überzogenen „Final Destination 4“ mit rasantem Nonsens auf die Spitze trieb und damit auf Kino-Niveau gesehen eine Art Asylum-Film schuf, gerade mit Blick auf Werke wie „Mega Piranha“.

Harter Vergleich, ich weiß, aber mit Blick auf die Qualitätsunterschiede zwischen TV-Billigproduktionen und Kinofilmen dennoch legitim, wie ich meine. Wie auch immer: „Final Destination 5“ will wieder mehr mit dem Ursprung der Geschichte zu tun haben (warum erfährt man gegen Ende), und das ist eigentlich ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch will Teil 5 nicht so kompromisslos unterhalten wie die Erstlinge. Das liegt in erster Linie am Tempo des Films, das diesmal eine Spur zu langsam angegangen wurde. Das funktioniert noch in der ersten halben Stunde, eine Phase in welcher der Zuschauer bereits bemerken darf, dass Teil 5 auf subtile Art mit Humor untermalt wurde und darin seine Stärke besitzt. Aber wenn das Grundszenario erst einmal geschaffen und die Charaktere zu Ende vorgestellt sind, geht es ein wenig bergab mit einem Film, dessen Konzept eigentlich positiver Natur ist.

Letztendlich waren die Hauptfiguren der ersten beiden Teile interessanter. Dass gerade in einem Teil 5, in welchem der Plot nicht mehr neu ist und kaum was hinzuzufügen hat, die Charaktere uninteressanter werden, ist schädlich für den Unterhaltungswert. Da taten die Teile 3 und 4 gut daran dieses Manko durch Tempo zu kaschieren. Dass „Final Destination 5“ letztendlich doch nicht scheitert, verdankt er den Nebencharakteren, die zwar, typisch „Final Destination“, mal wieder völlig in ihrem Klischee übertrieben sind, Drehbuch, Regie und Schauspieler sich aber dessen bewusst waren und diese parodistisch gestalten.

Dass der Film im Finale, wenn die positiven Nebenfiguren längst nicht mehr existieren, immer noch nicht gegen die Wand fährt, liegt an der für diese Reihe sehr ungewöhnliche Herangehensweise den Finalkampf ruhig zu gestalten, fast im Thriller-Stil, was ohne die Regelerweiterung kaum sinnvoll möglich gewesen wäre. Diese Ruhe tut dem Film gut, allerdings hätte diese Schlussphase geistreicher vonstatten gehen können. Letztendlich passiert dort was man als Zuschauer aufgrund der neuen Regel ohnehin erwartet hat. Aber auch dies ist nicht weiter wild, denn das Finale geht über zu einer Schluss-Szene, welche wohl nur die wenigsten vorausgesehen haben, und so endet der Streifen doch noch mit einer netten Idee.

Nachdem „Candyman“ Tony Todd in Teil 3 nur noch im Original akustisch und in Teil 4 gar nicht mehr dabei war, schlüpft er in diesem Teil 5 ein drittes Mal in die Rolle des warnenden Unheimlichen vom Friedhof. Allerdings ist seine Rolle hier so bedeutend wie in den Vorgängern, sprich er huscht nur kurz durchs Bild, damit Horror-Prominenz an Bord ist, was auch nicht weiter schade ist, da er für mich bisher in keinem der drei „Final Destination“-Auftritte zu überzeugen wusste.

Letztendlich guckt sich der niveauvollere Teil 5 trockener als der dämliche Teil 4 und ist damit nur in der Theorie der bessere Film. Allerdings kann man auch der vierten Fortsetzung von „Final Destination“ noch sympathisch unterhalten folgen, und das liegt in erster Linie am wirklich geglückten Humor, der teilweise sehr treffsicher eingebaut wurde. Nach dem wilden vierten Teil hatte ich persönlich mit etwas anderem gerechnet und freue mich allein deshalb schon auf Teil 6, weil man bei „Final Destination“ scheinbar niemals weiß welcher Erzählstil einem diesmal serviert wird.

Das ist doch eine nette Gegenposition zur Geschichte, von der man ganz im Gegenteil weiß was sie erzählen wird. Aber vielleicht horscht ja doch irgendwann einmal ein Drehbuchautor oder Produzent auf und achtet auf die Möglichkeiten, welche der Schluss von „Final Destination 4“ bot, um dem ganzen Treiben dieser Filme eine völlig neue Erzähl-Dimension zu bescheren. So finanzstark wie die Filme mit ihrer immergleichen Story laufen, braucht man damit vorerst jedoch scheinbar nicht zu rechnen.


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